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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

TAGESTHEMA

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte beschließen, den Satz für Bankeinlagen um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent anzuheben. ESTR-Forwards preisen einen solchen Schritt vollständig ein - und dafür gibt es gute Gründe: Die Inflation hat sich zuletzt weiter vom EZB-Zielwert von 2 Prozent entfernt, der Iran-Krieg mit weitgehender Sperrung der Straße von Hormus setzt sich fort, und das Wachstum ist unerwartet stark. Auch lässt die Kommunikation der EZB keinen Zweifel, dass sie den Leitzins auf ein Niveau anheben wird, das zuletzt im März 2025 herrschte. Analysten und Marktteilnehmer werden das geldpolitische Statement (Veröffentlichung um 14.15 Uhr) und die Aussagen von Präsidentin Christine Lagarde (Pressekonferenz um 14.45 Uhr) genau nach indirekten Hinweisen auf den weiteren Zinskurs absuchen. Mögliche Ansatzpunkte wären Aussagen zur Angemessenheit der Marktbepreisung weiterer Zinsschritte, die Stabsprojektionen zu Wachstum und Inflation sowie Einschätzungen zu Entwicklung der Energiepreise.

AUSBLICK UNTERNEHMEN

08:00 GB/Associated British Foods plc (AB Foods), Zwischenbericht 4Q

22:05 US/Oracle Corp, Ergebnis 1Q

22:05 US/Adobe Inc, Ergebnis 3Q

DIVIDENDENABSCHLAG

(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)

Unternehmen      Dividende 
Bastei Lübbe      0,25 EUR 
 

AUSBLICK KONJUNKTUR

- DE 
  08:00 Verbraucherpreise (endgültig) August 
     PROGNOSE:   +0,2% gg Vm/+2,9% gg Vj 
     vorläufig:  +0,2% gg Vm/+2,9% gg Vj 
     zuvor:    +0,8% gg Vm/+2,8% gg Vj 
     HVPI 
     PROGNOSE:   +0,2% gg Vm/+2,9% gg Vj 
     vorläufig:  +0,2% gg Vm/+2,9% gg Vj 
     zuvor:    +0,9% gg Vm/+2,8% gg Vj 
- EU 
  14:15 EZB, Ergebnis der Ratssitzung und Veröffentlichung von 
     Stabsprojektionen 
     Einlagensatz 
     PROGNOSE:   2,50% 
     zuvor:    2,25% 
- US 
  14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) 
     PROGNOSE: 205.000 
     zuvor:  206.000 
 
  14:30 Erzeugerpreise August 
     PROGNOSE:  +0,4% gg Vm 
     zuvor:    0,0% gg Vm 
     Kernrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) 
     PROGNOSE:  +0,3% gg Vm 
     zuvor:    +0,2% gg Vm 
 
  16:00 NAR, Verkauf bestehender Häuser August 
     PROGNOSE:  -2,2% gg Vm 
     zuvor:    -1,7% gg Vm 
 
  18:00 Rohöllagerbestandsdaten (Woche) der staatlichen Energy Information 
     Administration (EIA) Vorwoche 
 

ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES

Aktuell: 
Index            zuletzt +/- % 
DAX Futures        25.611,00  +0,2 
E-Mini-Future S&P-500   7.660,25  +0,2 
E-Mini-Future Nasdaq-100 29.464,00  +0,1 
Topix (Tokio)       4.042,18  -0,1 
Hang-Seng (Hongk.)    24.938,70  -1,3 
Shanghai-Comp.       3.938,08  -0,3 
 
Mittwoch: 
INDEX        Schluss +/- % 
DAX        25.576,45  -1,7 
DAX-Future    25.576,00  -1,7 
MDAX       32.078,48  -1,4 
TecDAX       3.994,71  -1,0 
SDAX       18.560,24  -1,2 
Euro-Stoxx-50   6.311,56  -1,6 
Stoxx-50      5.337,57  -1,5 
XDAX       25.535,95  -0,2 
Dow-Jones     52.380,66  -0,8 
S&P-500      7.636,36  -0,5 
Nasdaq Composite 26.253,34  -0,3 
 

