DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
Investoren sind sich beinahe sicher, dass die US-Notenbank am Mittwoch zum ersten Mal seit drei Jahren die Leitzinsen erhöhen wird. Die schwierigere Frage ist jedoch, was danach kommt. Da kaum jemand in der Notenbank glaubt, dass eine Anhebung um 25 Basispunkte allein viel dazu beitragen wird, die Inflation zu senken, würde eine Entscheidung für eine Zinserhöhung die Einschätzung widerspiegeln, dass die Zinssätze bisher falsch angesetzt waren. Wenn das der Fall ist, wird eine einzige Anhebung das Problem nicht beheben. Die Fed handelt selten, bevor die Amtsträger davon überzeugt sind, dass ein einziger Schritt nicht ausreichten wird. "Wenn wir am Mittwoch eine Zinserhöhung bekommen, werden sicherlich weitere folgen", erwartet Richard Clarida, ein ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der Fed, der jetzt bei Pimco tätig ist.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
09:00 NL/MFE Mediaforeurope NV, Ergebnis 1H
AUSBLICK KONJUNKTUR
- GB
08:00 Verbraucherpreise August
PROGNOSE: +0,5% gg Vm/+3,1% gg Vj
zuvor: +0,3% gg Vm/+2,9% gg Vj
Kern
PROGNOSE: +0,3% gg Vm/+2,6% gg Vj
zuvor: +0,2% gg Vm/+2,6% gg Vj
08:00 Erzeugerpreise August
Output-Basis
PROGNOSE: k.A.
zuvor: +0,6% gg Vm/+2,8% gg Vj
- EU
11:00 Industrieproduktion Juli
Eurozone
PROGNOSE: -0,4% gg Vm/-0,3% gg Vj
zuvor: 0,0% gg Vm/+0,1% gg Vj
- US
14:30 Einzelhandelsumsatz August
PROGNOSE: +0,8% gg Vm
zuvor: -0,6% gg Vm
Einzelhandelsumsatz ex Kfz
PROGNOSE: +0,5% gg Vm
zuvor: -0,3% gg Vm
14:30 Import- und Exportpreise August
Importpreise
PROGNOSE: +0,4% gg Vm
zuvor: -0,4% gg Vm
20:00 Fed, Ergebnis der FOMC-Sitzung (20:30 Pk Warsh)
Fed-Funds-Zielsatz
PROGNOSE: 3,75% bis 4,00%
zuvor: 3,50% bis 3,75%
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Index zuletzt +/- % DAX Futures 25.478,00 +0,2 E-Mini-Future S&P-500 7.604,75 +0,2 E-Mini-Future Nasdaq-100 29.038,75 +0,3 Topix (Tokio) 4.056,27 +0,5 Hang-Seng (Hongk.) 24.663,29 -0,0 Shanghai-Comp. 3.885,02 +0,5 Dienstag: INDEX Schluss +/- % DAX 25.402,28 -0,2 DAX-Future 25.464,00 +0,1 MDAX 31.135,75 +0,3 TecDAX 3.976,62 +0,4 SDAX 18.127,33 -0,3 Euro-Stoxx-50 6.236,50 -0,4 Stoxx-50 5.295,41 -0,5 XDAX 25.438,58 +0,1 Dow-Jones 52.093,11 -0,6 S&P-500 7.585,73 -0,5 Nasdaq Composite 25.981,57 -0,8
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Etwas freundlicher erwarten Händler Europas Börsen am Mittwoch. Klar im Fokus steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend, worüber auch der wieder gestiegene Ölpreis vorübergehend in die zweite Reihe rückt. Mit rund 108 Dollar kostet Brent-Öl einen Tick weniger als am späten Dienstag. An den Märkten hat sich mittlerweile die Meinung durchgesetzt, dass eine US-Zinserhöhung angesichts der extremen Inflation unverzichtbar ist. Die Wahrscheinlichkeit dafür wird am Zinsterminmarkt laut dem FedWatch-Tool bei 92 Prozent gesehen. Die US-Zehnjahresrendite ist nach dem Vortages- und Mehrjahreshoch von 5,04 Prozent auf knapp 5,00 Prozent zurückgekommen. Marktteilnehmer sehen darin Vorschusslorbeeren für die US-Notenbank: Eine Zinserhöhung wird als Signal für den Willen zur Inflationsbekämpfung gesehen. Als noch wichtiger gilt der Ausblick auf das künftige Vorgehen gegen die Inflation.
