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111 Millionen Tonnen treffen auf Brasiliens Milliardenoffensive: Warum St George Mining in den Fokus rückt

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Brasilien will seine enormen Vorkommen an Seltenen Erden nicht mehr nur als geologisches Potenzial betrachten. Mit Milliardenprogrammen, staatlicher Finanzierung und dem Aufbau einer eigenen Verarbeitungskette schafft das Land derzeit die Voraussetzungen für eine neue Rohstoffindustrie. Mitten in einem der wichtigsten Bergbaudistrikte des Landes entwickelt St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8) das Araxá-Projekt - eine der größten und hochgradigsten bekannten Seltene-Erden- und Niobressourcen ihrer Art.

Für Anleger könnte die Ausgangslage besonders interessant sein: Araxá verbindet eine JORC-Mineralressource von 111,2 Millionen Tonnen mit 3,57 Prozent TREO und 0,57 Prozent Nb2O5 mit einer außergewöhnlichen Lage unmittelbar neben den Niobaktivitäten des Weltmarktführers CBMM. Gleichzeitig treibt St George die Genehmigung, Pilotverarbeitung und Machbarkeitsstudie voran. Brasilien wiederum zeigt erstmals sehr konkret, dass es bereit ist, Kapital in die Verarbeitung kritischer Rohstoffe zu lenken.

Brasiliens Rohstoffoffensive schafft Rückenwind

Wie ernst es Brasilien mit dieser Strategie meint, zeigt die jüngste Finanzierung für Viridis Mining and Minerals (ISIN: AU0000190829). Die brasilianische Entwicklungsbank BNDES genehmigte für das Colossus-Projekt eine langfristige Finanzierung über 77,5 Millionen Real, um ein Forschungszentrum und eine bereits eröffnete Demonstrationsanlage zu unterstützen.

Colossus gehört zudem zu 56 Projekten, die für ein Förderprogramm von BNDES und der staatlichen Innovationsagentur Finep im Gesamtvolumen von 5 Milliarden Real ausgewählt wurden. Das Signal an den Markt ist klar: Brasilien will bei kritischen Rohstoffen nicht nur Minen entwickeln, sondern Forschung, Verarbeitung und industrielle Wertschöpfung im eigenen Land aufbauen.

Viridis plant eine kommerzielle Anlage mit einem Investitionsvolumen von rund 449 Millionen US-Dollar und strebt ab der zweiten Jahreshälfte 2028 im Durchschnitt 2.967 Tonnen magnetischer Seltenerdoxide pro Jahr an. Eine geplante Abnahmevereinbarung mit Solvay (ISIN: BE0003470755) soll rund 75 Prozent des Mixed-Rare-Earth-Carbonate für zunächst fünf Jahre an den französischen Standort La Rochelle liefern.

Für St George ist diese Entwicklung von strategischer Bedeutung. Zwar fließen die 77,5 Millionen Real nicht an das Unternehmen und auch eine künftige staatliche Finanzierung von Araxá kann daraus nicht abgeleitet werden. Der Viridis-Fall belegt jedoch, dass Brasilien bereit ist, genau jene Verarbeitungskapazitäten zu fördern, die für den Aufbau einer unabhängigen Seltene-Erden-Lieferkette benötigt werden.

Araxá im Zentrum des brasilianischen Rohstoffclusters

St George ist geografisch am richtigen Ort. Das Araxá-Projekt liegt im Bundesstaat Minas Gerais, einem etablierten Bergbauzentrum mit vorhandener Infrastruktur, qualifizierten Arbeitskräften und einer langen Rohstofftradition. Direkt nebenan betreibt CBMM seine Niobaktivitäten. Damit befindet sich St George nicht in einer abgelegenen Explorationsregion, sondern in einem Distrikt, der seine Fähigkeit zur großindustriellen Rohstoffproduktion bereits bewiesen hat.

Auch die Größe und Qualität der Ressource heben Araxá hervor. Die 111,2 Millionen Tonnen enthalten nach Unternehmensangaben rund 760.000 Tonnen NdPr-Oxide und 630.000 Tonnen Nb2O5. Bereits 75,2 Millionen Tonnen liegen in den höherwertigen Kategorien Measured und Indicated. Diese breite Ressourcenbasis eröffnet St George die Möglichkeit, zwei strategisch bedeutende Rohstoffgruppen aus demselben Ausgangsmaterial zu entwickeln: Seltene Erden für Permanentmagnete sowie Niob für hochfeste Speziallegierungen und weitere industrielle Anwendungen.

Vom Projekt zur Mine-to-Magnet-Strategie

Besonders interessant ist, dass St George längst nicht mehr nur an der Entwicklung einer Mine arbeitet. Ende August unterzeichnete das Unternehmen mit dem Bundesstaat Minas Gerais und der brasilianischen Lima & Pergher Group ein Protocol of Intent. Geprüft wird die Errichtung eines Minas Gerais Rare Earths Processing Centre, das verschiedene Ausgangsmaterialien aus der Region verarbeiten und Vorprodukte für die Magnetherstellung erzeugen könnte.

