Borussia Dortmund: Es bleibt interessant. Im Fußball gibt es immer den Moment, wo die Spielkunst hinter das Ergebnis zurücktreten muss. Am vergangenen Samstagnachmittag dürfte der Dortmunder Trainer Thomas Tuchel deshalb erleichtert aufgeatmet haben, als seine Elf bei Werder Bremen einen "dreckigen Sieg" (O-Ton Tuchel) eingefahren hatte.
Die Dortmunder mussten sich lange mühen, um gegen zehn tapfer kämpfende Bremer den Sieg einzufahren. In der 39. Minute hatte der Torhüter der Bremer, Jaroslav Drobny, nach einem Tritt gegen Marco Reus Rot gesehen. Erst in der 71. Minute gelang den Schwarzgelben nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Bremer der Siegtreffer durch Lukasz Piszczek. In der 5. Minute hatte Andre Schürrle die Borussia in Führung geschossen. Der Weltmeister vertrat damit erfolgreich den Rekordtorschützen Pierre-Emerick Aubameyang, der noch bei Afrika-Cup für Gabun gegen den Ball trat. Nach dem dritten Remis im dritten Gruppenspiel qualifizierte sich Gabun allerdings nicht für das Viertelfinale.
Mit dem Sieg am Samstag schob sich Dortmund auf den vierten Rang vor, der zur Qualifikation für die Champions League berechtigt. Für die Königsklasse des europäischen Vereinsfußballs will sich die Borussia mit ihrem ehrgeizigen Trainer Tuchel auch in der laufenden Saison qualifizieren. Die junge Truppe weist dabei immer noch deutliche Leistungsschwankungen auf. Das Potenzial für Zukunft ist aber umso größer.
So wurde zu Beginn der Woche der Kreis der europäischen Toptalente bei Dortmund um einen neuen hochbegabten Nachwuchsspieler erweitert. Für 9 Millionen Euro wechselt der 17-jährige Alexander Isak vom schwedischen Erstligaverein AIK Solna zu den Borussen. Der Stürmer avancierte vor wenigen Wochen zum jüngsten Torschützen der schwedischen Nationalmannschaft aller Zeiten. Auch dafür feiert ihn die Presse feiert bereits als kommenden Nachfolger der schwedischen Stürmerlegende Zlatan Ibrahimovic.
Fakt ist, dass Topclubs aus ganz Europa Isak verpflichten wollte. Der hat entgegen früherer Angaben keinen Vertrag bis 2022 unterschrieben, sondern wohl nur bis 2019. Borussia soll jedoch über eine Option zur Verlängerung verfügen. Unzweifelhaft ist die Verpflichtung von Isak, dem offenbar auch ein Angebot von Real Madrid vorlag wie die schwedische Zeitung Aftonbladet berichtete, ein Coup für die sportliche Leitung des Vereins. Im modernen Profifußball wird dabei die Sichtung und Verpflichtung von Spieler auf immer mehr Schultern verteilt.
Bei dem einzigen börsennotierten deutschen Fußballverein agiert hier Sven Mislintat in zentraler Position. Der in der Branche hochgeschätzte Fachmann, der jüngst vom Chef-Scout zum Kaderplaner befördert wurde, arbeitet direkt mit Sportdirektor Michael Zorc zusammen. Zwischen ihm und Trainer Tuchel sollen dagegen schwerere atmosphärische Störungen bestehen. Der für sein Umfeld nicht leicht zu handhabende Tuchel soll Mislintat sogar ein Platzverbot für das Trainingsgelände erteilt haben. Diese Reibungen haben die sportlich Verantwortlichen aber offenbar nicht daran gehindert, einen Kader zusammenzustellen, der mit seinen offensiven Spielstil auch außerhalb Deutschlands für Begeisterung sorgt.
Um Talente wie Ousmane Dembele, Christian Pulisic, Emre Mor oder Julian Weigl wird Dortmund europaweit beneidet. Im Ausland gilt der BVB damit neben den eher arriviert wirkenden Bayern als der attraktivste Exportartikel der Bundesliga. Zu den Jungspunden kommen gestandene Spieler wie Marco Reus, Andre Schürrle, Lukasz Piszczek oder der unangefochtene Topscorer Pierre-Emerick Aubameyang. 2013 war er für 13 Millionen Euro von AS Saint-Etienne zu Dortmund gewechselt. Der Vertrag des Stürmers läuft - offenbar ohne Ausstiegsklausel - noch bis zum Jahr 2020.
