DJ MÄRKTE USA/Moderate Gewinne auf breiter Front - Dick's brechen ein
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Freundlicher Start an der Wall Street in den Dienstag: Rückenwind kommt vom Anleihemarkt. Dort setzt sich die Entspannung vom Vortag fort - die Renditen sinken nach dem vorangegangenen starken Anstieg also weiter. Im Zehnjahresbereich geht es um 4 Basispunkte auf 4,66 Prozent nach unten. Dazu trägt ein Bericht bei, wonach Finanzminister Scott Bessent die fast 1 Billion Dollar umfassenden staatlichen Liquiditätsreserven anzapfen könnte, um gerade erst angekündigte erweiterte Rückkäufe von Staatsanleihen zu finanzieren, mit dem Ziel, die Renditen zu drücken.
Zugleich fallen die Ölpreise deutlich. Das dämpft Sorgen vor einer steigenden Inflation und damit auch vor steigenden Leitzinsen und dürfte ebenfalls auf die Renditen drücken. Brent-Öl verbilligt sich um rund 3,0 Prozent auf 89,50 89 Dollar.
Möglicherweise spekuliert der Markt hier darauf, dass sich bei der weiter kaum passierbaren Straße von Hormus etwas tun wird, nachdem die USA einen globalen Sanktionsplan gegen den Iran gestartet haben, um diesen in die Knie zu zwingen. Bessent sprach am Vortag von einem "wirtschaftlichen Angriff auf Irans weltweite Finanzverbindungen", der Teherans "Ermöglicher" daran hindern solle, das Regime am Leben zu erhalten. Das Weiße Haus hat dazu außerdem einen Zeitplan veröffentlicht, nach dem Länder ihre Aktivitäten mit dem Iran herunterfahren sollen. Die Frage ist, ob sich beispielsweise China als großer Abnehmer iranischen Öls davon beeindrucken lässt und was das für die US-chinesischen Beziehungen bedeutet, falls nicht.
Der Dow-Jones-Index legt um 0,2 Prozent zu, der breite S&P-500 um 0,4 Prozent, Die technologielastigen und als zinsreagibler geltenden Nasdaq-Indizes steigen stärker um bis zu 0,9 Prozent
Konjunkturseitig dürften am Berichtstag größere Impulse ausbleiben. Während des frühen Handels wird der Index des Verbrauchervertrauens für August veröffentlicht, und Daten zu den Neubauverkäufen. Spannender dürfte es am Mittwoch werden, wenn die Inflationsdaten zu den persönlichen Konsumausgaben für Juli auf dem Programm stehen. Sie gelten als wichtiger Indikator für die US-Notenbank.
Ab Donnerstag dürften viele Blicke dann Richtung Jackson Hole gerichtet sein, wo das jährliche Symposium der Notenbanker stattfindet. Am Freitag steht dort die Rede des neuen US-Notenbankchefs Kevin Warsh auf der Agenda. Von ihr erhofft sich der Markt Aufschluss über den zukünftigen Zinspfad. Aktuell wird am Zinsterminmarkt bis zum Jahresende eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte eingepreist.
Die Nvidia-Aktie ist auf dem Weg, ihre längste Verlustserie seit 2022 zu beenden. Sie zieht um 2,0 Prozent an im Vorfeld des wie üblich mit Spannung erwarteten Quartalsberichts am Mittwoch nach dem Handelsende. Der Ausblick des Chipherstellers wird genau beobachtet werden, um zu sehen, ob die massiven Ausgaben für die Infrastruktur der künstlichen Intelligenz weiterhin gerechtfertigt sind.
Auch in der Breite sind anziehende Kurse bei Aktien mit KI-Fantasie zu beobachten. Sowohl Analysten von JP Morgan wie der UBS haben sich zuversichtlich über die Nachhaltigkeit von KI-Investitionen geäußert. AMD, Intel oder Marvell gewinnen zwischen 2,7 und 7,0 Prozent.
Ein Kursdebakel erleben Dick's Sporting Goods. Nach einer Senkung der Gewinnprognose knickt der Kurs um 22 Prozent ein. Nike verlieren 3,5 Prozent, Under Armour liegen 2,5 Prozent im Minus.
Knapp behauptet tendieren die zuletzt gesuchten Aktien von Unternehmen mit Handelsplattformen für Kryptowährungen wie Strategy, Coinbase und American Bitcoin.
Der Bitcoin steigt leicht auf 79.170 Dollar, wurde zuvor aber auch schon erstmals seit drei Monaten wieder über 80.000 Dollar gesehen. Hintergrund für den jüngsten Anstieg ist die Initiative von US-Präsident Donald Trump zum Beschluss eines Kryptogesetzes, das Regeln und Zuständigkeiten für den Umgang mit Kryptowährungen schaffen und damit die bisherige Rechtsunsicherheit verringern soll. Als Treiber neben der kryptofreundlichen Trump-Politik sehen Marktakteure aber auch die zuletzt gewachsenen Sorgen um die fiskalische Gesundheit der USA. Diese wurden zusätzlich angefacht durch Pläne des Finanzministeriums, das Tempo der Anleiherückkäufe zu verdoppeln, um den Anstieg der Renditen einzudämmen.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 53.494,67 +0,2 +77,51 53.417,16 S&P-500 7.684,23 +0,4 +31,37 7.652,86 NASDAQ Comp 26.168,58 +0,7 +188,39 25.980,19 NASDAQ 100 29.275,96 +0,9 +252,78 29.023,18 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,21 -0,03 4,25 4,20 5 Jahre 4,37 -0,04 4,42 4,35 10 Jahre 4,66 -0,04 4,72 4,65 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:48 EUR/USD 1,1669 +0,1 0,0007 1,1662 1,1667 EUR/JPY 185,83 +0,2 0,2900 185,54 185,6900 EUR/CHF 0,9363 +0,1 0,0006 0,9357 0,9359 EUR/GBP 0,8553 -0,0 -0,0001 0,8554 0,8556 USD/JPY 159,22 +0,1 0,1400 159,08 159,1400 GBP/USD 1,3641 +0,1 0,0011 1,363 1,3632 USD/CNY 6,7195 -0,0 -0,0024 6,7219 6,7219 USD/CNH 6,7177 -0,0 -0,0027 6,7204 6,7219 AUS/USD 0,7155 +0,1 0,0006 0,7149 0,7151 Bitcoin/USD 79.169,69 +0,3 247,00 78.922,69 79.343,66 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 82,35 -3,1 -2,66 85,01 Brent/ICE 89,55 -2,8 -2,62 92,17 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.618,33 -0,7 -32,94 4.651,27 Silber 67,73 -1,7 -1,21 68,94 Platin 1.837,97 -2,0 -38,03 1.876,00 (Angaben ohne Gewähr)
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August 25, 2026 09:49 ET (13:49 GMT)
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