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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

TAGESTHEMA

Der Inflationsdruck im Euroraum dürfte im August zugenommen haben - allerdings vielleicht nicht ganz so deutlich wie noch am Freitag erwartet. Volkswirte erwarten, dass die Verbraucherpreise im August gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent gestiegen sind und um 3,3 (Juli: 2,9) Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Diese Prognosen entstanden zumindest teilweise unter dem Eindruck der französischen und spanischen Teuerungsdaten. So stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) in Frankreich im August mit einer Jahresrate von 2,7 (2,4) Prozent und der spanische um 4,4 (3,9) Prozent. Dann kamen am Montag die deutschen Daten, hier stieg die HVPI-Teuerung nur auf 2,9 (2,8) Prozent. Erwartet worden waren aber 3,2 Prozent. Die französischen und deutschen Zahlen zeigen, dass der Inflationsdruck fast ausschließlich von den Treibstoffpreisen ausging, während die Inflation im Dienstleistungssektor etwas abnahm. Das dürfte der EZB gefallen. In Deutschland ging außerdem die Teuerung bei Nahrungsmitteln auf nur noch 0,1 (0,4) Prozent zurück.

AUSBLICK UNTERNEHMEN

10:00 DE/Gerresheimer AG, HV

10:30 CN/Nio Inc, Ergebnis 2Q

14:00 DE/Continental AG, Capital Market Update zu neuer, regionaler Reporting-Struktur ab Q3 2026

22:05 US/Dell Technologies Inc, Ergebnis 2Q

DIVIDENDENABSCHLAG

(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)

VIB Vermögen: 0,04 EUR 
 

AUSBLICK KONJUNKTUR

- DE 
  08:00 Einzelhandelsumsatz Juli 
     saisonbereinigt real 
     PROGNOSE: +0,5% gg Vm 
     zuvor:   -0,1% gg Vm 
 
  09:55 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe 
     (2. Veröffentlichung) August 
     PROGNOSE:   k.A. 
     1. Veröff.:  54,1 
     zuvor:    52,2 
 
- IT 
  09:45 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe August 
     PROGNOSE: 51,5 
     zuvor:   51,3 
 
  11:00 Verbraucherpreise (vorläufig) August 
     PROGNOSE: k.A. 
     zuvor:   +2,9% gg Vj 
 
- FR 
  09:50 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe 
     (2. Veröffentlichung) August 
     PROGNOSE:   k.A. 
     1. Veröff.:  51,5 
     zuvor:    49,8 
 
- EU 
  10:00 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe Eurozone 
     (2. Veröffentlichung) August 
     PROGNOSE:   k.A. 
     1. Veröff.:  52,8 
     zuvor:    51,9 
 
  11:00 Arbeitsmarktdaten Juli 
     Eurozone Arbeitslosenquote 
     PROGNOSE: 6,3% 
     zuvor:   6,3% 
 
  11:00 Verbraucherpreise Eurozone (Vorabschätzung) August 
     Eurozone 
     PROGNOSE:  +0,3% gg Vm/+3,3% gg Vj 
     zuvor:   +0,2% gg Vm/+2,9% gg Vj 
     Kernrate (ohne Energie, Nahrung, Alkohol, Tabak) 
     PROGNOSE:  +0,3% gg Vm/+2,5% gg Vj 
     zuvor:    0,0% gg Vm/+2,5% gg Vj 
 
- GB 
  10:30 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe (2. Veröffentlichung) 
     August 
     PROGNOSE:  51,5 
     1. Veröff.: 51,5 
     zuvor:    51,9 
 
- US 
  15:45 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe (2. Veröffentlichung) 
     August 
     PROGNOSE:  53,5 
     1. Veröff.: 53,2 
     zuvor:    53,8 
 
  16:00 Bauausgaben Juli 
     PROGNOSE:  0,0% gg Vm 
     zuvor:   -0,1% gg Vm 
 
  16:00 ISM-Index verarbeitendes Gewerbe August 
     PROGNOSE:  55,3 Punkte 
     zuvor:   55,6 Punkte 
 

ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES

Aktuell: 
              zuletzt +/- % 
DAX Futures        26.230,00  -0,4 
E-Mini-Future S&P-500   7.692,50  -0,1 
E-Mini-Future Nasdaq-100 29.471,50  -0,1 
Topix (Tokio)       4.184,27  +0,7 
Hang-Seng (Hongk.)    25.329,71  -0,9 
Shanghai-Comp.       3.986,62  +0,0 
 
Montag: 
INDEX        Schluss +/- % 
DAX        26.258,11  -1,2 
DAX-Future    26.235,00  -1,5 
MDAX       32.724,55  -0,9 
TecDAX       4.082,68  -0,9 
SDAX       18.935,41  -0,3 
Euro-Stoxx-50   6.420,16  -1,0 
Stoxx-50      5.429,29  -0,9 
XDAX       26.198,08  +0,0 
Dow-Jones     53.185,90  -0,7 
S&P-500      7.686,14  -0,3 
Nasdaq Composite 26.370,89  -0,1 
 

FINANZMÄRKTE

EUROPA

Ausblick: Mit leicht fallenden Kursen rechnen Händler zum Start in den Dienstag. Die Vorlagen sind durchwachsen. Asiens Börsen zeigen sich uneinheitlich. Sorgen macht der Ölpreisanstieg. Erneute Gewaltdrohungen der USA gegen den Iran treiben den Brent-Ölpreis noch etwas weiter nach oben auf nun gut 91 Dollar. Der klar stärker als erwartete Anstieg der Inflation vor allem in Frankreich und Spanien wurde bereits vor allem darauf zurückgeführt, in Deutschland lag die Inflationsrate mit 2,9 Prozent laut den Daten vom Montag ebenfalls höher als erwartet, aber nur minimal. Mit Argusaugen wird nun auf die EU-Inflation geblickt, die am Vormittag mitgeteilt wird. Ökonomen rechnen mit 3,3 Prozent, nach 2,9 Prozent im Juli. Auf dem Tageskalender stehen derweil Revisionen der Einkaufsmanagerindizes rund um den Globus. In China ist der von Ratingdog ermittelte Index der Industrie im August etwas gestiegen. Er liegt zudem - anders als der staatliche Index - zugleich im Expansion anzeigenden Bereich.

Rückblick: Schwächer - Belastend wirkten wieder steigende Ölpreise nach einem militärischen Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran, vor allem aber die falkenhaft aufgenommene Rede von Fed-Chairman Kevin Warsh am Freitag. Die Renditen an den Anleihemärkten stiegen darauf, die deutsche Zehnjahresrendite um knapp 3 Basispunkte auf 3,22 Prozent. Energiewerte folgten dem Ölpreis nach oben. Eni gewannen 2,3 Prozent oder Totalenergies 1,2 Prozent. Wegen des Feiertages in Großbritannien fehlten allerdings viele Marktteilnehmer aus London. Die Stimmung für Rüstungsaktien blieb angeschlagen. Im Sommerinterview mit der ARD hatte Bundeskanzler Friedrich Merz höhere Rüstungsausgaben zwar verteidigt, zugleich aber eine höhere Kosteneffizienz gefordert. In den vergangenen Monaten hatten sich am Markt bereits angesichts der Entwicklungen im Ukrainekrieg Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Investitionen in traditionelle Waffensysteme wie etwa Panzer breitgemacht. Rheinmetall verloren 3,8 Prozent, Hensoldt 1,7 Prozent oder Leonardo 2,2 Prozent.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Schwächer - Tagesverlierer im DAX waren Siemens Energy. Die inzwischen mit knapp 6 Prozent im DAX gewichtete Aktie büßte 5 Prozent ein. Verwiesen wurde auf Elon Musk, demzufolge SpaceX wegen der extrem langen Wartezeiten bei Gasturbinen selbst Turbinenblätter herstellen will. Nordex gaben um 2 Prozent nach. Chemieaktien legten dagegen weiter zu, nachdem der Ifo-Geschäftsklimaindex für die Branche jüngst positive Signale gesendet hatte. BASF stiegen um 0,9 und Brenntag um 1,8 Prozent. Im MDAX kamen Lanxess um 3,2 Prozent voran und Wacker Chemie um 0,8 Prozent. Aroundtown rutschten um 3,1 Prozent ab, nachdem Goldman Sachs das Kursziel deutlich gesenkt hatte. Aber auch andere Immobilienaktien gaben mit der Aussicht auf höhere Zinsen nach; Vonovia um 3, TAG Immobilien um 3,6 und LEG Immobilien um 2 Prozent.

