DJ IWF sieht drei Hauptrisiken für Finanzstabilität
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Die weltweiten Finanzmärkte sind nach Aussage des Internationalen Währungsfonds (IWF) seit der IWF-Frühjahrstagung stabil geblieben, der IWF sieht aber erhöhte Stabilitätsrisiken. In seinem globalen Finanzstabilitätsbericht nennt er die drei wichtigsten:
1. KI
Obwohl die Kernunternehmen im KI-Ökosystem laut IWF bislang profitabel waren - was den Druck auf KI-bezogene Aktienbewertungen verringert -, könnten schwächere oder weniger nachhaltige Investitionen und Erträge im KI-Bereich eine Korrektur der KI-bezogenen Vermögenspreise auslösen. "Dies könnte durch steigende Verschuldung, konzentrierte Risikopositionen und zirkuläre Finanzierungsvereinbarungen noch verschärft werden", warnt der IWF.
Der IWF schlägt vor, Fremdfinanzierungsquoten und Liquiditätsinkongruenzen im KI-Bereich, auf den privaten Kreditmärkten und in anderen Nichtbanken-Finanzsektoren zu begrenzen - unter anderem durch sektorale Kapital- und Konzentrationsanforderungen für die Risikopositionen der Banken.
2. Anleiherenditen
Ein Wiederaufleben der Inflation oder fiskalische Bedenken könnten einen drastischen Anstieg der Staatsanleiherenditen auslösen und umfassendere Marktturbulenzen entfachen. Hohe Staatsverschuldung und Refinanzierungsrisiken bleiben laut IWF ungelöst. "Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Renditeanstieg ungeordnet verlaufen könnte - und zwar trotz einer stabilen Liquidität am Anleihemarkt und der jüngsten Auflösung einiger fremdfinanzierter Geschäfte." Die einzig denkbare Lösung dieses Problems besteht nach Aussage des IWF darin, die Verschuldung auf einen nachhaltigen Pfad zu bringen.
3. Cyber-Bedrohungen
Cyber-Bedrohungen stellen nach Aussage des IWF ein wachsendes systemisches Risiko dar, da Finanzdienstleistungen zunehmend digitaler und stärker vernetzt würden. "Führende KI-Modelle erweisen sich in diesem Zusammenhang sowohl als mächtige Hilfsmittel für Cyber-Angriffe als auch als entscheidende Instrumente zur Verteidigung."
"Für sich genommen bedrohen diese Risiken nicht zwangsläufig die Finanzstabilität. Sie könnten sich jedoch zu einem systemischen Risiko entwickeln - also zu Beeinträchtigungen wichtiger Finanzintermediation und Kreditvergabe mit gravierenden negativen wirtschaftlichen Auswirkungen -, wenn sie durch finanzielle Schwachstellen verstärkt werden", heißt es in dem Bericht.
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