Bonn/Berlin (ots) -
Die Welthungerhilfe warnt zu Beginn der UN-Generaldebatte in New York vor einer Zunahme des Hungers und den Folgen für Frieden und Sicherheit weltweit. Der Irankrieg und die bewaffneten Auseinandersetzungen im Jemen und in Saudi-Arabien führen dazu, dass die Transportwege für Düngemittel und Energie aus der Golfregion stark eingeschränkt bleiben. Auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine verteuert und erschwert den weltweiten Getreidehandel aus dem Schwarzen Meer. Diese militärischen Konflikte wirken sich über steigende Produktions- und Transportkosten auf die Lebensmittelmärkte weltweit aus. Nach UN-Schätzungen könnten infolge der Blockade der Straße von Hormus sowie den Spannungen im Roten Meer 45 Millionen zusätzlich von akutem Hunger betroffen sein. Mangelernährung, Einkommensverluste und zerstörte Lebensgrundlagen machen Menschen anfälliger für die nächste Krise mit Folgen für die gesellschaftliche Stabilität und daraus können neue Konflikte entstehen.
"Die Kriege sind längst nicht mehr nur dort zu spüren, wo gekämpft wird. Was als regionaler Konflikt beginnt, kann über Energie-, Handels- und Ernährungssysteme zu einem globalen Sicherheitsrisiko werden und verheerende Kettenreaktionen auslösen: Treibstoff und Düngemittel werden teurer, Engpässe bei Getreideimporten lassen die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe schnellen. Für Millionen arme Familien bedeutet dies, dass sie sich nicht mehr ausreichend ernähren können. In Syrien etwa führten Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent bei Diesel und Benzin zu großen Protesten, denn 90 Prozent der Bevölkerung lebt bereits unter der Armutsgrenze. Ernährungsunsicherheit führt nicht automatisch zu Konflikten, kann aber bestehende Krisen und gesellschaftliche Spannungen verschärfen. Deshalb sollte die internationale Staatengemeinschaft in New York das Thema Sicherheit nicht nur unter militärischen Aspekten diskutieren. Sicherheit beginnt damit, dass Menschen ihre grundlegendsten Bedürfnisse befriedigen können. Ernährungssicherheit ist deshalb nicht einfach eines von vielen Themen. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung für Gesundheit, ein selbstbestimmtes Leben und Zukunftschancen und damit entscheidend für die Widerstandsfähigkeit und Stabilität von Gemeinschaften und Gesellschaften. Die Wechselwirkung zwischen gewaltsamen Konflikten und Hunger sollte deshalb auch oben auf der Agenda stehen", fordert Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe.
Vor diesem Hintergrund fordert die Welthungerhilfe die Bundesregierung auf, die UN-Generalversammlung in New York zu nutzen, um ein klares Signal für Krisenvorsorge und internationale Zusammenarbeit zu setzen und die übermäßigen Kürzungen im Bundeshaushalt zurückzunehmen. Gerade jetzt müssten besonders gefährdete Länder dabei unterstützt werden, ihre Landwirtschaft und Ernährungssysteme widerstandsfähiger gegen internationale Preis- und Versorgungsschocks zu machen. Wer Prävention fordert und gleichzeitig die dafür notwendigen Mittel kürzt, handelt politisch inkonsistent.
Weitere Informationen auch unter www.welthungerhilfe.de/presse.
Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962 wurden 13.424 Auslandsprojekte in rund 72 Ländern und Gebieten mit 5,76 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.
Pressekontakt:
Herausgeber:
Deutsche Welthungerhilfe e.V.
Ansprechpartnerinnen:
Simone Pott
Pressesprecherin
Telefon 0228-2288-132
Mobil 0172-2525962
simone.pott@welthungerhilfe.de
Assistenz: Isabell Kaluza
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Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/6596/6356532
Die Welthungerhilfe warnt zu Beginn der UN-Generaldebatte in New York vor einer Zunahme des Hungers und den Folgen für Frieden und Sicherheit weltweit. Der Irankrieg und die bewaffneten Auseinandersetzungen im Jemen und in Saudi-Arabien führen dazu, dass die Transportwege für Düngemittel und Energie aus der Golfregion stark eingeschränkt bleiben. Auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine verteuert und erschwert den weltweiten Getreidehandel aus dem Schwarzen Meer. Diese militärischen Konflikte wirken sich über steigende Produktions- und Transportkosten auf die Lebensmittelmärkte weltweit aus. Nach UN-Schätzungen könnten infolge der Blockade der Straße von Hormus sowie den Spannungen im Roten Meer 45 Millionen zusätzlich von akutem Hunger betroffen sein. Mangelernährung, Einkommensverluste und zerstörte Lebensgrundlagen machen Menschen anfälliger für die nächste Krise mit Folgen für die gesellschaftliche Stabilität und daraus können neue Konflikte entstehen.
"Die Kriege sind längst nicht mehr nur dort zu spüren, wo gekämpft wird. Was als regionaler Konflikt beginnt, kann über Energie-, Handels- und Ernährungssysteme zu einem globalen Sicherheitsrisiko werden und verheerende Kettenreaktionen auslösen: Treibstoff und Düngemittel werden teurer, Engpässe bei Getreideimporten lassen die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe schnellen. Für Millionen arme Familien bedeutet dies, dass sie sich nicht mehr ausreichend ernähren können. In Syrien etwa führten Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent bei Diesel und Benzin zu großen Protesten, denn 90 Prozent der Bevölkerung lebt bereits unter der Armutsgrenze. Ernährungsunsicherheit führt nicht automatisch zu Konflikten, kann aber bestehende Krisen und gesellschaftliche Spannungen verschärfen. Deshalb sollte die internationale Staatengemeinschaft in New York das Thema Sicherheit nicht nur unter militärischen Aspekten diskutieren. Sicherheit beginnt damit, dass Menschen ihre grundlegendsten Bedürfnisse befriedigen können. Ernährungssicherheit ist deshalb nicht einfach eines von vielen Themen. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung für Gesundheit, ein selbstbestimmtes Leben und Zukunftschancen und damit entscheidend für die Widerstandsfähigkeit und Stabilität von Gemeinschaften und Gesellschaften. Die Wechselwirkung zwischen gewaltsamen Konflikten und Hunger sollte deshalb auch oben auf der Agenda stehen", fordert Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe.
Vor diesem Hintergrund fordert die Welthungerhilfe die Bundesregierung auf, die UN-Generalversammlung in New York zu nutzen, um ein klares Signal für Krisenvorsorge und internationale Zusammenarbeit zu setzen und die übermäßigen Kürzungen im Bundeshaushalt zurückzunehmen. Gerade jetzt müssten besonders gefährdete Länder dabei unterstützt werden, ihre Landwirtschaft und Ernährungssysteme widerstandsfähiger gegen internationale Preis- und Versorgungsschocks zu machen. Wer Prävention fordert und gleichzeitig die dafür notwendigen Mittel kürzt, handelt politisch inkonsistent.
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Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962 wurden 13.424 Auslandsprojekte in rund 72 Ländern und Gebieten mit 5,76 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.
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