St George soll technisches Know-how einbringen und könnte künftig Material aus Araxá liefern. Der Bundesstaat will das Vorhaben unter anderem bei Genehmigungen, Lieferantenkontakten und Anträgen auf Steueranreize unterstützen. Damit positioniert sich St George nicht nur als potenzieller Rohstofflieferant, sondern als möglicher Baustein einer brasilianischen Mine-to-Magnet-Lieferkette.

Der vorgesehene Standort bietet dafür eine bemerkenswerte industrielle Basis. Lima & Pergher betreibt in Uberlândia einen Komplex von mehr als 500.000 Quadratmetern mit Straßen, Stromversorgung, Abfallmanagement, chemischer Infrastruktur und qualifizierten Arbeitskräften. Ein möglicher Betriebsbeginn des Processing Centre wird für 2030 angestrebt, vorbehaltlich einer endgültigen Investitionsentscheidung und der erforderlichen Genehmigungen.

Hinzu kommt MagBras, das Brasiliens erste Anlage zur Herstellung von Seltenerdmagneten aufbauen soll. Nach Angaben von St George war das Unternehmen der erste Seltene-Erden-Entwickler, der Material für metallurgische Tests an MagBras lieferte. Das unterstreicht, wie früh sich St George in der entstehenden heimischen Wertschöpfungskette positioniert hat.

Die nächsten Meilensteine sind bereits definiert

Während der politische und industrielle Rückenwind zunimmt, arbeitet St George an den entscheidenden technischen Meilensteinen. Ende August begann formal das Umweltgenehmigungsverfahren für eine potenzielle Mine und einen Industriekomplex. Dafür wurden die Umweltverträglichkeitsstudie EIA und der zugehörige Bericht RIMA bei der Umweltbehörde von Minas Gerais eingereicht. Parallel wird die Machbarkeitsstudie unter Leitung von Worley erarbeitet.

Anfang September startete bei CIT-SENAI in Belo Horizonte zudem ein Pilotprogramm mit rund neun Tonnen oberflächennahem Araxá-Material. Durch Zerkleinerung, magnetische Separation und Flotation sollen ein Niobkonzentrat und ein mit Seltenen Erden angereicherter Materialstrom hergestellt werden. Ergebnisse werden im vierten Quartal erwartet.

Genau hier liegt einer der wichtigsten kurzfristigen Hebel für die Aktie: Gelingt es, im Pilotmaßstab robuste Produktströme für Niob und Seltene Erden zu erzeugen, wäre dies ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur technischen und wirtschaftlichen Bewertung des Projekts. Fortschritte bei Machbarkeitsstudie, Genehmigung und Verarbeitung könnten Araxá anschließend weiter aus der Entwicklungsphase herausführen.

Warum St George besonders auffällt

Viele Rohstoffentwickler verfügen über eine interessante Lagerstätte. St George kombiniert dagegen mehrere Faktoren, die nur selten gemeinsam auftreten: eine sehr große Ressource, hohe Gehalte, zwei strategische Rohstoffe, 75,2 Millionen Tonnen in den Kategorien Measured und Indicated, die Nachbarschaft zum weltweit dominierenden Niobproduzenten sowie konkrete Schritte in Richtung Genehmigung, Pilotverarbeitung und regionaler Weiterverarbeitung.

Dazu kommt ein günstiger Zeitpunkt. Westliche Staaten und Unternehmen suchen nach Lieferketten außerhalb Chinas, während Brasilien Kapital mobilisiert, um seine Rohstoffe im eigenen Land zu veredeln. Sollte diese Strategie erfolgreich sein, könnten Projekte mit ausreichender Größe, guter Infrastruktur und Zugang zu Verarbeitungskapazitäten besonders profitieren. Araxá erfüllt viele dieser Voraussetzungen bereits heute.

Fazit

Die BNDES-Finanzierung für Viridis ist mehr als nur eine Einzelmeldung. Sie zeigt, dass Brasilien beginnt, seine Seltene-Erden-Strategie mit staatlichem Kapital zu unterlegen. Für St George entsteht dadurch ein zunehmend attraktives Umfeld, denn Araxá liegt im Zentrum des wichtigsten Rohstoffclusters von Minas Gerais und könnte sowohl Rohstoffe als auch technisches Know-how für eine künftige Mine-to-Magnet-Lieferkette liefern.

St George bleibt ein Entwickler, sodass Metallurgie, Machbarkeitsstudie, Genehmigungen und Finanzierung weiterhin entscheidend sind. Doch die Ausgangsposition bleibt bemerkenswert: 111,2 Millionen Tonnen Ressource, bedeutende Mengen an NdPr und Niob, laufende Pilotversuche, ein formell gestartetes Genehmigungsverfahren und eine mögliche Rolle in einem regionalen Processing Centre. Wenn Brasilien seinen Anspruch verwirklicht, zu einer neuen Macht bei kritischen Rohstoffen aufzusteigen, könnte St George Mining zu den Unternehmen gehören, die davon besonders profitieren.


Quellen

https://www.mining.com/web/brazil-funds-rare-earth-project-in-effort-to-tap-vast-reserves

https://www.globaltimes.cn/page/202606/1364474.shtml

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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
https://stgm.com.au

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