DJ IWF lässt BIP-Prognosen nahezu unverändert - deutsche steigt
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft im laufenden und kommenden Jahr nahezu unverändert gelassen. Wie aus dem aktuellen Weltwirtschaftsausblick hervor geht, wurde aber die deutsche Prognose für 2026 deutlich angehoben, während Frankreichs Prognosen gesenkt wurden. Kurzfristig halten sich laut IWF-Prognose die negativen Folgen des Kriegs im Nahen Osten und die positiven der Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) in etwa die Waage, wobei die Inflation von beiden Faktoren getrieben wird. Der IWF rechnet für 2026 mit einem Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3,1 (Juli-Prognose: 3,0) Prozent und für 2027 mit unverändert 3,4 Prozent Wachstum.
"Zwei große transformative Kräfte - Geopolitik und Technologie - gestalten die Weltwirtschaft um, und dabei werden ihre kurzfristigen Auswirkungen allmählich sichtbar, während ihre langfristigen Folgen noch weitgehend unbekannt sind", heißt es in der Einleitung des IWF-Berichts. Technologie mache sich in jüngster Zeit als positiver Nachfrageschock bemerkbar, der durch Investitionen in KI sowie die dazugehörige Hardware und Infrastruktur angetrieben werde. Ob sich dieser positive Nachfrageschock langfristig in einen positiven Angebotsschock verwandeln werde, indem er für schnelleres Produktivitätswachstum sorgt, bleibe abzuwarten.
Der IWF rechnet für 2026 und 2027 mit einem Anstieg des US-BIP um 2,3 (2,3) und 2,3 (2,2) Prozent. China werden Wachstumsraten von 4,5 (4,6) und 4,0 (4,1) Prozent prognostiziert, Japan 0,7 (0,6) und 0,7 (0,7) Prozent Wachstum. Für den Euroraum kalkuliert der IWF mit Wachstumsraten von 1,1 (9,9) und 1,2 (1,2) Prozent.
Dahinter stecken höhere Wachstumsprognosen für Deutschland, Italien und Spanien und niedrigere für Frankreich. Deutschland traut der IWF nun BIP-Zuwächse von 1,3 (0,7) und 1,1 (1,0) Prozent zu, Italien 0,8 (0,5) und 0,6 (0,5) Prozent Wachstum sowie Spanien 2,5 (2,1) und 1,8 (1,8) Prozent. Frankreichs Wachstum wird dagegen nur noch bei 0,4 (0,6) und 0,7 (0,9) Prozent gesehen.
Zugleich rechnet der IWF mit Inflationsraten von 3,1 und 2,8 Prozent für den Euroraum (darunter 2,7 und 3,1 Prozent in Deutschland), sowie von Teuerungsraten von 3,6 und 2,8 Prozent in den USA sowie 2,0 und 2,6 Prozent in Japan. "Die Geldpolitik sollte auf die Zentralbankmandate fokussiert sein, darunter die Bewahrung und - wo nötig - Wiederherstellung von Preisstabilität", heißt es. Zugleich sieht der IWF angesichts hoher Staatsschulden die dringende Notwendigkeit, fiskalischen Spielraum zurück zu gewinnen.
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October 12, 2026 22:00 ET (02:00 GMT)
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