Vaduz (ots) -
Der Ausschuss für Finanzmarktstabilität (AFMS) diskutierte am 28. September 2026 in seiner 30. Sitzung insbesondere den aktuellen Konjunktur- und Risikoausblick, die Widerstandsfähigkeit des liechtensteinischen Finanzsektors in Krisensituationen sowie ausgewählte makroprudenzielle Fragestellungen.
Vor dem Hintergrund eines weiterhin anspruchsvollen internationalen Umfelds bleiben geopolitische Spannungen, die Auswirkungen des technologischen Wandels sowie erhöhte Bewertungen an den Finanzmärkten wichtige Einflussfaktoren für die Risikoanalyse. Gleichzeitig haben sich die globalen Konjunkturaussichten zuletzt stabilisiert. Der liechtensteinische Finanzplatz zeigt sich in diesem Umfeld weiterhin robust und widerstandsfähig.
Die FMA wird am 17. November 2026 den diesjährigen Financial Stability Report im Rahmen des Forums für Finanzmarktstabilität öffentlich präsentieren. An der Sitzung des AFMS wurden erste ausgewählte Analysen aus dem kommenden Finanzstabilitätsbericht vorgestellt. Diese befassen sich unter anderem mit der marktbasierten Finanzierung des Bankensektors, den Auswirkungen von Reputationsereignissen auf den Bankensektor, strukturellen Entwicklungen im liechtensteinischen Arbeitsmarkt und der Bedeutung verschiedener Modellannahmen für die Beurteilung von Liquiditätsrisiken im Bankensektor. Die Ergebnisse unterstreichen insgesamt die robuste Ausgangslage des liechtensteinischen Finanzsektors, zeigen jedoch gleichzeitig die Bedeutung einer laufenden Überwachung potenzieller Risikofaktoren auf.
Ein weiteres Thema der Sitzung des AFMS waren die vom Amt für Statistik geplanten Revisionen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). Der AFMS begrüsst diesen Schritt und die damit verbundene Weiterentwicklung der VGR vor dem Hintergrund der grossen Bedeutung dieser Statistik für eine evidenzbasierte Wirtschaftspolitik und den Erhalt der Finanzstabilität.
Makroprudenzielle Beschlüsse und weitere Arbeiten
Im Bereich der makroprudenziellen Politik beschloss der AFMS, den antizyklischen Kapitalpuffer (AZKP) unverändert bei 0 % des Gesamtrisikobetrags zu belassen. Die vorliegenden Analysen lassen derzeit keine Anzeichen für ein übermässiges Kreditwachstum erkennen.
Darüber hinaus bestätigte der Ausschuss die bestehenden Kapitalpuffer für andere systemrelevante Institute (A-SRI) in Höhe von 2%. Die aktuelle Kalibrierung wird als angemessen erachtet. Gleichzeitig wurde beschlossen, die zugrunde liegende Methodologie im kommenden Jahr vertieft zu überprüfen und die Höhe der Puffer erneut zu beurteilen.
Der AFMS behandelte zudem Fragen der europäischen Koordination makroprudenzieller Politik im Rahmen der ESRB-Empfehlung zur gegenseitigen Anerkennung makroprudenzieller Massnahmen. Im Zusammenhang mit dem sektoralen Systemrisikopuffer für gewerbliche Immobilienfinanzierungen in Österreich kam der Ausschuss zum Schluss, dass derzeit keine reziproke Anwendung der österreichischen Massnahme in Liechtenstein erforderlich ist. Die vorgenommenen Analysen zeigen, dass keine Anzeichen für regulatorische Arbitrage oder Wettbewerbsverzerrungen bestehen. Die Entwicklung der relevanten Risikopositionen wird weiterhin beobachtet.
Informationen zum AFMS
Der Ausschuss für Finanzmarktstabilität ist das zentrale Gremium der makroprudenziellen Aufsicht in Liechtenstein. Seine Aufgabe besteht darin, identifizierten Systemrisiken mit geeigneten makroprudenziellen Instrumenten, Empfehlungen und Risikohinweisen entgegenzuwirken und damit die Finanzmarktstabilität in Liechtenstein zu stärken. Die Mitglieder des AFMS werden von der FMA sowie dem Ministerium für Präsidiales und Finanzen in den Ausschuss entsendet.
