DJ IWF warnt vor steigenden Kosten der Staatsverschuldung
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Industrieländer vor den steigenden Kosten der Staatsverschuldung gewarnt. In einem Blog-Beitrag weist er darauf hin, dass die hohe und zunehmende Verschuldung die Wechselwirkungen zwischen Fiskalpolitik und Zinsen verstärke. Für bedenklich hält er auch die unter anderem in den USA zu beobachtende Tendenz einer zunehmend kurzfristigen Verschuldung.
"In den USA beispielsweise werden die Zinszahlungen voraussichtlich von etwa 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) vor der Pandemie auf 5,7 Prozent im Jahr 2031 steigen. Dies entspricht in etwa den prognostizierten Ausgaben für Social Security, dem größten einzelnen Sozialleistungsprogramm", schreibt der IWF.
Beunruhigt ist der IWF auch, weil in einer wachsenden Zahl von Volkswirtschaften die für neue Schulden gezahlten Zinsen die erwarteten nominalen Wachstumsraten übersteigen. "Die Regierungen benötigen daher stärkere Primärsalden, um einen Anstieg der Schuldenquoten zu verhindern." Der Primärsaldo ergibt sich aus den Einnahmen eines Staates abzüglich der Ausgaben vor Zinszahlungen.
Allerdings werde für 2026 ein Primärdefizit von etwa 3,3 Prozent des BIP erwartet. "Um die weltweite Schuldenquote in diesem Jahr zu stabilisieren, müsste es auf rund 2,6 Prozent gesenkt werden", heißt es weiter. Da die weltweite Verschuldung den Prognosen zufolge weiter steigen dürfte, wäre in den kommenden Jahren eine weitere Anpassung in ähnlicher Größenordnung erforderlich.
Schließlich weist der IWF darauf hin, dass mehrere fortgeschrittene Volkswirtschaften ("Industrieländer") mehr Schulden mit kürzeren Laufzeiten refinanzierten, was dazu führe, dass sich höhere Leitzinsen schneller in den staatlichen Kreditkosten niederschlügen. "Dies ist besonders dann von Bedeutung, wenn die Inflation über dem Zielwert bleibt und höhere Energiepreise den Preisdruck weiter verstärken", merkt der IWF an.
Die Zentralbanken müssten ihre Leitzinsen möglicherweise für längere Zeit auf einem höheren Niveau halten, was die Schuldendynamik verschlechtern würde, während fiskalische Bedenken ihrerseits die Marktzinsen in die Höhe treiben könnten. "Eine hohe Verschuldung und kürzere Laufzeiten können daher die Wiederherstellung der Preisstabilität erschweren und für die öffentlichen Finanzen kostspieliger machen", warnt der IWF. Die Fiskalpolitik müsse vermeiden, diesen Druck weiter zu erhöhen.
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October 13, 2026 22:00 ET (02:00 GMT)
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