In der vergangenen Saison erzielte Aubameyang in 31 Bundesligaspielen 25 Treffer. In allem Wettbewerben (also inklusive DFB- und Europapokal) kam er in 45 Spielen auf 37 Tore (Trefferquote 82 Prozent). In der laufenden Saison hat er seine Trefferquote auf 95 Prozent verbessert (20 Tore in 21 Pflichtspiele für den Verein). Im Juni feiert der im französischen Laval geborene Aubameyang seinen 28. Geburtstag und erreicht damit ein Alter, in dem sich ein Profifußballer gemeinhin auf dem Scheitelpunkt seiner Leistungsfähigkeit befindet.
Anfang Januar berichtet die italienische Sportzeitung Gazzetta dello Sport, dass der chinesische Verein Shanghai SIPG 150 Millionen Euro für den Kapitän der gabunischen Nationalelf geboten habe. Zum Vergleich: In der Saison 2015/16 erzielte die Borussia Dortmund GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien einen Rekordumsatz von 376 Millionen Euro. Auch wenn Dortmund eine solche Megaofferte nicht bestätigte, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis Aubameyang für eine wahrscheinliche dreistellige Millionenablöse zu einen Verein wie Real Madrid oder Manchester City wechselt. Immerhin verfügt Borussia Dortmund dann als Ausbildungsverein auf allerhöchstem Niveau über genügend Talente, die in eine ähnliche Rolle hineinwachsen könnten. Dazu käme noch der Millionensegen aus der Ablöse für den Starstürmer.
Noch vor Beginn hatte der Saison hatte sich BVB-Experte Georg Sures von der Redaktion des Frankfurter Tagesdienstes gefragt, ob der Verein und Tuchel den personellen Umbruch erfolgreich bewältigen können. Im vergangenen Herbst hatten wir unseren Lesern empfohlen, sich mit einem Kauflimit bei 5,25 Euro auf die Lauer zu legen, das dann am 25. November 2016 für eine halbe Position gegriffen hat. Jüngst hat der Aktienkurs den Wiederstand den kurzfristigen Widerstand bei 5,44 Euro überwunden. Damit rückt das 52-Wochenhoch bei 5,84 Euro wieder in Reichweite.
Fundamental stellt die wichtigste Versicherung gegen einen möglichen finanziellen Absturz die umsichtige kaufmännische Leitung von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dar. Der Unternehmer aus dem Sauerland hatte die hochverschuldeten BVB-AG nach dem Ende der Ära von Ex-Präsident Gerd Niebaum 2006 vor der Insolvenz bewahrt. Diese bittere Erfahrung dürfte bei der Geschäftsführung noch nicht vergessen sein. Angesichts der attraktiven Perspektive bleiben bei der BVB-Aktie weiter engagiert, wobei wir vorerst weiter auf ein Stop-Loss verzichten.
Georg Sures / Redaktion Frankfurter Tagesdienst
www.frankfurter-boersenbrief.de/
Die Dortmunder mussten sich lange mühen, um gegen zehn tapfer kämpfende Bremer den Sieg einzufahren. In der 39. Minute hatte der Torhüter der Bremer, Jaroslav Drobny, nach einem Tritt gegen Marco Reus Rot gesehen. Erst in der 71. Minute gelang den Schwarzgelben nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Bremer der Siegtreffer durch Lukasz Piszczek. In der 5. Minute hatte Andre Schürrle die Borussia in Führung geschossen. Der Weltmeister vertrat damit erfolgreich den Rekordtorschützen Pierre-Emerick Aubameyang, der noch bei Afrika-Cup für Gabun gegen den Ball trat. Nach dem dritten Remis im dritten Gruppenspiel qualifizierte sich Gabun allerdings nicht für das Viertelfinale.
Mit dem Sieg am Samstag schob sich Dortmund auf den vierten Rang vor, der zur Qualifikation für die Champions League berechtigt. Für die Königsklasse des europäischen Vereinsfußballs will sich die Borussia mit ihrem ehrgeizigen Trainer Tuchel auch in der laufenden Saison qualifizieren. Die junge Truppe weist dabei immer noch deutliche Leistungsschwankungen auf. Das Potenzial für Zukunft ist aber umso größer.
So wurde zu Beginn der Woche der Kreis der europäischen Toptalente bei Dortmund um einen neuen hochbegabten Nachwuchsspieler erweitert. Für 9 Millionen Euro wechselt der 17-jährige Alexander Isak vom schwedischen Erstligaverein AIK Solna zu den Borussen. Der Stürmer avancierte vor wenigen Wochen zum jüngsten Torschützen der schwedischen Nationalmannschaft aller Zeiten. Auch dafür feiert ihn die Presse feiert bereits als kommenden Nachfolger der schwedischen Stürmerlegende Zlatan Ibrahimovic.