USA - AKTIEN

Etwas leichter - Die gestiegene Erwartung einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank dämpfte die Kauflaune bei Aktien. Auslöser war der als falkenhaft aufgenomme Auftritt von US-Notenbank-Chairman Kevin Warsh beim Notenbankertreffen in Jackson Hole. Verstärkt wurde dies durch kräftig gestiegene Ölpreise, die die Inflation anheizen dürften. Aktien der Energiebranche folgten den Ölpreisen nach oben. Die Aktie des Versorgers PG&E sackte um 20,1 Prozent ab. Sie wurden belastet von einem neuen kalifornischen Gesetz zur Reduzierung der Risiken von Wald- und Buschbränden, das Versicherungen weiterhin die Möglichkeit offenhält, Versorger wegen Schadensforderungen zu verklagen. Veraltete Stromleitungen von PG&E hatten in der Vergangenheit verheerende Waldbrände in Kalifornien verursacht. Mit einem Post auf X schickte Elon Musk GE Vernova um 1,5 Prozent nach unten. Demnach will SpaceX Turbinenblätter zukünftig selbst herstellen als Reaktion auf extrem lange Wartezeiten bei Gasturbinen, die zur Stromerzeugung für Rechenzentren benötigt werden. SpaceX gewannen 1,5 Prozent. Nvidia stiegen um 1,4 Prozent, nachdem der KI-Chiphersteller mitgeteilt hatte, 3,5 Milliarden Dollar in den Chipdesigner MediaTek zu investieren. Amazon fielen um 2,5 Prozent mit Berichten, die Wettbewerbsbehörde plane eine Klage wegen des Vorwurfs der Irreführung von Werbekunden. Dadurch sollen über sieben Jahre zig Milliarden Dollar an trügerischen Gebühren eingenommen worden sein. Aon sackten um 9,5 Prozent ab mit angeblichen Plänen, für 17 Milliarden Dollar USI-Insurance übernehmen zu wollen.

USA - ANLEIHEN

Rendite  +/- Tageshoch Tagestief 
2 Jahre    4,34 -0,01    4,36    4,32 
5 Jahre    4,50 +0,02    4,51    4,46 
10 Jahre   4,75 +0,03    4,77    4,71 
 

Am Anleihemarkt legten die Renditen zu, anders als am Freitag diesmal eher am langen Ende. Hintergrund waren die falkenhafte Rede von Fed-Chef Warsh, die Zinserhöhungsspekulationen befeuerte, aber auch die steigenden Ölpreise. Die Zehnjahresrendite stieg um 3 Basispunkte auf 4,75 Prozent.