Rückblick: Etwas leichter - Für etwas Entspannung sorgten von den Tages- und Mehrjahreshochs zurückkommende Anleiherenditen. Die deutsche Zehnjahresrendite stand bei 3,53 Prozent, 4 Basispunkte unter dem Tageshoch. Sie bewegt sich damit weiter auf dem höchsten Niveau seit 2009. Druck kam indessen vom Ölpreis, der nach einem Rücksetzer wieder stieg. Branchenseitig lagen Versorger- sowie Öl- und Gasaktien vorne mit einem Subindex-Plus von 1,0 bzw 1,2 Prozent. Am Ende rangierten Papiere von Finanzdienstleistern, der Stoxx-Subindex verlor 1,7 Prozent, Der Stoxx-Subindex der Banken gab um 0,9 Prozent nach. UBS büßten 3,4 Prozent ein, Deutsche Bank verloren 2,4 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen dazu auf Aussagen des Bank-of-America-Chefs zu weitgehend stagnierenden Handelserträgen und Investmentbanking-Gebühren. Die UBS-Aktie stand daneben mit einer Abstimmung über einen abgeschwächten Regulierungsvorschlag im Hinblick auf die Eigenkapitalanforderungen im Blick. Luxusaktien litten darunter, dass neue Einzelhandelsdaten aus China ein enttäuschendes Wachstum zeigten. LVMH und Richemont verloren 2,6 bzw. 1,9 Prozent. Kering, Moncler oder Burberry verbilligten sich um bis zu 2 Prozent. Axa zeigten sich knapp behauptet. Der französische Versicherer will nach Jahren der Umstrukturierung Marktanteile gewinnen und den Gewinn in den nächsten Jahren steigern.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Knapp behauptet - Schwach lagen Chemieaktien im Markt. Lanxess verloren nach einem deutlich gesenkten Kursziel durch JP Morgan 2,6 Prozent. Die Analysten sehen Gegenwind durch hohe Energiekosten. BASF und Brenntag gaben um 1,0 und 0,7 Prozent nach. Evonik fielen nach einer Herabstufung durch Morgan Stanley um 2,9 Prozent. Thyssenkrupp und Salzgitter verbesserten sich um 1,0 und 5,3 Prozent. Die Analysten der Citigroup hatten ihre Gewinnschätzungen 2026/27 für mittelgroße Stahlunternehmen um 3 bis 8 Prozent erhöht.
USA - AKTIEN
Leichter - Der im Handelsverlauf wieder deutlich anziehende Ölpreis und die hohen Anleiherenditen ließen keine Kauflaune aufkommen. Auch dürften sich die Anleger in Erwartung des Zinsentscheids der US-Notenbank zurückgehalten haben. Einige am Vortag kräftig abverkaufte Chipaktien verzeichneten eine kleine Gegenbewegung. Nvidia gewannen 0,6 Prozent. Die Aktie des Energietechnikunternehmens GE Vernova erholte sich um 0,9 Prozent. Dave & Buster's sackten um 19,0 Prozent ab, nachdem das Event-Gastronomie-Unternehmen im zweiten Quartal schwächer als erwartet abgeschnitten hatte und in die roten Zahlen gerutscht war. Aktien der Kryptobranche sanken im Sog des Bitcoin, der vor einer bevorstehenden Senatsabstimmung über einen regulatorischen Rahmen für Kryptowährungen unter Druck stand. Unter anderem fielen Coinbase um10,1 und Robinhood Markets um 3,4 Prozent. Die Aktienkurse von Wingstop, Cava, Cheesecake Factory, Shake Shack und dem Chili's-Eigentümer Brinker International gaben alle um 4 Prozent oder mehr nach. Hier drückte eine Schätzung des Restaurantverkehrs, die darauf hindeutet, dass steigende Benzin- und Kreditkosten die diskretionären Ausgaben bereits beeinträchtigten. Die monatlichen Besuche in US-Restaurants gingen im Vergleich zum Vorjahresaugust um 2,4 Prozent zurück, wie aus einem Bericht des Datenanalyseunternehmens Placer.
