BERLIN (dpa-AFX) - Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sieht US-Präsident Donald Trump innenpolitisch schwer unter Druck. Trump stehe politisch mit dem "Rücken zur Wand", sagte Pistorius beim Arbeitgebertag in Berlin. Man kenne das aus der Geschichte, dass man immer dann, wenn man innenpolitisch unter Druck stehe, sich außenpolitische Spielfelder suche, um dort vermeintlich zu punkten. Er glaube, dass der Schuss nach hinten losgehe.
Pistorius sagte, er würde Drohungen des amerikanischen Präsidenten immer in den Kontext der Midterms stellen. Bei der Abstimmung am 3. November stehen das gesamte US-Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats zur Wahl. Das Ergebnis könnte die Handlungsfähigkeit Trumps im weiteren Verlauf seiner Amtszeit stark beeinflussen.
EU kritisiert Vereinbarung zwischen USA und Russland
Der Verteidigungsminister wurde auf umstrittene Aussagen Trumps zur Ukraine angesprochen. Trump hatte nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf seiner Plattform Truth Social verkündet, er habe mit Putin vereinbart, dass "umgehend" mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung gestellt würden. Unter anderem die EU kritisierte die Vereinbarung. Trump hatte zudem einen neuen Präsidenten für die Ukraine gefordert und behauptet, Amtsinhaber Wolodymyr Selenskyj habe vielfach die Gelegenheit gehabt, den Ukraine-Krieg zu beenden, und sich dagegen entschieden./hoe/DP/mis
