Die erwartete Bereinigung auf
dem deutschen Mobilfunkmarkt wird aufgeschoben: Die niederländische
Telefongesellschaft KPN
"Wir glauben heute noch fester daran, dass im deutschen Markt bedeutende Werte stecken", hieß es in der Mitteilung weiter. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten hätten einer Vereinbarung aber im Wege gestanden. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge hatten die beiden Unternehmen eine Zusammenlegung ihrer deutschen Tochter erwogen. Telefonica hatte vor wenigen Wochen angekündigt, ihre deutsche Tochter O2 möglicherweise an die Börse zu bringen. Der spanische Konzern benötigt dringend Geld, um seinen hohen Schuldenberg abzubauen.
NEUER GROSSAKTIONÄR
Den Niederländern sitzt dagegen ein neuer Großaktionär im Nacken. Gegen den Willen des Managements will der mexikanische Konzern América Móvil bis zu 28 Prozent an KPN erwerben. Seinen Aktionären hatte der KPN-Vorstand empfohlen, nicht auf die Offerte einzugehen. Das Unternehmen sei deutlich mehr wert als die gebotenen 8 Euro je Aktie.
Anfang Juni hatte KPN angekündigt, die Werthaltigkeit seiner Beteiligungen offenzulegen und strategische Optionen für E-Plus zu prüfen. Die deutsche Tochter ist die wichtigste Beteiligung der Niederländer und die Nummer drei auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Das Unternehmen gilt dabei mit seiner Vielmarkenstrategie, die vor allem das Discountsegment bedient, als extrem erfolgreich. Nach eingehender Untersuchung zeigte sich das Management nun vom Wert seines Deutschland-Geschäfts überzeugt./ls/DP/stw
ISIN ES0178430E18 NL0000009082
AXC0268 2012-06-20/20:30
