DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Lane: Höherer Neutralzins durch KI noch weit entfernt
Der so genannte neutrale Gleichgewichtszins des Euroraums hat sich nach Aussage von Philip Lane, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), in jüngster Zeit nicht verändert. Bei einer Konferenz von Societe Generale sagte Lane, die makroökonomischen Fundamentaldaten hätten sich bisher nicht allzu sehr verändert, und der Anstieg der langfristigen Marktzinsen könne auch Markterwartungen hinsichtlich des Verhaltens der Zentralbank spiegeln. Der neutrale Gleichgewichtszins ist der nicht beobachtbare Zins, der das Wachstum weder anschiebt noch bremst, wobei sich die Inflationsrate beim Zielwert der Zentralbank befindet. Im März dieses Jahres hatte Lane gesagt, dass der neutrale Gleichgewichtszins seit 2024 leicht gestiegen sei. Lane nannte 2,50 (zuvor: 2,25) Prozent als neue Obergrenze des als neutral angenommenen Bereichs. Wollte die EZB die Wirtschaft bremsen, müsste sie ihren Leitzins auf ein Niveau heben, das oberhalb dieses Bereichs liegt.
Lane: EZB wird aktivere Geldpolitik betreiben müssen
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Aussage ihres Chefvolkswirts Philip Lane zukünftig eine aktivere Geldpolitik betreiben. In einem Interview sagte Lane, ihn halte wach, dass die EZB in ihrer Strategieprüfung festgehalten habe, dass die Welt von vielen strukturellen Veränderungen geprägt sei: Geopolitik, Handel, das internationale Finanzsystem, KI, Automatisierung und Klimawandel. "Wir glauben, dass diese Welt volatiler sein wird. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich die durchschnittliche Inflationsrate ändern wird, aber wir werden aufgrund dieser Schocks eine aktivere Geldpolitik betreiben müssen", sagte er bei einer Konferenz von Societe Generale. Manchmal werde die EZB über die Entwicklung hinwegsehen, manchmal werde sie moderat reagieren und manchmal werde sie nicht-linear vorgehen müssen. "Was wir im Moment sagen, ist: Wir halten dies für einen mittelgroßen Schock, auf den wir mit einer maßvollen Reaktion antworten müssen", sagte Lane.
Fed-Mitglied Waller sieht zeitliche Flexibilität für weitere Zinserhöhungen
Der Gouverneur der US-Notenbank, Christopher Waller, rechnet mit weiteren Zinserhöhungen, um eine zeitnahe Rückkehr der Inflation zum Zielwert der Fed zu unterstützen. Er betonte jedoch, dass bezüglich des Zeitpunkts dieser Erhöhungen eine gewisse Flexibilität bestehe. Diese zusätzlichen Zinserhöhungen müssten nicht auf aufeinanderfolgenden Sitzungen beschlossen werden, sagte Waller. Laut dem vorab veröffentlichten Text einer Rede, die er am frühen Donnerstag auf einer Veranstaltung in Istanbul hielt, sollten sie jedoch "in einem akzeptablen Zeitraum" erfolgen. Wallers Äußerungen folgen auf ähnliche Kommentare des Vizevorsitzenden der US-Notenbank, Philip Jefferson, und des Präsidenten der New Yorker Fed, John Williams. Beide hatten signalisiert, dass sich die Fed Zeit lassen könnte, bevor sie eine erneute Zinsanhebung beschließt.
Ölkonzerne drosseln wegen des Tropensturms Isaias Förderung am Golf von Mexiko
Ölkonzerne drosseln angesichts des heraufziehenden Tropensturm Isaias ihre Förderung im Golf von Mexiko und holen das Personal von ihren Offshore-Anlagen zurück. Isaias verstärke sich und werde voraussichtlich bis zu seinem Eintreffen an Land am Freitag zu einem starken Hurrikan angewachsen sein, teilte das Nationale Hurrikanzentrum mit.
Taiwan Exporte Sep +60,9% gg Vorjahr (PROG +46,5%)
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October 08, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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