Fakt ist, dass Topclubs aus ganz Europa Isak verpflichten wollte. Der hat entgegen früherer Angaben keinen Vertrag bis 2022 unterschrieben, sondern wohl nur bis 2019. Borussia soll jedoch über eine Option zur Verlängerung verfügen. Unzweifelhaft ist die Verpflichtung von Isak, dem offenbar auch ein Angebot von Real Madrid vorlag wie die schwedische Zeitung Aftonbladet berichtete, ein Coup für die sportliche Leitung des Vereins. Im modernen Profifußball wird dabei die Sichtung und Verpflichtung von Spieler auf immer mehr Schultern verteilt.
Bei dem einzigen börsennotierten deutschen Fußballverein agiert hier Sven Mislintat in zentraler Position. Der in der Branche hochgeschätzte Fachmann, der jüngst vom Chef-Scout zum Kaderplaner befördert wurde, arbeitet direkt mit Sportdirektor Michael Zorc zusammen. Zwischen ihm und Trainer Tuchel sollen dagegen schwerere atmosphärische Störungen bestehen. Der für sein Umfeld nicht leicht zu handhabende Tuchel soll Mislintat sogar ein Platzverbot für das Trainingsgelände erteilt haben. Diese Reibungen haben die sportlich Verantwortlichen aber offenbar nicht daran gehindert, einen Kader zusammenzustellen, der mit seinen offensiven Spielstil auch außerhalb Deutschlands für Begeisterung sorgt.
Um Talente wie Ousmane Dembele, Christian Pulisic, Emre Mor oder Julian Weigl wird Dortmund europaweit beneidet. Im Ausland gilt der BVB damit neben den eher arriviert wirkenden Bayern als der attraktivste Exportartikel der Bundesliga. Zu den Jungspunden kommen gestandene Spieler wie Marco Reus, Andre Schürrle, Lukasz Piszczek oder der unangefochtene Topscorer Pierre-Emerick Aubameyang. 2013 war er für 13 Millionen Euro von AS Saint-Etienne zu Dortmund gewechselt. Der Vertrag des Stürmers läuft - offenbar ohne Ausstiegsklausel - noch bis zum Jahr 2020.
In der vergangenen Saison erzielte Aubameyang in 31 Bundesligaspielen 25 Treffer. In allem Wettbewerben (also inklusive DFB- und Europapokal) kam er in 45 Spielen auf 37 Tore (Trefferquote 82 Prozent). In der laufenden Saison hat er seine Trefferquote auf 95 Prozent verbessert (20 Tore in 21 Pflichtspiele für den Verein). Im Juni feiert der im französischen Laval geborene Aubameyang seinen 28. Geburtstag und erreicht damit ein Alter, in dem sich ein Profifußballer gemeinhin auf dem Scheitelpunkt seiner Leistungsfähigkeit befindet.
Anfang Januar berichtet die italienische Sportzeitung Gazzetta dello Sport, dass der chinesische Verein Shanghai SIPG 150 Millionen Euro für den Kapitän der gabunischen Nationalelf geboten habe. Zum Vergleich: In der Saison 2015/16 erzielte die Borussia Dortmund GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien einen Rekordumsatz von 376 Millionen Euro. Auch wenn Dortmund eine solche Megaofferte nicht bestätigte, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis Aubameyang für eine wahrscheinliche dreistellige Millionenablöse zu einen Verein wie Real Madrid oder Manchester City wechselt. Immerhin verfügt Borussia Dortmund dann als Ausbildungsverein auf allerhöchstem Niveau über genügend Talente, die in eine ähnliche Rolle hineinwachsen könnten. Dazu käme noch der Millionensegen aus der Ablöse für den Starstürmer.
Noch vor Beginn hatte der Saison hatte sich BVB-Experte Georg Sures von der Redaktion des Frankfurter Tagesdienstes gefragt, ob der Verein und Tuchel den personellen Umbruch erfolgreich bewältigen können. Im vergangenen Herbst hatten wir unseren Lesern empfohlen, sich mit einem Kauflimit bei 5,25 Euro auf die Lauer zu legen, das dann am 25. November 2016 für eine halbe Position gegriffen hat. Jüngst hat der Aktienkurs den Wiederstand den kurzfristigen Widerstand bei 5,44 Euro überwunden. Damit rückt das 52-Wochenhoch bei 5,84 Euro wieder in Reichweite.
Fundamental stellt die wichtigste Versicherung gegen einen möglichen finanziellen Absturz die umsichtige kaufmännische Leitung von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dar. Der Unternehmer aus dem Sauerland hatte die hochverschuldeten BVB-AG nach dem Ende der Ära von Ex-Präsident Gerd Niebaum 2006 vor der Insolvenz bewahrt. Diese bittere Erfahrung dürfte bei der Geschäftsführung noch nicht vergessen sein. Angesichts der attraktiven Perspektive bleiben bei der BVB-Aktie weiter engagiert, wobei wir vorerst weiter auf ein Stop-Loss verzichten.
Georg Sures / Redaktion Frankfurter Tagesdienst
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