DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
EZB-Chefvolkswirt Lane: Energiepreise könnten Nachfrage dämpfen
Der jüngste Anstieg der Energiepreise im Euroraum könnte die Nachfrage in der Eurozone nach Aussage von Philip Lane, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), über verschiedene Kanäle abkühlen und somit die Notwendigkeit von Zinserhöhungen zur Eindämmung der Inflation begrenzen. Die EZB hatte im vergangenen Monat ihren Leitzins zum zweiten Mal seit Beginn des Krieges zwischen den USA und dem Iran Ende Februar angehoben. Anleger rechnen mit weiteren Zinserhöhungen, nachdem die Inflation in der Eurozone im September ein Dreijahreshoch erreicht hatte. In einer Rede legte Lane jedoch verschiedene Wege dar, wie die "zweite Welle" des Energieangebotsschocks die Wirtschaft der Eurozone verlangsamen könnte. Dabei hob er den Sprung der Renditen langlaufender Staatsanleihen als eine "erhebliche Straffung" der Finanzierungsbedingungen hervor. "Ceteris paribus können diese Kanäle der 'Nachfragedämpfung' die erforderliche Anpassung des geldpolitischen Kurses begrenzen, die nötig ist, um eine fristgerechte Rückkehr der Inflation zum Zielwert zu gewährleisten", sagte er.
Euroraum-PMI steigt in zweiter Veröffentlichung wie erwartet
Die Aktivität in der Wirtschaft des Euroraums hat im September deutlich stärker als im Vormonat zugenommen. Der von S&P Global erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Produktion im verarbeitenden und nicht-verarbeitenden Gewerbe stieg in zweiter Veröffentlichung auf 53,1 (August: 52,0) Punkte, ein 41-Monats-Hoch. In erster Veröffentlichung waren ebenfalls 53,1 Punkte gemeldet worden. Der Dienstleistungs-PMI erhöhte sich auf 53,0 (51,6) Punkte. Auch in erster Veröffentlichung hatte S&P Global 53,0 Punkte gemeldet. Italiens aggregierter PMI sank auf 51,0 (53,6) Punkte, Frankreichs stieg auf 51,1 (48,5) und Deutschlands auf 53,8 (51,8) Punkte.
S&P Global: Deutsche Dienstleister kommen im September in Schwung
Die Geschäftsaktivität im deutschen Servicesektor hat sich im September lebhafter als im Vormonat gezeigt. Der von S&P Global für den Sektor ermittelte Einkaufsmanagerindex erhöhte sich auf 52,9 von 49,7 Punkten, wie aus den finalen Daten für den Monat hervorgeht. Auch vorläufig war für September ein Wert von 52,9 ermittelt worden. Insgesamt hat sich das Wachstum in Deutschlands Wirtschaft im September beschleunigt. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - stieg auf 53,8 von 51,8 Punkten im Vormonat. Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung.
Sentix-Konjunkturindex Deutschland sinkt im Oktober
Die Einschätzung der deutschen Wirtschaft durch Investoren hat sich im Oktober leicht eingetrübt. Der von dem Beratungsunternehmen Sentix erhobene Konjunkturindex für Deutschland sank auf minus 3,6 (September: minus 2,8) Punkte. Allerdings verbesserte sich die Beurteilung der aktuellen Lage zum vierten Mal in Folge, und zwar auf minus 14,5 (minus 16,8), den höchsten Wert seit Mai 2023. "Das hört sich allerdings besser an als es ist, denn die Lagewerte sind mit minus 14,5 Punkten noch immer negativ", kommentierte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner diese Entwicklung. Immerhin zeige die deutsche Konjunktur, dass sie sich nicht vollends von der globalen Konjunktur entkoppelt habe. Die Index der Erwartungen sank dagegen auf 8,0 (12,3) Punkte. Der Konjunkturindex des Euroraums ging auf 2,7 (5,1) Punkte zurück, wobei der Lageindex bei minus 3,3 Punkten verharrte und der Erwartungsindex auf 8,8 (13,8) Punkte sank.
VDMA meldet Dämpfer beim Auftragseingang im August
Der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland ist im August im Vergleich zum Vorjahr um real 5 Prozent gesunken. Wie der Branchenverband VDMA mitteilte, waren alle Kennziffern rückläufig: Die Bestellungen aus dem Inland gingen um 2 Prozent zurück, aus dem Ausland sanken sie um insgesamt 6 Prozent. Der Rückgang aus den Euro-Partnerländern war mit 10 Prozent doppelt so groß wie aus den Nicht-Euro-Ländern (minus 5 Prozent). "Nach zuvor zwei Monaten mit Wachstum ist dieses Ergebnis ein leichter Dämpfer. Zu beachten ist dabei jedoch, dass es im August dieses Jahres im Gegensatz zum Vorjahr keine Großanlagen-Bestellungen gab", erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt.
Saudi-Arabien senkt Rohölpreise für Asien kräftig
Saudi-Arabien, der weltweit größte Ölexporteur, hat den Preis für seine wichtigste Rohölsorte für asiatische Abnehmer drastisch gesenkt, nachdem sich die Durchflüsse durch die Straße von Hormus beschleunigt haben. Der staatliche Förderkonzern Saudi Aramco reduzierte am Sonntag den offiziellen Verkaufspreis für November-Lieferungen seiner Sorte Arab Light nach Asien - dem größten Markt für mittelöstliches Öl - um 3 US-Dollar pro Barrel auf einen Abschlag von 5 Dollar gegenüber dem Benchmark-Durchschnitt aus Oman/Dubai.
Spaniens Ministerpräsident Sanchez kündigt vorgezogene Neuwahlen an
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez hat für den kommenden Monat Neuwahlen zum Parlament ausgerufen. Dieser Schritt könnte das Ende seiner achtjährigen Amtszeit an der Spitze des Landes einläuten. Der sozialistische Regierungschef erklärte am Montag, dass er den Kongress auflösen werde. Die Wahlen zum spanischen Unterhaus sollen am 29. November stattfinden. Umfragen deuteten darauf hin, dass die konservative Oppositionspartei die meisten Stimmen gewinnen und zusammen mit der rechtspopulistischen Partei Vox eine parlamentarische Mehrheit erreichen könnte.
US-Senatoren kontaktieren Versicherer wegen Null-Auszahlungs-Fällen
Zwei US-Senatoren, eine Demokratin und ein Republikaner, leiten nach Recherchen des Wall Street Journal über das steigende Risiko ausbleibender Entschädigungszahlungen eine Ermittlung dazu ein, wie führende Wohngebäude- und Kfz-Versicherer Schadenfälle bearbeiten. Die Senatorin Elizabeth Warren (Demokraten, Massachusetts), Mitglied des Bankenausschusses des Senats, und Senator Josh Hawley (Republikaner, Missouri) wandten sich am Freitag schriftlich an sechs der größten Versicherungen. In den Schreiben fordern sie Daten und Erklärungen für das für viele US-Amerikaner steigende Risiko, dass ein gemeldeter Schadenfall ohne Auszahlung bleibt.
Eurozone/Erzeugerpreise Aug +1,9% gg Vm, +8,2% gg Vj
Eurozone/Erzeugerpreise Aug PROG: +1,8% gg Vm, +7,6% gg Vj
Eurozone/Erzeugerpreise ex Energie Aug +0,2% gg Vm, +3,4% gg Vj
GB/Einkaufsmanagerindex Service Sep 52,1 - S&P Global
GB/Einkaufsmanagerindex Service Aug war 52,5 - S&P Global
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October 05, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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