EDEN PRAIRIE (dpa-AFX) - Der größte US-Krankenversicherer Unitedhealth hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient als erwartet. Für das laufende Jahr wird Konzernchef Stephen Hemsley noch einmal zuversichtlicher. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Aktie soll nun mindestens 20,50 US-Dollar erreichen. Zuletzt hatte Hemsley 19,50 bis 20 Dollar je Aktie im Plan. Am Finanzmarkt kamen die Neuigkeiten gut an: Im vorbörslichen US-Handel legte die Unitedhealth-Aktie um gut zwei Prozent zu.
Der langjährige Konzernchef hatte die Führung von Unitedhealth in dessen Krise 2025 wieder übernommen und dem Unternehmen einen Schrumpfkurs verordnet. Die Erholung gelang dann aber schneller als gedacht. Nun hob UnitedHealth die Latte für den bereinigten Gewinn je Aktie in diesem Jahr zum dritten Mal an. Die medizinischen Ausgaben machten nämlich einen geringeren Anteil an den Prämieneinnahmen aus als von Analysten erwartet. Daher blieb mehr Geld für Verwaltungskosten und Gewinn übrig.
Zudem profitierte das Unternehmen von der Auflösung einer Rückstellung in Höhe von 610 Millionen US-Dollar. Das Geld wurde für medizinische Leistungsansprüche zurückgestellt, die letztendlich nicht benötigt wurden.
Mit Blick auf den Anstieg der Gesundheitskosten sagte Finanzchef Wayne DeVeydt: "Der Trend bleibt auf hohem Niveau, ist aber sehr stabil." Krankenversicherer und Ärzte haben mit steigenden Kosten und sich ändernden staatlichen Richtlinien zu kämpfen, die den Amerikanern den Zugang zur medizinischen Versorgung erschweren.
Derweil legte der bereinigte Gewinn je Aktie in den drei Monaten bis Ende September von 2,92 US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 4,69 US-Dollar zu. Damit übertraf der Krankenversicherer die durchschnittliche Schätzung der Analysten. Der auf die Aktionäre entfallende Überschuss zog um drei Viertel auf 4,1 Milliarden Dollar an. Der Konzernumsatz schrumpfte hingegen leicht auf 112,7 Milliarden US-Dollar (knapp 101 Mrd Euro).
Unitedhealth war 2025 wiederholt ins Visier staatlicher Ermittlungen geraten. Das Management kappte seine Jahresziele und strich sie später wegen hoher Kosten für medizinische Behandlungen komplett, bevor der frühere Chef Hemsley zurück an die Spitze wechselte. Das Unternehmen verkauft nun Geschäftsteile, soll weniger Kunden bedienen und weniger einnehmen, aber mehr Gewinn erwirtschaften./mne/stw/stk