FINANZMÄRKTE

EUROPA

Ausblick: Nach dem Abverkauf am Vortag dürften Europas Börsen leicht erholt in den Handel am Donnerstag starten. Das Umfeld bleibt weiter angespannt. Der Preis für Öl der Sorte Brent liegt am Morgen kaum verändert bei 101 Dollar das Fass, während die Rendite der 10-jährigen Treasurys in der Nähe Jahreshochs bei 4,84 Prozent verharrt. Haupttreiber bleibt die verfahrene Situation im Nahen Osten mit gegenseitigen Militärschlägen durch die USA und den Iran. Eine Deeskalation ist nicht in Sicht. Die Blicke richten sich nun auf die Entscheidung der EZB am Nachmittag. Angesichts der hohen Inflation gilt eine Anhebung um 25 Basispunkte als ausgemacht. Die Anleger hoffen daher vor allem auf Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs. Mögliche Ansatzpunkte wären Aussagen zur Angemessenheit der Marktbepreisung weiterer Zinsschritte, die Stabsprojektionen zu Wachstum und Inflation sowie Einschätzungen zur Entwicklung der Energiepreise. Noch wichtiger für die Finanzmärkte wird aber wohl die Zinsentscheidung der US-Notenbank in der kommenden Woche sein, da sie von sehr viel größerer Unsicherheit geprägt ist. Als entscheidend werten Marktteilnehmer daher die US-Inflationsdaten am Donnerstag und Freitag. Bei den am Nachmittag anstehenden Erzeugerpreisen wird ein Anstieg im August von 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat erwartet. Die für die Märkte relevanteren Verbraucherpreise werden am Freitag veröffentlicht.

Rückblick: Händler sprachen von einem "Gift-Cocktail" aus Ölpreis- und Renditeanstieg. Wegen weiterer US-Angriffe auf iranische Tanker sprang der Brent-Ölpreis über die psychologisch wichtige 100-Dollar-Marke und weckte damit Ängste vor weltweitem Inflationsdruck. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen stiegen über 3,41 Prozent. Unter kräftigem Abgabedruck standen vor allem Banken-, Konjunktur- und Konsumwerte, die als Hauptverlierer der Energiepreisexplosion gesehen wurden. Profiteure waren wie üblich in diesem Umfeld Energie-Aktien und auch Versorgertitel mit Aufschlägen von bis zu 0,2 Prozent. Inditex verloren nach Zahlenausweis 3,6 Prozent. Die EBIT-Marge enttäuschte. H&M gaben 1,2 Prozent nach. Selbst für Luxusaktien ging es angesichts des Ölpreissprungs tiefer, die Budgets der Konsumenten werden dadurch immer schmaler. Dazu kam die Abschwächung des frei verfügbaren Einkommens in China hinzu. Richemont fielen um 4,7 Prozent, Kering um 5,0 Prozent. Alle Branchenwerte schlossen tief im Minus. Docmorris sprangen um 6,6 Prozent nach oben, da eine neue Wandelanleihe ein etwas geringeres Volumen als die alte hatte. Dies erzeugte kräftigen Eindeckungsbedarf.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Sehr schwach - Die Inflationssorgen machten auch vor Autowerten nicht Halt: Volkswagen verloren 1,8 Prozent. Im Versorgungssektor profitierten RWE mit plus 1,7 Prozent von den höheren Ölpreisen. Technologiewerte litten unter dem Zinsanstieg. Für Infineon ging es um 2,6 Prozent nach unten. Die zuletzt oft volatilen SAP stemmten sich aber gegen den Trend und kletterten um 0,6 Prozent. Deutsche Börse verloren 2,3 Prozent nach der Ankündigung von Wandelschuldverschreibungen im Umfang von 600 Millionen Euro. Bei Auto1 ging es um 6,5 Prozent tiefer nach dem überraschenden Rücktritt von Finanzvorstand Christian Wallentin. Die Verluste führten Händler eher auf den generellen Verkaufsdruck bei Konsumaktien zurück. Nach einer Verkaufsempfehlung fielen Beiersdorf um 2,3 Prozent. Nach den Aufschlägen vom Vortag gaben Rheinmetall um 3,8 Prozent nach.

XETRA-NACHBÖRSE

Wenig Bewegung gab es im nachbörslichen Handel am Mittwoch. Es gab keine wichtigen Unternehmensnachrichten.

