OTTAWA (dpa-AFX) - Außenminister Johann Wadephul besucht an diesem Freitag Kanada - und unterbricht dafür seine Teilnahme an der Generaldebatte der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York. In der Hauptstadt Ottawa will der CDU-Politiker unter anderem mit seiner Kollegin Anita Anand, Verteidigungsminister David McGuinty und Handelsminister Maninder Sidhu zu getrennten Beratungen zusammenkommen.
Nach Angaben der Sprecherin des Auswärtigen Amts sollen weitere Schritte hin zu einer strategischen Partnerschaft im Mittelpunkt des Besuchs stehen. Damit solle die Zusammenarbeit im Sicherheits- und Verteidigungsbereich, in der Wirtschaft sowie im Energie- und Technologiesektor langfristig enger verzahnt werden. Im Gespräch mit McGuinty gehe es um das große Potenzial einer Zusammenarbeit bei der maritimen Sicherheit im Nordatlantik und in der Arktisregion.
Kanadas Entscheidung, U-Boote aus Deutschland beschaffen zu wollen, stärke die Nato, schaffe Arbeitsplätze und verbinde die Verteidigungsindustrien der beiden Länder für die nächsten Jahrzehnte, betonte die Sprecherin. Der Kieler Marineschiffbauer TKMS soll Kanada bis zu zwölf U-Boote des Typs 212CD liefern. Dieses Modell haben Deutschland und Norwegen für die gemeinsame Nutzung entwickelt. Baugleichheit soll Kosten verringern und eine einfache Zusammenarbeit ermöglichen, der sich Kanada anschließt.
Am Freitagabend will Wadephul wieder nach New York zurückkehren. In Vertretung von Kanzler Friedrich Merz (CDU) will der Bundesaußenminister an diesem Samstag in der UN-Generaldebatte für Deutschland sprechen.
Kanada als "assoziiertes Mitglied" der Europäischen Union?
In Ottawa dürfte auch der Vorstoß von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine Rolle spielen, Kanada zum ersten "assoziierten Mitglied" der Europäischen Union zu machen. Als konkrete Bereiche für eine mögliche noch engere Zusammenarbeit hatte sie Technologiefragen, die Produktion von Rüstungsgütern sowie die Künstliche Intelligenz und die Arktispolitik genannt. Kanadas Premierminister Mark Carney zeigte sich trotz Drohungen von US-Präsident Donald Trump offen für die Idee einer Art EU-Sondermitgliedschaft./bk/DP/men
