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Drei Gewinntage in Folge, rund 14 Prozent Plus in vier Handelstagen. Hört sich erstmal gut an und man merkt, dass bei Siemens Energy plötzlich wieder Leben im Chart ist. Doch ist das schon die endgültige Wende zum Guten, oder nur eine kurze Atempause im Abwärtstrend? Rückenwind kommt aus den USA, Gegenwind von den Zinsen und aus der Analystenwelt. Dazu sorgt ein Milliardendeal um eine frühere Tochter für Gesprächsstoff. Und am 11. November wartet der große Termin mit neuen Zielen. Wir zeigen, was hinter dem Anstieg wirklich steckt, was der Chart in Wahrheit sagt und worauf Anleger jetzt achten sollten. Eines ist sicher: Es bleibt hochspannend!
Positive Signale aus den USA
Die Aktie von Siemens Energy hat sich zurückgemeldet. Am Mittwoch stieg sie um über 3 Prozent auf 133 Euro, am Donnerstag ging es Richtung 137 Euro weiter. Seit dem Freitagstief bei unter 117 Euro sind das über 15 Prozent. Den Anstoß gab GE Vernova. Der US-Rivale sammelte im dritten Quartal Aufträge über 29,3 Milliarden US-Dollar ein und hob die Umsatzprognose zum dritten Mal in Folge an. Das beflügelt die ganze Branche. Bei Siemens Energy läuft es ähnlich gut. Das Gasgeschäft verbuchte zuletzt Rekordaufträge von knapp 10 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand wuchs auf 162 Milliarden Euro. Die Bank of America bleibt bei "Buy" und nennt den Kursrückgang übertrieben. Sie erwartet für 2030 eine Marge von 21 bis 23 Prozent. Auch Rückkäufe von 4 Milliarden Euro im Jahr hält sie für möglich. Das sind allerdings Schätzungen einer Bank, keine Zusagen des Konzerns. Das sollte man tunlichst unterscheiden!

Charttechnik
Der Chart zeigt ein anderes Bild als die Schlagzeilen. Der jüngste Anstieg wirkt wie ein kurzer Rebound in einer Abwärtsbewegung. Die Aktie notiert weiter unter dem 50er SMA bei rund 140 Euro und dem 200er SMA bei etwa 154 Euro. Das ist nicht bullisch, sondern weiterhin bearisch. Der übergeordnete Trend hat somit noch nicht gedreht. Die Zone zwischen 140 und 154 Euro ist die entscheidende Hürde. Schon vor ein paar Wochen scheiterte die Aktie dort. Klappt es wieder nicht, droht der Rücksetzer auf 130 Euro. Darunter wären 125 Euro das nächste Ziel, danach der Bereich von 110 bis 120 Euro. Dort liegen das Tief von 116,84 Euro und offene Kurslücken. Die Käufer müssen hier liefern. Erst ein Schlusskurs über 155 Euro würde das Bild deutlich aufhellen. Davon ist die Aktie aber noch ein ganzes Stück entfernt.
Was tun?
Die Zahlen sprechen für das Geschäft, denn für 2026 peilt der Konzern eine Marge am oberen Ende von 10 bis 12 Prozent an. Die Nachfrage im Gasgeschäft ist weiterhin hoch. Dagegen stehen Zinsen, KI-Zweifel und die Barclays-Warnung vor schwindender Preismacht. Dass die frühere Tochter Trench nun für 9 Milliarden US-Dollar weiterverkauft wird, hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Unterm Strich passt eine abwartende bis skeptische Haltung. Fundamental ist die Lage nicht schlecht, aber charttechnisch ist sie nach wie vor angeschlagen. Interessierte Investoren könnten auf einen Schlusskurs über 154/155 Euro oder auf deutlich tiefere Kurse warten. Der 11. November könnte mehr Klarheit mit den Jahreszahlen und neuen Zielen bringen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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