Wieder steigende Energiepreise haben der jüngsten Erholung im DAX einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der heutige Handelstag zeigt einmal mehr, wie fragil die Stimmung an der Frankfurter Börse bleibt, solange der Ölpreis nicht nachhaltig unter die Marke von 100 Dollar fällt.
Die Einkaufsmanagerindizes lieferten ein gemischtes Bild der deutschen Wirtschaft. Im verarbeitenden Gewerbe stieg der Index, blieb aber hinter den Erwartungen zurück und gab gegenüber der vorherigen Erhebung nach. Deutlich besser entwickelt sich dagegen der Dienstleistungssektor, der die Hoffnung auf eine weitere konjunkturelle Erholung stützt.
An der Börse spielten die Daten heute allerdings nur eine Nebenrolle. Die Anleger konzentrierten sich stattdessen auf die Entwicklung im Nahen Osten und deren unmittelbare Auswirkungen auf die Energiepreise. Solange Brent oberhalb von 100 Dollar notiert, können noch so gute Konjunkturdaten die Inflationssorgen der Anleger nur kurzzeitig überdecken. Der Ölpreis ist momentan der Taktgeber für die Börsen - und alles andere spielt zunächst nur die zweite Geige.
Die Kombination aus hohen Energiepreisen und fehlenden neuen Handelsimpulsen entwickelt derzeit eine Sogwirkung auf den Gesamtmarkt. In der nachrichtenarmen Phase fehlt den Anlegern ein Grund, größere Risiken einzugehen. Hinzu kommt ein struktureller Nachteil gegenüber der Wall Street. Die Rally an den US-Börsen wurde in den vergangenen Handelstagen maßgeblich von Technologieaktien getragen. Genau dieser Technologie-Turbo aber fehlt den meisten europäischen Indizes.
Nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage hatte sich der DAX etwas weit aus der Deckung gewagt. Nun sucht der Markt wieder Halt in der zuletzt mehrfach getesteten Zone zwischen 25 500 und 25600 Punkten. Die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung bleibt zwar bestehen, steigende Energiepreise können diese Rechnung aber jederzeit wieder durchkreuzen.
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