
© Foto: Symbolbild mit KI erstellt
Vor kurzem noch 13,39 Euro, jetzt "nur noch" knapp 10,90 Euro. Die Deutz-Aktie hat binnen weniger Wochen etwas an Federn gelassen. Trotzdem werden viele Profis nicht nervös. Einfach Erklärung dazu: Der Kölner Motorenbauer baut gerade kräftig um. Er kauft für 1,6 Milliarden Euro einen Rüstungsspezialisten und liefert erste Roboterfahrzeuge in die Ukraine. Ferner knüpft Deutz Kontakte in die USA. Sogar Aufsichtsräte haben Aktien zuletzt nachgelegt. Und im Chart wartet eine Marke, die alles entscheiden kann. Hält sie, ist der Weg Richtung 15 Euro frei. Wie Sie klug und clever einsteigen, lesen Sie hier.
Vom Motorenbauer zum Verteidigungsplayer
Deutz verändert sich. Der Traditionskonzern aus Köln will mehr sein als "nur" ein Hersteller von Dieselmotoren. Herzstück ist die geplante Übernahme von FFG Flensburger Fahrzeugbau für 1,6 Milliarden Euro. Damit steigt Deutz ins Geschäft mit Verteidigungstechnik ein. Das verspricht bessere Margen. Bezahlt wird dies teils mit "frischem Geld". 15,26 Millionen neue Aktien brachten rund 179 Millionen Euro ein. Das drückte zumindest kurz auf den Kurs, dazu kamen Gewinnmitnahmen nach dem starken Lauf. Der Rückgang wirkt also dramatischer, als er ist. Dazu gibt es neue Impulse, denn mit dem US-Partner Hypercraft prüft Deutz Antriebe für unbemannte Bodenfahrzeuge. Noch ist das nur eine Absichtserklärung, kein Auftrag. Aber die Richtung stimmt. Erste von diesen Gereon-Roboter sind schon in der Ukraine angekommen.

Charttechnik
Im Juni stand die Aktie noch unter 9 Euro. Im September folgte das Hoch bei 13,39 Euro. Seitdem geht es abwärts, zuletzt auf unter 11 Euro. Jetzt wird es interessant, denn bei 10,31 Euro verläuft der 200er SMA. Das ist die wichtige Unterstützungsline für den langfristigen Aufwärtstrend. Auch viele Fonds und Handelsprogramme orientieren sich an ihr. Hält der Kurs dort, ist ein neuer Anstieg gut möglich. Erst wäre Luft bis in den Bereich um 13 Euro. Auf mittlere Sicht sind gut und gerne auch 15 Euro möglich, das wären gut 35 Prozent Plus und mehr bezogen auf den aktuellen Kurs. Das Potenzial ist demnach groß. Rutscht die Aktie aber unter 9,50 Euro, wird es heikel.
Was tun?
Die Chancen überwiegen aktuell, aber ganz ohne Risiko ist es nicht. Für Deutz sprechen aber auch die guten Zahlen. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 10,7 Prozent auf gut 1,1 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT lag bei 79,7 Millionen Euro. Die Jahresprognose von 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro Umsatz bleibt stehen. Auch die Analysten bleiben positiv. ODDO BHF sieht 16,50 Euro, Warburg sogar 19 Euro. Bremsen könnte zumindest die letzte Verwässerung, der schwächelnde Maschinenbau und der fehlende Hypercraft-Auftrag. Sinnvoll wäre deshalb eventuell ein gestaffelter Einstieg. Ein Teil jetzt, der nächste nahe des 200er SMA bei 10,31 Euro. Als eine Art "Notstopp" bietet sich ein Kurs knapp unter 9,50 Euro an. Am 5. November kommen neue Zahlen. Dann kann man schon wieder klarer sehen, wohin die Reise auch fundamental weitergehen dürfte.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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