
© Foto: von Sylvester Böhle auf Pixabay
Noch im September stieg die Aktie auf ein Hoch seit über 15 Jahren bei 35,84 Euro. Jetzt könnte die Party schon wieder vorbei sein, denn fast 15 Prozent hat die Deutsche Bank in vier Wochen verloren. Der 50er SMA ist gerissen. Auch der 100er SMA ist durchschritten. Nur der 200er hält noch stand. Noch! Der eine Aktienrückkauf der Bank ist abgeschlossen. Jetzt beginnt eine neuer, sie plant neue Geschäfte und bekommt Lob von Analysten, aber reicht das für steigende Kurse? Wir haben die Lage angeschaut und für Sie sortiert.
Rückkauf, Zinsangst und ein besorgter Chef
Erst die gute Nachricht. Die Deutsche Bank hat ihr Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen. Zwischen dem 25. August und dem 25. September kaufte sie gut 15 Millionen eigene Aktien. Das sind 0,8 Prozent des Grundkapitals. Der Schnitt lag bei 33,19 Euro, das Volumen bei 500 Millionen Euro. Das alleine dürfte schon den Kurs gestützt haben. Dazu kommen weitere Themen. Laut Bloomberg prüft die Bank einen Risikotransfer für Kredite über rund 2 Milliarden US-Dollar. Das könnte Kapital freisetzen, muss aber erst klappen. Auch beim neuen Altersvorsorgedepot will sie mitmischen, das 2027 startet. Und Chef Christian Sewing warnt, dass die Wahlerfolge extremer Parteien Investoren abschrecken könnten. Auch beim Thema Künstliche Intelligenz mischt die Bank mit. Sie führte die Fremdfinanzierung für den Rechenzentrumsentwickler 5C an. Seit 2025 flossen dort über 1,4 Milliarden US-Dollar. Jetzt denkt 5C über einen Börsengang nach. Für die Bank bringt das zunächst keinen bezifferbaren Ertrag. Es zeigt aber, wo Kapital gerade gefragt ist.
Charttechnik
Im September kletterte die Aktie auf 35,84 Euro. So hoch stand sie seit über 15 Jahren nicht. Seitdem geht es aber bergab. Zuletzt lag der Kurs bei knapp über 31 Euro. Der 50er SMA bei 33,14 Euro ist gerissen. Der 200er wurde erfolgreich getestet und hielt zunächst stand. Dennoch sind die klaren Warnsignale erkennbar. Jetzt zählt der 200er SMA. Hält sie wirklich nachhaltig stand, dann ist dies gut für einen Rebound nach oben, aber der Abstand ist winzig. Fällt der 200er SMA, rückt der Bereich um 29,50 bis 30 Euro ins Blickfeld. Dort verläuft auch der Aufwärtstrend. Ein Sprung zurück über die 50er wäre ein erstes Zeichen der Entspannung. Der Momentum-Trend zeigt aktuell weiter nach unten.

Was tun?
Die Lage ist gemischt. Fundamental sieht es solide aus. Das KGV liegt bei etwa 9 bis 10, die Dividendenrendite ist attraktiv mit ca. 3 Prozent. Drei Analysten raten im September zum Kauf, das Kursziel liegt im Schnitt bei knapp 42 Euro. Neue Quartalszahlen liegen nicht vor, der Rückkauf zeigt aber Selbstvertrauen. Dagegen drücken steigende Anleiherenditen auf die Stimmung. Wer schon investiert ist, schaut genau auf den 200er SMA. Ein Wochenschluss unter 30 Euro könnte für Vorsichtige ein Grund sein, Gewinne mitzunehmen. Wer neu einsteigen will, könnte auf eine Erholung über 32 Euro warten oder in kleinen Schritten kaufen. Beides ist eine Abwägung. Jeder sollte aber natürlich nach der eigenen Lage entscheiden. Wichtig ist immer das Risiko zu begrenzen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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