Berlin (ots) -
Anlässlich der Veröffentlichung des Bildungsberichtes der OECD am 29.09.2026.
(Weiter-)Bildung spielt nicht nur für jüngere Menschen eine wichtige Rolle. Auch Menschen in der zweiten Lebenshälfte nutzen weiterhin Möglichkeiten zur Weiterbildung - beruflich ebenso wie in ihrer Freizeit. Zugleich zeigen Befunde des Deutschen Alterssurveys (DEAS), dass Teilnahme an Kursen oder Vorträgen in der Freizeit, vermittelt über neue soziale Kontakte und Gelegenheiten, auch mit der Aufnahme eines Ehrenamts verbunden sein können. Die Ergebnisse unterstreichen somit die Bedeutung lebenslangen Lernens.
Eine Auswertung des Deutschen Alterssurveys (DEAS) zeigt: 71,9 Prozent der 43- bis 55-jährigen Erwerbstätigen nahmen in den vorangegangenen drei Jahren an einer beruflichen Weiterbildung teil. Bei den 56- bis 65-Jährigen waren es mit 48,5 Prozent zwar deutlich weniger, aber immerhin noch fast jede/r Zweite.
Viele Menschen in der zweiten Lebenshälfte besuchten aber auch in ihrer Freizeit Kurse oder Vorträge. Bei den 43-65-Jährigen lag der Anteil bei 70,5 Prozent, nahm über die Altersgruppen ab, lag aber bei den ab 76-Jährigen noch bei 18,7 Prozent. Damit bildete sich auch bei den 76-Jährigen und Älteren fast jede fünfte Person in der Freizeit weiter.
In beiden Fällen gab es deutliche Unterschiede zwischen Menschen mit hohem Bildungsstand im Vergleich zu Menschen mit mittlerem oder niedrigem Bildungsstand: Personen mit hohem Bildungsstand nahmen häufiger an Fort- oder Weiterbildungen teil. Das zeigt, dass Bildungsverläufe bereits früh im Leben geprägt werden.
Eine weitere Studie konnte mit DEAS-Längsschnittanalysen zeigen, dass es bei den 55- bis 59-Jährigen einen positiven Zusammenhang zwischen der Teilnahme an beruflicher Weiterbildung und einer Erhöhung des geplanten Renteneintrittsalters gab. Bei ihnen war Weiterbildung mit einer Erhöhung des geplanten Renteneintrittsalters um ungefähr 5 Monate verbunden. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass Beschäftigte in diesem Alter stärker darüber nachdenken, wie lange sie noch arbeiten können und möchten. Weiterbildung kann nicht nur dabei helfen, die eigenen Fähigkeiten für das weitere Berufsleben zu erhalten oder auszubauen, sie könnte auch als Zeichen wahrgenommen werden, dass der Arbeitgeber weiterhin auf ältere Beschäftigte setzt und in sie investiert - und so die Bereitschaft erhöhen, länger im Unternehmen und erwerbstätig zu bleiben.
Doch Weiterbildung spielt auch über die Erwerbstätigkeit hinaus eine gesellschaftlich wichtige Rolle. Eine andere Untersuchung des DZA zur Nacherwerbsphase zeigt die Bedeutung der non-formalen Bildung für das ehrenamtliche Engagement. Mit non-formaler Bildung sind beispielsweise die Teilnahme an Kursen an Volkshochschulen, Workshops und Vorträgen gemeint. Die Teilnahme an solchen Formaten ging zumindest bei Personen mit Ausbildungsabschluss mit einer höheren Wahrscheinlichkeit der Neuaufnahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit einher.
Die Ergebnisse machen damit deutlich: Bildung im Alter hat viele Facetten. Sie dient der Auffrischung oder Erweiterung von Wissen für den Beruf, eröffnet Möglichkeiten persönlicher Weiterentwicklung und kann Räume für soziale Kontakte und gesellschaftliches Engagement schaffen. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass der Zugang zu Weiterbildung stark von Alter und Bildungsstand geprägt sind. Bildungsangebote sollten daher so gestaltet werden, dass Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlicher Bildungsbiografie angesprochen werden. Dies könnte einen längeren Verbleib im Erwerbsleben fördern und außerdem - über eine ehrenamtliche Einbindung - auch nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zur gesellschaftlichen Teilhabe beitragen.
Eine Pressegrafik steht zum Download zur Verfügung unter https://www.dza.de/presse/download-pressegrafiken
Die detaillierten Ergebnisse sind nachzulesen in:
Drewitz, M., Kelle, N., Bünning, M. (2026). Non-formale Bildungsaktivitäten und ehrenamtliches Engagement in der Nacherwerbsphase [DZA-Fact Sheet] Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen. https://doi.org/10.60922/0g6m-yr53
Henning, G., Spuling, S. M. & Wünsche, J. (2025). Bildungsbeteiligung und Altersbilder von Menschen in der zweiten Lebenshälfte: Befunde des Deutschen Alterssurveys (DEAS) 2023 [DZA-Fact Sheet]. Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen. https://doi.org/10.60922/1qbs-hd92
Schmelzle, R., & Henning, G. (2026). Job-Related Training and Planned Retirement Age in Germany: Evidence from the German Ageing Survey (DEAS). Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.20936798
Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung von Personen in der zweiten Lebenshälfte. Im Rahmen der Studie werden seit drei Jahrzehnten Menschen auf ihrem Weg ins höhere und hohe Alter regelmäßig befragt, die letzte Befragung fand 2023 statt. Der Deutsche Alterssurvey wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).
Pressekontakt:
Stefanie Hartmann
Deutsches Zentrum für Altersfragen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
https://www.dza.de/presse.html
stefanie.hartmann@dza.de
Tel.: 030 / 260 740 25
Original-Content von: Deutsches Zentrum für Altersfragen, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/131425/6359994
Anlässlich der Veröffentlichung des Bildungsberichtes der OECD am 29.09.2026.
