DJ MÄRKTE USA/Etwas festerer Börsenstart - Telekomtitel auf Talfahrt
DOW JONES--Nach einer zweitägigen Durststrecke präsentiert sich die Wall Street am Freitag mit Aufschlägen. Rekordhochs am Montag und Dienstag folgten Abschlägen an den Folgetagen. Der Aktienmarkt hängt weiter ganz entscheidend an der Ölpreisentwicklung und den Anleiherenditen. Zwar haben die Rohölpreise in der Zwischenzeit knapp ins Plus gedreht, gleichwohl erreichen die Inflationssorgen nicht mehr das jüngste Schreckensniveau. Denn die Stimmung der Verbraucher hat sich im Oktober eingetrübt und dies deutlicher als erwartet. Diese Entwicklung dürfte die Inflation im Zaum halten, so die Markthoffnung.
Die Anleiherenditen ziehen mit den Ölpreisen gleichwohl wieder etwas an, bewegen sich aber klar unter den jüngsten 24-Jahreshochs. Gegen Mittag US-Ostküstenzeit legt der Dow-Jones-Index um 0,6 Prozent auf 51.232 Punkte zu, S&P-500 und Nasdaq-Composite gewinnen je 0,5 Prozent. Für Beruhigung sorgt, dass am Vorabend die dritte Auktion von US-Staatsanleihen in dieser Woche erneut problemlos über die Bühne ging, womit sich Befürchtungen über eine nachlassende Nachfrage zerstreuen. "Es war eine gute Woche für US-Anleiheauktionen", urteilen die ING-Analysten Padhraic Garveyund und Benjamin Schroeder. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentieren mit 5,26 Prozent 2 Basispunkte höher.
Mit den leicht zulegenden Renditen klettert auch der US-Dollar, der Dollar-Index rückt 0,1 Prozent vor. Der Greenback hat laut ING-Analyst Francesco Pesole nur begrenzten Spielraum für einen Rückgang, da die Anleihemärkte und die Risikostimmung fragil blieben, während von der US-Notenbank erwartet werde, dass sie die Zinsen im Dezember erneut anheben werde.
Die Ölpreise kommen zunächst zurück, nachdem US-Präsident Donald Trump von produktiven Gesprächen mit Teheran gesprochen und zumindest kurzfristig keine Angriffe auf den Iran avisiert hat. Aktuell verteuert sich Erdöl der Sorte Brent um 0,2 Prozent auf 104,49 Dollar. Die sich unter ihren jüngsten Hochs bewegenden Renditen machen Gold attraktiver, die Feinunze versteuert sich um 1,4 Prozent.
Die Verwirrung um die Umsatzentwicklung von OpenAI, die am Vortag die Sektorwerte belastet hatte, scheint sich indes nicht ganz gelegt zu haben. Berichte über einen deutlich niedrigeren Erlös bei OpenAI als zunächst kommuniziert hatten für Unruhe gesorgt, aber offenbar ging die Diskrepanz aus unterschiedlichen Berechnungsmethoden für den annualisierten Umsatz bei OpenAI und seinem Konkurrenten Anthropic zurück. Der Versuch von Investoren, einen direkten Vergleich zwischen den Umsätzen der beiden Unternehmen herzustellen, habe zu den zunächst höheren Schätzungen geführt, heißt es. Gleichwohl kehrt die Skepsis zurück. "Die Märkte haben einen weiteren KI-Entlastungsimpuls erhalten, aber die zugrunde liegende Struktur bleibt fragil", sagt Analyst Patrick Munnelly von Tickmill. Intel drehen 1,5 Prozent ins Minus, AMD 1,7 Prozent - Nvidia notieren mittlerweile 0,4 Prozent tiefer.
Aktien aus dem Telekommunikationssektor stechen mit deutlichen Abgaben hervor. Das Raketen- und KI-Unternehmen SpaceX (+2,6%) will seine Anstrengungen verstärkt, ins US-Mobilfunkgeschäft einzusteigen. Dafür hat das Unternehmen von Elon Musk mit einem großen Frequenzkauf den Grundstein gelegt. T-Mobile US brechen 12,6 Prozent ein, Verizon Communications verlieren 9,6 Prozent und AT&T 10,1 Prozent.
Um 1,8 Prozent werden Apple tiefer gehandelt. Laut einem Bericht reduziert der Technologiekonzern wegen einer schwächelnden Nachfrage die Bestellungen für iPhone-Bauteile. Alignment Healthcare brechen um 15 Prozent ein, die US-Behörde CMS hat die wichtigen Medicare-Qualitätseinstufungen der Versicherung abgestuft, es droht damit ein Wegfall von Qualitätsboni. Umgekehrt darf Humana auf höhere Zahlungen hoffen, der Kurs springt um 12,7 Prozent nach oben.
Nach einem gesenkten Ausblick sinken Delta Air Lines um 1,7 Prozent. Lumentum legen 6,3 Prozent zu. Laut CEO Michael Hurlston sind die optischen Komponenten des Unternehmens angesichts des Booms bei KI-Rechenzentren bis Anfang 2029 vollständig ausverkauft.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 51.547,59 +0,6 +315,95 51.231,64 S&P-500 7.802,09 +0,5 +36,73 7.765,36 NASDAQ Comp 27.337,83 +0,5 +144,49 27.193,34 NASDAQ 100 30.850,67 +0,4 +124,86 30.725,81 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,80 +0,05 4,82 4,75 5 Jahre 5,03 +0,04 5,05 4,97 10 Jahre 5,26 +0,02 5,28 5,22 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17.30 EUR/USD 1,1191 -0,2 -0,0018 1,1209 1,1186 EUR/JPY 177,2 +0,1 0,2300 176,97 176,9300 EUR/CHF 0,9294 -0,3 -0,0028 0,9322 0,9324 EUR/GBP 0,846 -0,1 -0,0012 0,8472 0,8469 USD/JPY 158,32 +0,3 0,4600 157,86 158,1400 GBP/USD 1,3226 +0,0 0,0002 1,3224 1,3204 USD/CNY 6,692 -0,2 -0,0101 6,7021 6,7045 USD/CNH 6,6932 -0,2 -0,0102 6,7034 6,7049 AUS/USD 0,6977 +0,3 0,0022 0,6955 0,6959 Bitcoin/USD 82.867,73 +1,3 1.099,15 81.768,58 83.060,25 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 91,69 +0,2 0,20 91,49 Brent/ICE 104,49 +0,2 0,21 104,28 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.191,75 +1,4 57,82 4.133,93 Silber 60,89 +2,6 1,55 59,34 Platin 1.687,65 +3,3 53,40 1.634,25 (Angaben ohne Gewähr) ===
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October 09, 2026 12:42 ET (16:42 GMT)
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