USA - AKTIEN

Schwächer - Die Wall Street schloss mit Abgaben, hielt sich aber deutlich besser als die Börsen in Europa. Dies wurde vor dem Hintergrund des negativen Börsenumfelds mit Ölpreisrally und Zolleskalation als beachtlich charakterisiert. Die Ölpreise marschierten weiter nach oben - die Sorte Brent hatte die Marke von 100 Dollar pro Fass erstmals seit Juli übersprungen. Ein weiterer Hemmschuh für die Börse war der eskalierende Zollstreit zwischen den USA und Kanada. US-Präsident Donald Trump hatte Dekrete unterzeichnet, um den Import diverser Produkte aus Kanada in drei Wochen unterbindet. Damit reagierte er auf kanadische Gegenzölle auf US-Importe. Apple verloren 0,3 Prozent - wohl belastet von höheren Marktzinsen. Der Technologiegigant stellte auf seiner jährlichen Produktveranstaltung das iPhone Duo vor, eine faltbare Version des Smartphones. Die Aktie von Meta Platforms stieg um 6,6 Prozent, nachdem das Unternehmen Muse auf den Markt gebracht hatte, einen persönlichen KI-Agenten, der für die Automatisierung von Routineaufgaben wie die Buchung von Terminen, das Ausfüllen von Formularen und die Überwachung von Überwachungskameras zu Hause entwickelt wurde. Casey's General Stores brachen um 14,2 Prozent ein. Der Einzelhändler meldete im ersten Quartal ein verlangsamtes Wachstum der flächenbereinigten Umsätze. Chime Financial (+6,9%) hat den Ausblick angehoben. Zudem schluckt das Finanzunternehmen Stride Bank für 590 Millionen Dollar. Servicetitan prognostizierte einen Umsatz unter Markterwartungen, die Titel des Softwarehauses knickten um 30 Prozent ein.

USA - ANLEIHEN

US-Treasuries    Rendite  +/- 
2 Jahre         4,43  +0,03 
10 Jahre        4,84  +0,03 
 

Die Ölpreisrally befeuerte Inflationssorgen und trieb die Renditen in die Höhe. Auch die Intervention des US-Finanzministeriums schien die Renditen nicht bremsen so können. Das Ministerium gab bekannt, dass es bei seiner Rückkaufaktion am Donnerstag maximal 6 Milliarden US-Dollar an längerfristigen Anleihen erwerben werde. Finanzminister Scott Bessent hatte jüngst Bemühungen angekündigt, die Anleiherenditen niedrig zu halten. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe gewann 3 Basispunkte auf 4,84 Prozent und ist nun in acht der letzten zehn Handelssitzungen gestiegen.

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

September 10, 2026 01:31 ET (05:31 GMT)

DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-

DEVISENMARKT

DEVISEN    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:42 Uhr 
EUR/USD     1,1638  +0,1  0,0006     1,1632     1,1631 
EUR/JPY     178,59  -0,0  -0,0200    178,6100    178,4300 
EUR/CHF     0,9413  -0,1  -0,0009     0,9422     0,9418 
EUR/GBP     0,8585  0,0  0,0000     0,8585     0,8583 
USD/JPY     153,45  -0,1  -0,0900    153,5400    153,4100 
GBP/USD     1,3551  +0,1  0,0009     1,3542     1,3549 
USD/CNY     6,7076  0,0  -0,0001     6,7077     6,7077 
USD/CNH     6,7066  0,0  0,0002     6,7064     6,7053 
AUS/USD     0,7218  +0,0  0,0001     0,7217     0,7217 
Bitcoin/USD 78.375,30  +0,1   51,76    78.323,54   78.630,11 
 

Mit den gestiegenen Marktzinsen machte der Dollar-Index seine Verluste wett und zeigte sich zuletzt unverändert. Die USA hätten bisher davon profitiert, dass sowohl der Dollar als auch ihre Staatsanleihen ungeachtet fiskalischer Bedenken als sichere Häfen gelten. Dies könnte sich nun aber ändern, warnte Analystin Ingvild Borgen von DNB Asset Management.

