DJ MÄRKTE USA/Aktien leichter erwartet - Banken mit durchwachsenen Geschäftszahlen
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Für den Start an der Wall Street am Dienstag sieht es nach nachgebenden Aktienkursen aus - insbesondere im Technologiebereich - und hier vor allem bei Halbleiteraktien. Dahinter steckt eine ausgeprägte Schwäche von Aktien aus dem KI-Sektor an den Börsen in Ostasien, nachdem die Branchenwerte an der Wall Street schon am Montag geschwächelt hatten.
Zum einen belastet die Sorge vor zunehmender Konkurrenz aus Asien, nachdem CXMT, einer der größten chinesischen Speicherchiphersteller, einen neuen Typ von DRAM-Chip angekündigt hat. Als Belastungsfaktor wird daneben weiter das hohe Zinsniveau gesehen. Zum einen erhöhen sich dadurch die Bewertungen von Technologieaktien, zum anderen verteuert es die massiven KI-Investitionen. Im vorbörslichen Handel geben Micron um 4,2 Prozent nach, AMD und Intel um rund 1,5 Prozent. Nvidia kommen um 0,8 Prozent zurück, Broadcom um 1,4 Prozent.
Etwas stützen könnten nachgebende Ölpreise, nachdem diese an den drei Tagen zuvor gestiegen waren. Russland habe mitgeteilt, dass seine Diesel-Exporte die im Rahmen eines Lieferabkommens mit den USA angekündigten Mengen übersteigen könnten. Das wirke Befürchtungen hinsichtlich der Lieferströme aus dem Golf entgegen, heißt es im Handel.
Von den Anleihen kommen Entspannungssignale. Nachdem der Anleihehandel am Vortag wegen des "Columbus Day" pausierte, geht es aktuell mit den Renditen deutlich nach unten. Die US-Zehnjahresrendite fällt gegenüber Freitag um 5 Basispunkte auf 5,19 Prozent. Möglicherweise greifen hier Anleger zu, um sich das hohe Zinsniveau zu sichern. Neue Impulse werden am Mittwoch von neuen US-Inflationsdaten erwartet. Sie dürften zeigen, inwieweit der Anstieg der Energiepreise auf die Lebenshaltungskosten durchschlägt.
Keine klaren Akzente setzen die Quartalszahlen der Banken JP Morgan, Goldman Sachs, Wells Fargo und Citigroup. Die Zahlen gelten vielen Akteuren als Indikator für die allgemeine wirtschaftliche Lage. JP Morgan hat zwar die Erwartungen im Quartal verfehlt, der Ausblick für den Zinsüberschuss im vierten Quartal ist aber besser ausgefallen als gedacht. Die Aktie liegt vorbörslich wenig verändert. Für Goldman Sachs geht es dagegen kräftig nach oben - um 3,5 Prozent. Die Bank verzeichnete das zweitbeste Quartal ihrer Geschichte bei den Einnahmen und steigerte den Gewinn um 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Bei Wells Fargo, einem der größten Hypothekengeber, ist der Gewinn besser ausgefallen als erwartet, die Einnahmen dagegen schlechter. Die Aktie gibt um 2,0 Prozent nach. Wenig tut sich kursmäßig bei Citigroup, obwohl hier Gewinn und Einnahmen gut ausgefallen sind.
Der Krankenversicherer Unitedhealth hat die Erwartungen des Marktes übertroffen, worauf die Aktie vorbörslich 3,6 Prozent höher gestellt wird. Auch der Pharmariese Johnson & Johnson hat die Konsensschätzungen geschlagen und dazu für das Gesamtjahr die Prognose für den bereinigten Gewinn und den Umsatz ganz leicht erhöht. Allerdings fiel der Quartalsgewinn wegen eines massiven Sonderaufwands im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten deutlich niedriger aus als vor Jahresfrist. Der Kurs fällt um 2,3 Prozent.
Das Zahlungsunternehmen Visa hat die Genehmigung erhalten, sich auf ein Zahlungsgeschäft in China vorzubereiten. Die Aktie steigt um 1,6 Prozent.
Syndax Pharmaceuticals brechen um 11,2 Prozent ein, nachdem in einer Phase-II-Studie ein Misserfolg erzielt wurde. Teradyne fallen um 2,0 Prozent nach der Ankündigung, 300 Millionen Dollar in Formfactor investieren zu wollen, einen Experten für Halbleiter-Testsysteme. Formfactor geben mit den schwachen Halbleiteraktien um 1,6 Prozent nach.
Navitas Semiconductor hat seine neueste Stromversorgungsplatine für Nvidia-Infrastrukturen vorgestellt. Der Kurs zieht darauf um 1,3 Prozent an.
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,78 -0,01 4,80 4,76 5 Jahre 4,98 -0,04 5,02 4,96 10 Jahre 5,19 -0,05 5,24 5,17 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 18:00 EUR/USD 1,1186 +0,3 0,0033 1,1153 1,1158 EUR/JPY 176,9 -0,0 -0,0400 176,94 177,0800 EUR/CHF 0,9308 -0,0 -0,0002 0,9310 0,9313 EUR/GBP 0,8445 +0,0 0,0001 0,8444 0,8449 USD/JPY 158,13 -0,3 -0,4800 158,61 158,6900 GBP/USD 1,3245 +0,3 0,0039 1,3206 1,3204 USD/CNY 6,6937 +0,0 0,0012 6,6925 6,6925 USD/CNH 6,6916 -0,1 -0,0031 6,6947 6,6951 AUS/USD 0,6977 +0,3 0,0018 0,6959 0,6958 Bitcoin/USD 83.271,88 +0,3 251,87 83.020,01 82.798,18 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 92,22 -1,6 -1,52 93,74 Brent/ICE 104,73 -1,8 -1,92 106,65 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.185,11 +0,3 14,01 4.171,10 Silber 60,20 -0,2 -0,11 60,32 Platin 1.688,88 +0,2 3,35 1.685,53 (Angaben ohne Gewähr)
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