Pressekontakt:
Ausschuss für Finanzmarktstabilität
Eve Beck, Vorsitzende
Telefon +423 236 74 37
eve.beck@regierung.li
Original-Content von: Fürstentum Liechtenstein, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.ch/de/pm/100000148/100942665
Der Ausschuss für Finanzmarktstabilität (AFMS) diskutierte am 28. September 2026 in seiner 30. Sitzung insbesondere den aktuellen Konjunktur- und Risikoausblick, die Widerstandsfähigkeit des liechtensteinischen Finanzsektors in Krisensituationen sowie ausgewählte makroprudenzielle Fragestellungen.
Vor dem Hintergrund eines weiterhin anspruchsvollen internationalen Umfelds bleiben geopolitische Spannungen, die Auswirkungen des technologischen Wandels sowie erhöhte Bewertungen an den Finanzmärkten wichtige Einflussfaktoren für die Risikoanalyse. Gleichzeitig haben sich die globalen Konjunkturaussichten zuletzt stabilisiert. Der liechtensteinische Finanzplatz zeigt sich in diesem Umfeld weiterhin robust und widerstandsfähig.
Die FMA wird am 17. November 2026 den diesjährigen Financial Stability Report im Rahmen des Forums für Finanzmarktstabilität öffentlich präsentieren. An der Sitzung des AFMS wurden erste ausgewählte Analysen aus dem kommenden Finanzstabilitätsbericht vorgestellt. Diese befassen sich unter anderem mit der marktbasierten Finanzierung des Bankensektors, den Auswirkungen von Reputationsereignissen auf den Bankensektor, strukturellen Entwicklungen im liechtensteinischen Arbeitsmarkt und der Bedeutung verschiedener Modellannahmen für die Beurteilung von Liquiditätsrisiken im Bankensektor. Die Ergebnisse unterstreichen insgesamt die robuste Ausgangslage des liechtensteinischen Finanzsektors, zeigen jedoch gleichzeitig die Bedeutung einer laufenden Überwachung potenzieller Risikofaktoren auf.
Ein weiteres Thema der Sitzung des AFMS waren die vom Amt für Statistik geplanten Revisionen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). Der AFMS begrüsst diesen Schritt und die damit verbundene Weiterentwicklung der VGR vor dem Hintergrund der grossen Bedeutung dieser Statistik für eine evidenzbasierte Wirtschaftspolitik und den Erhalt der Finanzstabilität.
Makroprudenzielle Beschlüsse und weitere Arbeiten
Im Bereich der makroprudenziellen Politik beschloss der AFMS, den antizyklischen Kapitalpuffer (AZKP) unverändert bei 0 % des Gesamtrisikobetrags zu belassen. Die vorliegenden Analysen lassen derzeit keine Anzeichen für ein übermässiges Kreditwachstum erkennen.
Darüber hinaus bestätigte der Ausschuss die bestehenden Kapitalpuffer für andere systemrelevante Institute (A-SRI) in Höhe von 2%. Die aktuelle Kalibrierung wird als angemessen erachtet. Gleichzeitig wurde beschlossen, die zugrunde liegende Methodologie im kommenden Jahr vertieft zu überprüfen und die Höhe der Puffer erneut zu beurteilen.
Der AFMS behandelte zudem Fragen der europäischen Koordination makroprudenzieller Politik im Rahmen der ESRB-Empfehlung zur gegenseitigen Anerkennung makroprudenzieller Massnahmen. Im Zusammenhang mit dem sektoralen Systemrisikopuffer für gewerbliche Immobilienfinanzierungen in Österreich kam der Ausschuss zum Schluss, dass derzeit keine reziproke Anwendung der österreichischen Massnahme in Liechtenstein erforderlich ist. Die vorgenommenen Analysen zeigen, dass keine Anzeichen für regulatorische Arbitrage oder Wettbewerbsverzerrungen bestehen. Die Entwicklung der relevanten Risikopositionen wird weiterhin beobachtet.
Informationen zum AFMS
Der Ausschuss für Finanzmarktstabilität ist das zentrale Gremium der makroprudenziellen Aufsicht in Liechtenstein. Seine Aufgabe besteht darin, identifizierten Systemrisiken mit geeigneten makroprudenziellen Instrumenten, Empfehlungen und Risikohinweisen entgegenzuwirken und damit die Finanzmarktstabilität in Liechtenstein zu stärken. Die Mitglieder des AFMS werden von der FMA sowie dem Ministerium für Präsidiales und Finanzen in den Ausschuss entsendet.
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Eve Beck, Vorsitzende
Telefon +423 236 74 37
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