ROHSTOFFE

METALLE

Metalle    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold     4.418,61  +0,4   18,12    4.400,49 
Silber      67,67  +0,6   0,40      67,27 
Platin    1.888,15  -0,4   -7,69    1.895,84 
 

Der Goldpreis kletterte um 0,5 Prozent auf 4.416 Dollar pro Feinunze trotz gestiegener Marktzinsen. "Handelshemmnisse und geopolitische Verwerfungen können das Edelmetall stützen, da Anleger nach defensiven Vermögenswerten suchen (...)", erläuterte Analyst Naeem Aslam von Zaye Capital Markets.

ÖL

ROHÖL     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex    96,05  0,0   0,00      96,05 
Brent/ICE    100,88  -0,3   -0,33     101,21 
 

Der Preis für Brent-Öl erhöhte sich um 3,4 Prozent auf 101,21 Dollar pro Fass. Die USA und der Iran überzogen sich weiter gegenseitig mit Militärschlägen. Die USA sollen fünf iranische Tanker in der Straße von Hormus zerstört haben. Die Eskalation sei besorgniserregend, da die Lagerbestände niedrig seien und weiter sänken und es nicht so aussehe, als ob die USA in dem Konflikt Fortschritte machten, meinte John Deal, Managing Director of Capital Markets bei der Post Oak Group.

MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR

IRAN-KRIEG

Top-Berater des Weißen Hauses haben US-Präsident Trump nach Aussage von US-Vertretern unter vier Augen auf die Möglichkeit hingewiesen, dass sich der Iran-Krieg bis zum Ende seiner Amtszeit hinziehen könnte. Diese Botschaft steht im Widerspruch zu Trumps öffentlichen Zusicherungen eines schnellen Ende des Krieges. Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und andere haben demnach hinter verschlossenen Türen mit Trump besprochen, dass Teheran dem US-Druck unter der Blockade und anderen militärischen Taktiken weiterhin widerstehen könnte, was den Konflikt möglicherweise über den Tag der Amtseinführung im Januar 2029 hinaus verlängern könnte.

BAYER

Bayers Wirkstoff Sevabertinib hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Zulassung zur Behandlung einer bestimmten Form von Lungenkrebs erhalten.

DOCMORRIS

hat die Privatplatzierung ihrer vorrangigen, unbesicherten Wandelanleihe über rund 100 Millionen Franken mit Fälligkeit im Jahr 2031 erfolgreich abgeschlossen. Die überzeichnete Emission weist einen Kupon von 1,5 Prozent sowie eine Wandlungsprämie von 32,5 Prozent auf und dient nach Angaben des Unternehmens der Bilanzoptimierung, indem die Erlöse für den Rückkauf von Wandelanleihen mit Fälligkeit 2028 genutzt werden sollen. Durch die Transaktion könne man die Finanzierungskosten senken, Laufzeiten verlängern und die potenzielle Aktienverwässerung von 7,6 auf 7,0 Millionen Aktien reduzieren, erklärte Docmorris. Das Angebot der neuen Anleihen sei bei institutionellen Investoren auf große Nachfrage gestoßen und "deutlich" überzeichnet gewesen.

HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/flf/ros

(END) Dow Jones Newswires

September 10, 2026 01:31 ET (05:31 GMT)

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KI braucht Strom
Halbleiter, Speicherchips und Rechenzentren haben Anlegern im KI-Boom bereits enorme Gewinne beschert. Doch jetzt zeichnet sich mit der benötigten Energie der nächste große Flaschenhals ab. Neue KI-Rechenzentren benötigen nicht mehr einige Megawatt, sondern zum Teil mehrere Gigawatt Leistung – so viel wie mehrere moderne Kernkraftwerksblöcke.

Damit beginnt ein weltweites Wettrennen um verfügbare Stromkapazitäten. Hyperscaler sichern sich bereits über langfristige Verträge gewaltige Energiemengen, während Stromnetze und Erzeugungskapazitäten mit dem Ausbau kaum Schritt halten können. Zusätzlich verschärfen geopolitische Risiken rund um den Iran-Krieg und die Straße von Hormus die Situation.

Für Energieversorger und ihre Zulieferer könnte damit ein goldenes Zeitalter beginnen. Steigende Nachfrage, langfristige Abnahmeverträge und wachsende Strompreise schaffen ein Umfeld, in dem ausgewählte Unternehmen zum nächsten großen KI-Trade werden könnten.

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