NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind von ihrem zwischenzeitlich deutlichen Anstieg am Donnerstag im späten Handel wieder merklich zurückgekommen. Von teils über 108 US-Dollar für ein Barrel (159 Liter) der weltweiten Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November fiel der Preis nahezu bis auf 104 Dollar ab. Zuletzt wurden gut 105 Dollar bezahlt und damit rund zwei Prozent mehr als am Vortag. Händler verwiesen auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach die Kriegsparteien USA und Iran in New York über einen schrittweisen Plan zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus sprächen. Im Gegenzug könnten die USA die wirtschaftliche Blockade der Islamischen Republik aufheben, wie es unter Berufung auf gesprächsnahe Kreise hieß.
Zuvor hatte es wenig Hoffnung auf eine Entspannung der Lage gegeben. Vielmehr grassierte die Sorge, die geopolitische Lage im Nahen Osten könne weiter eskalieren und auf andere Regionen übergreifen. In diese Richtung waren Aussagen der Islamischen Revolutionsgarde gedeutet worden, die von der iranischen Nachrichtenagentur Fars verbreitet wurden. Das hatte den Optimismus um die Treffen zwischen iranischen und US-Vertretern am Rande der UN-Generalversammlung in dieser Woche verblassen lassen.
Seit Beginn des Jahres hat der Iran-Krieg den Rohstoff um etwa 75 Prozent verteuert. Mit der aktuellen Notierung liegt der Brent-Preis allerdings noch deutlich unter dem Jahreshoch von etwas mehr als 126 Dollar./men/nas
