Paris (www.anleihencheck.de) - Emma Gayrard, CFA, Credit Portfolio Manager bei Crédit Mutuel Asset Management, analysiert in einem aktuellen Bericht die Entwicklungen am Anleihemarkt.1. Warum stehe der Anleihemarkt unter Druck, und wo sollten Anleger in diesem Umfeld nach Rendite Ausschau halten?Mehrere miteinander verknüpfte Faktoren würden den jüngsten Ausverkauf am Anleihemarkt vorantreiben. Der wichtigste Treiber sei der durch den Iran-Krieg und die daraus resultierenden Spannungen in der Straße von Hormus ausgelöste, energiebedingte Inflationsschock gewesen. Höhere Energiekosten würden sich direkt auf die Gesamtinflation niederschlagen, Stagflationsängste wieder aufleben lassen und die Zentralbanken zum Handeln zwingen. In Europa habe dies einen Kurswechsel der EZB in Richtung einer restriktiven Geldpolitik ausgelöst: Nach aggressiven Zinssenkungen in den Jahren 2024 bis 2025 habe die EZB ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50% angehoben (ihre zweite Zinserhöhung seit Beginn des Iran-Kriegs) und gleichzeitig ihre Inflationsprognosen nach oben korrigiert. In den USA hänge die Inflation weniger direkt mit dem Energieschock zusammen. Die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft habe jedoch die Erwartungen an eine restriktive Neuausrichtung der Geldpolitik geschürt. Eine zweite wichtige Kraft sei fiskalischer Natur: Steigende Haushaltsdefizite und Konjunkturprogramme in den USA, Europa und Japan, kombiniert mit KI-getriebenen Investitionsausgaben, würden die Regierungen dazu zwingen, große Mengen an Staatsanleihen zu emittieren. Dies belaste die Zinsen und verschärfe die Erwartungen hinsichtlich der kurzfristigen Zinsen. ...Den vollständigen Artikel lesen ...
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