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Warum finanziert Brasilien Seltene Erden mit 15 Millionen US-Dollar - und was bedeutet das für den Rohstoffsektor?

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Brasilien besitzt gewaltige Vorkommen Seltener Erden. Doch Vorkommen allein schaffen noch keine strategische Lieferkette. Genau das scheint die Regierung ändern zu wollen.

Die staatliche Entwicklungsbank BNDES hat für das Colossus-Projekt von Viridis Mining and Minerals (ISIN: AU0000190829) eine 16-jährige Finanzierung über 77,5 Millionen Real - rund 15 Millionen US-Dollar - genehmigt. Das Kapital soll ein Forschungszentrum und eine Demonstrationsanlage unterstützen.

Warum steckt Brasilien staatliches Geld in einen Markt, der bislang von China dominiert wird?

Die Antwort könnte für den gesamten brasilianischen Seltene-Erden-Sektor entscheidend sein: Brasilien will offenbar nicht nur Rohstoffe aus dem Boden holen, sondern mehr Verarbeitung und Wertschöpfung im eigenen Land etablieren.

Vom Rohstoffriesen zum Verarbeitungsstandort

Colossus gehört zu 56 Projekten, die für ein Programm von BNDES und der staatlichen Innovationsagentur Finep ausgewählt wurden. Insgesamt stehen dabei 5 Milliarden Real für den Aufbau brasilianischer Lieferketten für strategische Mineralien im Raum.

Viridis ist damit ein konkretes Beispiel dafür, wie diese Strategie umgesetzt werden kann.

Das Unternehmen plant für Colossus eine kommerzielle Anlage mit Investitionen von rund 449 Millionen US-Dollar und strebt die Produktion ab der zweiten Jahreshälfte 2028 an. Geplant sind durchschnittlich 2.967 Tonnen magnetischer Seltenerdoxide pro Jahr.

Parallel arbeitet Viridis an einer Abnahmevereinbarung mit Solvay (ISIN: BE0003470755). Rund 75 Prozent des geplanten Mixed-Rare-Earth-Carbonate sollen nach Unternehmensangaben an Solvays Anlage in La Rochelle geliefert werden.

Das Modell zeigt, wohin Brasilien will: Mine, Verarbeitung und internationale Absatzmärkte sollen zu einer Wertschöpfungskette verbunden werden.

Warum Minas Gerais besonders interessant wird

Für Anleger rückt damit Minas Gerais in den Mittelpunkt.

Hier befinden sich mehrere Seltene-Erden-Projekte und mit CBMM bereits der weltweit dominierende Niobproduzent. Genau in diesem Rohstoffdistrikt entwickelt St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8) das Araxá-Projekt.

Araxá verfügt über eine Mineralressource von 111,2 Millionen Tonnen mit 3,57 Prozent TREO und 0,57 Prozent Nb2O5. Enthalten sind nach Unternehmensangaben rund 760.000 Tonnen NdPr-Oxide und 630.000 Tonnen Nb2O5. 75,2 Millionen Tonnen befinden sich bereits in den Kategorien Measured und Indicated.

Doch gerade im aktuellen brasilianischen Umfeld könnte etwas anderes mindestens genauso wichtig werden wie die Größe der Ressource: die Verarbeitung.

St George setzt ebenfalls auf "Mine-to-Magnet"

Ende August vereinbarte St George mit dem Bundesstaat Minas Gerais und der brasilianischen Lima & Pergher Group, ein Minas Gerais Rare Earths Processing Centre zu prüfen.

Das Zentrum soll unterschiedliche Seltene-Erden-Rohstoffe aus Minas Gerais verarbeiten und Materialien für die Magnetherstellung produzieren. Ziel ist ausdrücklich der Aufbau einer heimischen brasilianischen Mine-to-Magnet-Lieferkette.

Der Bundesstaat will die Initiative bei Genehmigungsverfahren, Lieferantenkontakten und Anträgen auf Steueranreize unterstützen. Als Standort wird ein bestehender Industriekomplex in Uberlândia geprüft. Eine endgültige Investitionsentscheidung gibt es bislang nicht.

Parallel wird Araxá technisch weiterentwickelt. Anfang September startete ein Pilotprogramm mit rund neun Tonnen Material. Ziel ist die Herstellung eines Niobkonzentrats und eines mit Seltenen Erden angereicherten Produktstroms. Ergebnisse werden im vierten Quartal erwartet.

Das Signal reicht über Viridis hinaus

Die BNDES-Finanzierung für Colossus bedeutet ausdrücklich nicht, dass St George staatliche 15 Millionen US-Dollar erhält oder künftig automatisch für eine Förderung qualifiziert ist.

Aber sie schafft einen wichtigen Präzedenzfall: Brasilien ist offenbar bereit, öffentliches Kapital einzusetzen, wenn Projekte zum Aufbau einer heimischen Lieferkette für kritische Rohstoffe beitragen.

Fazit

Die entscheidende Nachricht hinter den 15 Millionen US-Dollar ist deshalb größer als Viridis. Brasilien versucht, seine Position bei Seltenen Erden von geologischem Potenzial in industrielle Stärke zu übersetzen. Dafür müssen Minen, Aufbereitung, Raffination und letztlich Magnetproduktion miteinander verbunden werden.

St George könnte thematisch in diese Strategie passen: Araxá besitzt eine große Ressource für Seltene Erden und Niob, die Pilotverarbeitung läuft, das Genehmigungsverfahren wurde gestartet und gemeinsam mit Minas Gerais wird ein regionales Processing Centre geprüft. Eine direkte BNDES-Finanzierung für St George besteht jedoch nicht.

Jetzt müssen Metallurgie, Wirtschaftlichkeit, Genehmigungen und Finanzierung folgen.

Brasiliens Milliardenprogramm zeigt dennoch, wohin die Reise geht: Der nächste Wettbewerb bei Seltenen Erden könnte nicht nur darum gehen, wer die größten Vorkommen besitzt - sondern wer daraus zuerst eine komplette Lieferkette baut.


Quellen

https://www.mining.com/web/brazil-funds-rare-earth-project-in-effort-to-tap-vast-reserves/
https://www.globaltimes.cn/page/202606/1364474.shtml

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