DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Morgan Stanley: EZB könnte Bilanzverkleinerung aussetzen
Der Anstieg der Anleihezinsen im Euroraum hat nach Aussage von Morgan-Stanley-Analysten zu einer Straffung der Finanzierungsbedingungen geführt, die die Europäische Zentralbank (EZB) dazu veranlassen könnte, beim Abbau ihrer Anleihebestände eine Pause einzulegen. Einen zusätzlichen Anreiz für eine solche Maßnahme sehen sie darin, dass sich die Überschussliquidität im Bankensystem der von ihnen als "kritisch" wahrgenommenen Grenze von 2 Billionen Euro nähert. "Legt man einen einfachen Maßstab an, entspricht der seit Beginn des Nahostkonflikts beobachtete Anstieg der synthetischen Zinsstrukturkurve des Euroraums im Großen und Ganzen sechs Zinserhöhungen der EZB (unter Anwendung der Faustregel, dass eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte zu einem Anstieg der langfristigen Zinsen um etwa 12,5 Basispunkte führt)", schreiben sie Analysten in einer Analyse. Die Entwicklungen seit der EZB-Sitzung im September fügten dem rechnerisch zwei weitere Erhöhungen hinzu.
Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht an Hall und Woodford
Die schwedische Akademie der Wissenschaften verleiht den von der Riksbank im Gedenken an Alfred Nobel gestifteten Preis für Wirtschaftswissenschaften in diesem Jahr an die US-Ökonomen Robert E. Hall und Michael Woodford. Die Wissenschaftler hätten makroökonomische Modelle entwickelt, die die Fähigkeit zu wirksamen stabilisierenden fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen deutlich verbessert hätten, teilte die Akademie mit. Gemeint sind damit Maßnahmen, die zur Glättung von konjunkturellen Auf- und Abschwüngen beitragen können.
Bank of Korea erwartet nur geringe Auswirkungen des Haushalts 2027 auf die Inflation
Der Gouverneur der Bank of Korea, Shin Hyun-song, erwartet, dass die von der Regierung für das nächste Jahr geplante Budgeterhöhung nur marginale Auswirkungen auf die Inflation haben wird. Wie Shin am Montag bei einer parlamentarischen Prüfung der Zentralbank erklärte, werde der vorgeschlagene Staatshaushalt für 2027 die Gesamtinflation lediglich um 0,06 Prozentpunkte erhöhen. Der Chef der Bank of Korea spielte Bedenken herunter, wonach die höheren Staatsausgaben im nächsten Jahr im Widerspruch zur straffen Geldpolitik stehen könnten. Er betonte, dass der zusätzliche inflationäre Effekt begrenzt sein werde.
Bundesnetzagentur: Deutsche Post darf ab 2027 Porto erhöhen
Die DHL-Tochter Deutsche Post darf Anfang 2027 ihr Porto für bestimmte Brief- und Paketleistungen erhöhen. Wie die Bundesnetzagentur, die der Post den Erhöhungsspielraum vorgibt, mitteilte, darf ein Brief von Privatkunden im Schnitt um 20,35 Prozent teurer werden. Der Preis für Pakete von Privatkunden darf im Schnitt um 10,72 Prozent steigen, für Geschäftspost um 20,35 Prozent. Die möglichen Portoerhöhungen gelten für zwei Jahre, also bis Ende 2028. Die Post darf selbst entscheiden, wie sie die Spielräume nutzt, sie könne die Preise einzelner Produkte stärker, die anderer geringfügiger anheben.
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October 12, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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