DJ MÄRKTE USA/Inflationsdaten trüben Stimmung für Aktien - Marktzinsen schießen hoch
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Höher als erwartet ausgefallene Verbraucherpreise trüben am Mittwoch an der Wall Street die Stimmung. Am Anleihemarkt schießen die Renditen geradezu nach oben - die meist beachtete Zehnjahresrendite von zuvor 5,20 auf 5,29 Prozent - im Tageshoch waren es schon 5,33 Prozent. Sie liegt damit wieder knapp unter dem jüngsten Hoch, zugleich das höchste Niveau seit 2002. Am Zinsterminmarkt ist die eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank am 28. Oktober von gut 20 auf gut 50 Prozent nach oben geschnellt. Der Dollar wertet stark auf, der Euro fällt auf 1,1132 Dollar zurück von zuvor etwa 1,1190. Das ist das niedrigste Euro-Niveau seit Frühjahr 2025.
Der Dow-Jones-Index hält sich mit einem Plus von 0,3 Prozent gut, der breite S&P-500-Index büßt 0,3 Prozent ein. Bei den als zinsempfindlicher geltenden technologielastigen Nasdaq-Indizes geht es bis zu 0,6 Prozent abwärts.
Die US-Jahresinflationsrate erreichte im September 3,7 Prozent, in der Kernrate 2,6 Prozent. Ökonomen hatten erwartet, dass die Jahresinflationsrate auf 3,6 von 3,4 Prozent im Vormonat steigen würde, die Kernrate auf 2,5 von 2,4 Prozent.
Von den Ölpreisen kommen kaum Impulse, hier tut sich insgesamt wenig. Am Vortag waren sie zunächst stark gefallen, hatten dann aber im Tagesverlauf das Minus fast komplett wieder wettgemacht. Huthi-Milizen aus dem Jemen haben ein Gebäude am Hauptsitz des saudischen Ölkonzerns Aramco angegriffen, dazu gibt es Berichte über Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Dies halte die geopolitische Risikoprämie beim Öl weiter hoch, sagen Marktteilnehmer. Die Internationale Energieagentur erklärte derweil, dass das weltweite Dieselangebot voraussichtlich bis weit ins nächste Jahr knapp bleiben werde.
Ein positiver Impuls für die Halbleiterbranche kommt von ASML, geht aber angesichts des Anstiegs der Marktzinsen unter, zumal Technologieaktien als besonders zinsempfindlich gelten. Zum einen führt ein höheres Zinsniveau zu höheren Aktienbewertungen, zum anderen verteuert es die Finanzierungen von Investitione, ausgerechnet in einer Zeit massiver Ausgaben für KI. Der niederländische Chipmaschinenlieferant hat die Prognose zum dritten Mal in diesem Jahr wegen der starken KI-Nachfrage angehoben.
Halbleiteraktien wie Nvidia, Intel, Broadcom oder AMD verlieren 1,6 bis 3,5 Prozent.
Bank of America (BoA) geben um 7,3 Prozent nach, belastet von zwei negativen Neuigkeiten. Zum einen haben Aufsichtsbehörden gegen die Bank eine Strafe von 1,2 Milliarden Dollar verhängt, weil das Geldhaus unzureichende Systeme zur Überwachung und Meldung möglicher Finanzverbrechen unterhielt. Zum anderen verfehlte der Quartalsgewinn die Analystenerwartungen, ebenso die Einnahmen.
Morgan Stanley hat dagegen im dritten Quartal die Gewinnerwartung der Analysten übertroffen. Der Kurs gibt dennoch um 1,7 Prozent nach.
Blackrock werden nach Vorlage von Quartalszahlen um 2,9 Prozent nach oben genommen. Hier ist der Gewinn besser ausgefallen als im Konsens prognostiziert.
Accenture verbessern sich um gut 2 Prozent. Das IT-Unternehmen hat Wachstumsziele bis zum Geschäftsjahr 2029 vorgestellt, die die Markterwartungen übertreffen. State Street sacken nach Veröffentlichung der Quartalszahlen, die durchwachsen ausgefallen sind, um über 7 Prozent ab.
Bei den Nebenwerten schießen Liquidia um über 39 Prozent nach oben. Das Biopharmaunternehmen hat zugestimmt, 381 Millionen Dollar zu zahlen, um alle laufenden Rechtsstreitigkeiten mit United Therapeutics beizulegen. United Therapeutics liegen 2,7 Prozent zurück. Enovix verteuern sich um 4,2 Prozent, nachdem das Unternehmen einen Auftrag über 100.000 Drohnenbatterien erhalten hat.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 51.822,87 +0,3 +152,77 51.670,10 S&P-500 7.783,04 -0,3 -22,41 7.805,45 NASDAQ Comp 27.093,92 -0,4 -110,46 27.204,38 NASDAQ 100 30.390,00 -0,6 -179,48 30.569,48 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,90 +0,10 4,95 4,77 5 Jahre 5,10 +0,09 5,15 4,98 10 Jahre 5,29 +0,07 5,33 5,19 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 18:10 EUR/USD 1,1132 -0,6 -0,0066 1,1198 1,1194 EUR/JPY 176,86 -0,2 -0,3900 177,25 177,2800 EUR/CHF 0,9322 NULL 0,0000 0,9322 0,9319 EUR/GBP 0,8435 -0,1 -0,0012 0,8447 0,8449 USD/JPY 158,86 +0,4 0,5700 158,29 158,3600 GBP/USD 1,3193 -0,5 -0,0059 1,3252 1,3246 USD/CNY 6,6926 -0,0 -0,0011 6,6937 6,6937 USD/CNH 6,6988 +0,1 0,0072 6,6916 6,6922 AUS/USD 0,6972 -0,1 -0,0008 0,698 0,6981 Bitcoin/USD 82.852,00 -0,6 -501,32 83.353,32 83.434,56 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 95,51 +1,5 1,37 94,14 Brent/ICE 105,77 +0,1 0,08 105,69 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.098,12 -1,4 -58,63 4.156,75 Silber 56,94 -4,2 -2,50 59,44 Platin 1.629,71 -2,0 -33,64 1.663,35 (Angaben ohne Gewähr)
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October 14, 2026 09:48 ET (13:48 GMT)
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