
© Foto: Symbolbild wurde mit KI erstellt
Ein Auftragnehmer gesteht, dass Server mit Nvidia-Chips nach China geschleust worden sein sollen. Es geht um einige Milliarden. Super Micro selbst ist nicht angeklagt, doch die Fragen bleiben trotzdem, aber gleichzeitig laufen die Geschäfte auf Hochtouren, mit Rekordumsatz und 60 Milliarden US-Dollar an neuen Aufträgen. Die Aktie hängt dazwischen. Über 45 US-Dollar könnte der Weg Richtung 60 US-Dollar frei werden. Unter 35 US-Dollar droht es ungemütlich zu werden. Am 3. November kommen neue Zahlen.
Geständnis, Milliardenaufträge und offene Fragen
Ting-Wei "Willy" Sun hat vor einem Gericht in Manhattan gestanden. In vier Punkten bekannte er sich schuldig, darunter Verstöße gegen US-Exportkontrollen, Schmuggel, Betrug und Behinderung der Justiz. Es geht um Server mit Nvidia-Chips, die über Südostasien nach China gelangt sein sollen. Laut Anklage standen rund 2,5 Milliarden US-Dollar an KI-Technik im Raum. Mindestens 510 Millionen US-Dollar kamen demnach tatsächlich dort an. Wichtig für Anleger: Super Micro selbst ist nicht angeklagt. Es trifft Personen aus dem Umfeld, darunter Mitgründer Wally Liaw. Er weist aber alles zurück und sein Prozess ist für den 2. November angesetzt. Der Konzern sagt, die damalige Führung habe nichts gewusst, und arbeitet mit den Ermittlern zusammen. Ein Gericht hat das bisher nicht geprüft. Der Rückgang vom Freitag um knapp 2 Prozent auf knapp unter 42 US-Dollar kam übrigens vor der Meldung, denn das Geständnis wurde erst nach Handelsschluss bekannt. Operativ läuft es hingegen rund. Im Geschäftsjahr 2026 stieg der Umsatz um 78 Prozent auf 39,1 Milliarden US-Dollar. Im vierten Quartal waren es 11,1 Milliarden, der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,70 US-Dollar. Dazu kommen neue Aufträge über mehr als 60 Milliarden US-Dollar. Für 2027 peilt das Management 65 bis 72 Milliarden US-Dollar Umsatz an. Der Haken dabei ist, dass die Marge sinken soll, Der operative Cashflow lag mit -6,8 Milliarden US-Dollar klar im Minus.
Charttechnik
Die Aktie liegt aktuell bei gut 41 US-Dollar. Das ist ein deutliches Stück unter dem Allzeithoch bei knapp 123 US-Dollar, aber weit über dem Tief von knapp unter 20 US-Dollar im März. Nach der Rally ging es zuletzt wieder ein wenig abwärts, bzw. die Aktie hat ein wenig konsolidiert. Sie wirkt ein wenig müde, aber nicht kaputt. Entscheidend sind jetzt aber zwei klare Marken im Chart. Nach oben ist die 45 US-Dollar-Marke der Knackpunkt. Dort liegt das Kursziel von Citigroup, und dort ließ Konzernchef Charles Liang zuletzt Aktien verkaufen. Gelingt der Sprung darüber, öffnet sich Platz bis etwa 60 US-Dollar. Nach unten sind 35 US-Dollar die Linie. Fällt die Aktie darunter, wäre das ein deutliches Schwächezeichen. Dann könnten 30 und sogar 25 US-Dollar ins Blickfeld rücken.

Was tun?
Unterm Strich ist das Bild gemischt. Die Zahlen sind stark, die Aufträge auch. Dagegen stehen dünnere Margen, der Cashflow, offene Fragen zur Kontrolle der Lieferketten und ein Prozess, der erst anläuft. Charttechnisch bleibt die Aktie im Wartemodus. Viele Analysten sagen deshalb "Neutral", und ihre Ziele von 42 bis 45 US-Dollar liegen nahe am Kurs. Wer schon dabei ist, könnte überlegen zu halten und die Marken im Blick behalten. Neueinsteiger könnten auf einen Schlusskurs über 45 US-Dollar warten oder erst die Zahlen am 3. November abwarten. Unter 35 US-Dollar sollte man vorsichtig werden, bzw. die Aktie eher meiden.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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