
© Foto: Symbolbild mit KI erstellt
Über minus 30 Prozent seit Jahresbeginn und trotzdem ist Xiaomi gerade jetzt einen Blick wert, denn der Konzern liefert so viele Elektroautos aus wie nie zuvor, kauft Millionen eigene Aktien zurück und bekommt Rückendeckung von großen Banken. Gleichzeitig drücken teure Speicherchips auf die Gewinne im Smartphone-Geschäft. Die Anleger zögern, doch im Chart liegt eine ganz bestimmte Kursmarke, die einiges verändern könnte. Springt der Kurs darüber, wäre der Weg bis 5 oder sogar 6 Euro offen, das muss aber nicht passieren. Wo genau diese Linie verläuft, was die Zahlen sagen und worauf es jetzt ankommt, lesen Sie hier bitte weiter.
Autos laufen, Aktie läuft (noch) nicht
Xiaomi liefert richtig gut. Sowohl bei den Autos als auch bei den Rückkäufen. Im September rollten mehr als 40.000 Fahrzeuge zu den Kunden, seit Januar sind es über 286.000. Allein die neue Modellreihe schaffte im ersten Monat mehr als 10.000 Stück. Das ist ein ordentliches Tempo. Nur die Aktie spielt (noch) nicht mit. Sie steht bei 2,71 Euro und liegt seit Jahresbeginn deutlich über 30 Prozent im Minus. Das Management stemmt sich zwar vehement dagegen. Am vergangenen Freitag kaufte Xiaomi z. B. 4,1 Millionen eigene B-Aktien zurück, Kostenpunkt knapp 99 Millionen Hongkong-Dollar. Ende September flossen zudem rund 49 und 62 Millionen Hongkong-Dollar in weitere Rückkäufe. Die Papiere sollen eingezogen werden. Dadurch gibt es weniger Aktien am Markt, und jeder verbleibende Anteil wiegt rechnerisch mehr. Das ist ein positives Signal, aber noch lange keine reale Kurswende. Warum zögern aber die Anleger noch? Eine Antwort könnte sein, dass es im Kerngeschäft noch "drückt". Teure Speicherchips fressen die Marge bei den Smartphones. Im zweiten Quartal sank der Gewinn je Aktie auf 0,42 Hongkong-Dollar, nach 0,50 im Vorjahr. Der Umsatz stieg kaum, auf 125,4 Milliarden Hongkong-Dollar. HSBC sieht 2026 als Übergangsjahr, rät aber zum Kauf und auch die Citi bleibt bei ihrem Voting: Kaufen.
Charttechnik
Der Chart sieht natürlich angeschlagen aus, nichts anderes ist von einer Aktie zu erwarten, die so viel bislang seit Jahresstart verloren hat. Die Aktie hängt im unteren Bereich der Jahresspanne fest. Das 52-Wochen-Hoch lag bei knapp 6 Euro, das Tief bei rund 2,40 Euro. Aktuell sind es 2,72 Euro. Der Kurs liegt unter dem 50er- und unter dem 200er SMA. Noch haben also die Bären das Sagen. Ein Boden ist aber möglich, denn die Rückkäufe geben dem Kurs Halt und jetzt könnte es spannend werden, da die Aktie nach oben drehen könnte. Sie muss es aber nicht. Entscheidend ist die immens wichtige Marke von 3,50 Euro. Springt der Kurs darüber, liegt er wieder über beiden SMAs. Das wäre ein positives Signal der Technik. Dann wäre Luft bis 5 Euro, vielleicht sogar bis 6 Euro. Bis dahin bleibt es ein Wartespiel. Scheitert der Ausbruch, droht ein neuer Test der Tiefs.

Was tun?
Die Lage ist gemischt. Für die Aktie sprechen der starke Autoabsatz, der gelungene Start der Xiaomi-18-Serie mit rund 203.000 Aktivierungen in der ersten Woche, die Rückkäufe und die Kaufempfehlungen von HSBC und Citi. Dagegen stehen sinkende Gewinne im zweiten Quartal, Margendruck bei den Smartphones und ein Chart ohne Trendwende. Vorsichtige Anleger warten ab, bis die Aktie die 3,50 Euro knackt. Wer schon investiert ist, behält diese Marke im Blick. Mutigere könnten in Tranchen einsteigen und den Stoppkurs eng setzen. Am 24. November kommen die Zahlen zum dritten Quartal. Sie könnten dann z. B. zeigen, ob Xiaomi endlich wieder mehr Geld verdient. Bis dahin könnte der Kurs noch eine ganze Weile teils heftiger schwanken.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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