(Weiter-)Bildung spielt nicht nur für jüngere Menschen eine wichtige Rolle. Auch Menschen in der zweiten Lebenshälfte nutzen weiterhin Möglichkeiten zur Weiterbildung - beruflich ebenso wie in ihrer Freizeit. Zugleich zeigen Befunde des Deutschen Alterssurveys (DEAS), dass Teilnahme an Kursen oder Vorträgen in der Freizeit, vermittelt über neue soziale Kontakte und Gelegenheiten, auch mit der Aufnahme eines Ehrenamts verbunden sein können. Die Ergebnisse unterstreichen somit die Bedeutung lebenslangen Lernens.
Eine Auswertung des Deutschen Alterssurveys (DEAS) zeigt: 71,9 Prozent der 43- bis 55-jährigen Erwerbstätigen nahmen in den vorangegangenen drei Jahren an einer beruflichen Weiterbildung teil. Bei den 56- bis 65-Jährigen waren es mit 48,5 Prozent zwar deutlich weniger, aber immerhin noch fast jede/r Zweite.
Viele Menschen in der zweiten Lebenshälfte besuchten aber auch in ihrer Freizeit Kurse oder Vorträge. Bei den 43-65-Jährigen lag der Anteil bei 70,5 Prozent, nahm über die Altersgruppen ab, lag aber bei den ab 76-Jährigen noch bei 18,7 Prozent. Damit bildete sich auch bei den 76-Jährigen und Älteren fast jede fünfte Person in der Freizeit weiter.
In beiden Fällen gab es deutliche Unterschiede zwischen Menschen mit hohem Bildungsstand im Vergleich zu Menschen mit mittlerem oder niedrigem Bildungsstand: Personen mit hohem Bildungsstand nahmen häufiger an Fort- oder Weiterbildungen teil. Das zeigt, dass Bildungsverläufe bereits früh im Leben geprägt werden.
Eine weitere Studie konnte mit DEAS-Längsschnittanalysen zeigen, dass es bei den 55- bis 59-Jährigen einen positiven Zusammenhang zwischen der Teilnahme an beruflicher Weiterbildung und einer Erhöhung des geplanten Renteneintrittsalters gab. Bei ihnen war Weiterbildung mit einer Erhöhung des geplanten Renteneintrittsalters um ungefähr 5 Monate verbunden. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass Beschäftigte in diesem Alter stärker darüber nachdenken, wie lange sie noch arbeiten können und möchten. Weiterbildung kann nicht nur dabei helfen, die eigenen Fähigkeiten für das weitere Berufsleben zu erhalten oder auszubauen, sie könnte auch als Zeichen wahrgenommen werden, dass der Arbeitgeber weiterhin auf ältere Beschäftigte setzt und in sie investiert - und so die Bereitschaft erhöhen, länger im Unternehmen und erwerbstätig zu bleiben.
Doch Weiterbildung spielt auch über die Erwerbstätigkeit hinaus eine gesellschaftlich wichtige Rolle. Eine andere Untersuchung des DZA zur Nacherwerbsphase zeigt die Bedeutung der non-formalen Bildung für das ehrenamtliche Engagement. Mit non-formaler Bildung sind beispielsweise die Teilnahme an Kursen an Volkshochschulen, Workshops und Vorträgen gemeint. Die Teilnahme an solchen Formaten ging zumindest bei Personen mit Ausbildungsabschluss mit einer höheren Wahrscheinlichkeit der Neuaufnahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit einher.
Die Ergebnisse machen damit deutlich: Bildung im Alter hat viele Facetten. Sie dient der Auffrischung oder Erweiterung von Wissen für den Beruf, eröffnet Möglichkeiten persönlicher Weiterentwicklung und kann Räume für soziale Kontakte und gesellschaftliches Engagement schaffen. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass der Zugang zu Weiterbildung stark von Alter und Bildungsstand geprägt sind. Bildungsangebote sollten daher so gestaltet werden, dass Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlicher Bildungsbiografie angesprochen werden. Dies könnte einen längeren Verbleib im Erwerbsleben fördern und außerdem - über eine ehrenamtliche Einbindung - auch nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zur gesellschaftlichen Teilhabe beitragen.
Eine Pressegrafik steht zum Download zur Verfügung unter https://www.dza.de/presse/download-pressegrafiken
Die detaillierten Ergebnisse sind nachzulesen in:
Drewitz, M., Kelle, N., Bünning, M. (2026). Non-formale Bildungsaktivitäten und ehrenamtliches Engagement in der Nacherwerbsphase [DZA-Fact Sheet] Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen. https://doi.org/10.60922/0g6m-yr53
Henning, G., Spuling, S. M. & Wünsche, J. (2025). Bildungsbeteiligung und Altersbilder von Menschen in der zweiten Lebenshälfte: Befunde des Deutschen Alterssurveys (DEAS) 2023 [DZA-Fact Sheet]. Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen. https://doi.org/10.60922/1qbs-hd92
Schmelzle, R., & Henning, G. (2026). Job-Related Training and Planned Retirement Age in Germany: Evidence from the German Ageing Survey (DEAS). Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.20936798
Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung von Personen in der zweiten Lebenshälfte. Im Rahmen der Studie werden seit drei Jahrzehnten Menschen auf ihrem Weg ins höhere und hohe Alter regelmäßig befragt, die letzte Befragung fand 2023 statt. Der Deutsche Alterssurvey wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).
Pressekontakt:
Stefanie Hartmann
Deutsches Zentrum für Altersfragen
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stefanie.hartmann@dza.de
Tel.: 030 / 260 740 25
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