US-ANLEIHEN
Rendite +/- 2 Jahre 4,66 +0,02 10 Jahre 5,00 +0,03
Der Anstieg der Ölpreise befeuerte Inflationssorgen und trieb die Anleiherenditen nach oben. Diese entfernten sich allerdings von ihren Tageshochs, nachdem der Empire State Manufacturing Index für die Industrieaktivität im US-Bundesstaat New York im September überraschend deutlich zurückgegangen war. Die Zehnjahresrendite stand zuletzt 3 Basispunkte höher bei 5,00 Prozent, im Tageshoch hatte sie bei 5,04 Prozent gestanden.
DEVISEN
zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:15 EUR/USD 1,1547 +0,0 0,0004 1,1543 1,1540 EUR/JPY 179,26 +0,2 0,2800 178,9800 179,0300 EUR/CHF 0,9451 +0,0 0,0004 0,9447 0,9452 EUR/GBP 0,8559 -0,0 -0,0002 0,8561 0,8558 USD/JPY 155,23 +0,1 0,1500 155,0800 155,1300 GBP/USD 1,3487 +0,1 0,0013 1,3474 1,3482 USD/CNY 6,7086 -0,0 -0,0026 6,7112 6,7112 USD/CNH 6,7087 -0,0 -0,0024 6,7111 6,7133 AUS/USD 0,713 +0,0 0,0001 0,7129 0,7128 Bitcoin/USD 75.829,62 -0,1 -69,41 75.899,03 75.994,56
Der Dollar wertete im Vorfeld der allgemein erwarteten US-Zinserhöhung am Mittwoch weiter auf. Der Euro fiel im US-Handel auf rund 1,1545 Dollar. Vor einer Abstimmung im US-Senat über einen regulatorischen Rahmen für Kryptowährungen gab der Bitcoin deutlich nach.
++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.327,39 +0,8 34,70 4.292,69 Silber 64,64 +1,6 0,99 63,65 Platin 1.795,05 +1,1 19,23 1.775,82
Der Goldpreis bewegte sich im Spannungsfeld höherer Marktzinsen und eines festen Dollar auf der einen Seite und dem Sicherheitsbedürfnis der Anleger auf der anderen Seite. Die Feinunze kostete zuletzt im US-Handel kaum verändert 4.282 Dollar.
ÖL
zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 104,69 -1,1 -1,14 105,83 Brent/ICE 108,08 -0,6 -0,67 108,75
Der Preis für ein Barrel Brentöl stieg um 2,6 Prozent auf 108,50 Dollar. Nach einem zwischenzeitlichen Rücksetzer stieg der Preis wieder kräftig mit der Nachricht, dass in Libyen die Förderungen auf zwei Ölfeldern und einer Pumpstation ausgesetzt wurden, nachdem Mitglieder der Sicherheitskräfte, die mit dem Schutz des libyschen Ölsektors beauftragt sind, ein Ventil an der Hauptpipeline Hamada-Zawiya für Rohölverladung geschlossen hatten. Die National Oil Corporation erklärte darauf, dass sie eine Force Majeur erklären könnte, falls das Ventil geschlossen bleibe. Daneben wuchsen allgemein die Sorgen über die Fähigkeit Saudi-Arabiens, sein Rohöl auf den Markt zu bringen, nachdem eine Pipeline wegen einer Beschädigung zunächst stillgelegt werden musste und außerdem Huthi-Rebellen eine Meerenge am Ausgang des Roten Meers offenbar unter ihre Kontrolle brachten. Im asiatischen Handel am Mittwoch sinken die Preise leicht mit Meldungen, wonach die Reparatur der beschädigten Pipeline schneller vonstatten gehen dürfte als zunächst mit einigen Wochen angenommen.
MELDUNGEN SEIT DIENSTAG 17.30 UHR
INTESA SANPAOLO / MONTE DEI PASCHI
Die italienische Wettbewerbsaufsicht hat eine Prüfung des 31 Milliarden Euro schweren Übernahmeangebots von Intesa Sanpaolo für den heimischen Konkurrenten Banca Monte dei Paschi di Sienaeingeleitet.
JP MORGAN
erwartet im dritten Quartal sowohl bei den Gebühren im Investmentbanking als auch bei den Erträgen im Handelsgeschäft ein Wachstum "im mittleren bis hohen Zehnerprozentbereich" im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie Co-President Doug Petno sagte.
SK HYNIX
legt den Tarifstreit mit seinen Beschäftigten bei. Nach einem Votum der Gewerkschaft erhalten die Mitarbeiter ihre KI-Boom-Sonderboni künftig zu gleichen Teilen in bar und in Aktien.
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/cln/gos
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September 16, 2026 01:37 ET (05:37 GMT)
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