DEVISENMARKT

zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag    Mo, 17:55 
EUR/USD     1,1606  -0,1  -0,0010     1,1616     1,1617 
EUR/JPY     185,57  NULL  0,0000    185,5700    185,5800 
EUR/CHF     0,9394  +0,1  0,0006     0,9388     0,9389 
EUR/GBP     0,8567  -0,1  -0,0006     0,8573     0,8572 
USD/JPY     159,87  +0,1  0,1400    159,7300    159,7200 
GBP/USD     1,3541  -0,0  -0,0006     1,3547     1,3551 
USD/CNY     6,7199  0,0  0,0002     6,7197     6,7197 
USD/CNH      6,72  +0,0  0,0022     6,7178     6,7189 
AUS/USD     0,7165  -0,0  -0,0001     0,7166     0,7166 
Bitcoin/USD 78.790,35  -0,1  -74,55    78.864,90    78.570,66 
 

Der Dollar gab nach seinem kräftighen Anstieg am Freitag im Sog steigender US-Marktzinsen wieder etwas nach. Laut Händlern drückte auch die Sorge um die hohe Staatsverschuldung der USA. Der Euro erholte sich im US-Handel auf zuletzt 1,1612 Dollar.

ROHSTOFFE

METALLE

zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold   4.426,53  -0,5  -21,76    4.448,29 
Silber    66,28  -0,4   -0,24      66,52 
Platin  1.796,78  +0,3   5,86    1.790,92 
 

Die höheren Marktzinsen drückten nur noch leicht auf den Goldpreis, der am Freitag bereits stark gefallen war. Die Feinunze verbilligte sich um 4 Dollar auf 4.448 je Unze.

ÖL

zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex   86,92  +1,4   1,16      85,76 
Brent/ICE   91,43  +1,0   0,94      90,49 
 

Die Ölpreise zogen in Reaktion auf neue wechselseitigen Angriffe der USA und des Iran kräftig an. Der Preis für ein Barrel Brentöl stieg um 3,0 Prozent auf 90,75 Dollar.

MELDUNGEN SEIT MONTAG 17.30 UHR

CHINA - Konjunktur

Die Aktivität des verarbeitenden Gewerbes in China hat im August schneller zugenommen und ihre Wachstumsphase auf neun Monate verlängert - die längste Expansionsperiode seit fünf Jahren. Der von Ratingdog ermittelte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg im August auf 51,5 von 50,9 im Juli. Der Wert übertraf den offiziellen Indikator, der von 49,2 auf 49,8 zulegte.

USA - Strategische Ölvorräte

Die strategische Erdölreserve der USA ist in der vergangenen Woche um weitere 3,1 Millionen Barrel reduziert worden. Damit ist der staatliche Rohölbestand auf den niedrigsten Stand seit Herbst 1982 gesunken.

USA - Zinspolitik

US-Präsident Trump hat seine Ansicht bekräftigt, dass die Zinssätze zu hoch seien. Er hielt sich jedoch damit zurück, den Vorsitzenden der US-Notenbank, Kevin Warsh, öffentlich aufzufordern, sie nicht anzuheben.

DHL

Die Tochter DHL Global Forwarding hat das Logistikunternehmen Aero Cargas in Uruguay übernommen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

ZF FRIEDRICHSHAFEN

Moody's hat den Ausblick auf "stabil" von "negativ" erhöht. Das Rating wurde mit "Ba2" bestätigt.

ANTHROPIC / NVIDIA

Anthropic hat einen Cloud-Computing-Deal im Wert von 35 Milliarden Dollar mit dem von Nvidia unterstützten Cloud-Anbieter Lambda abgeschlossen, wobei Nvidia selbst den Mietvertrag für das Rechenzentrum hält, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten.

NOVARTIS

hat Ende August acht klinische Studien mit einer experimentellen Therapie gegen Autoimmun- und neurologische Erkrankungen pausiert, nachdem drei der Patienten gestorben waren.

HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 01, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)

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KI braucht Strom
Halbleiter, Speicherchips und Rechenzentren haben Anlegern im KI-Boom bereits enorme Gewinne beschert. Doch jetzt zeichnet sich mit der benötigten Energie der nächste große Flaschenhals ab. Neue KI-Rechenzentren benötigen nicht mehr einige Megawatt, sondern zum Teil mehrere Gigawatt Leistung – so viel wie mehrere moderne Kernkraftwerksblöcke.

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