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MÄRKTE EUROPA/Börsen halten kleine Gewinne trotz Zinsschub

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen halten kleine Gewinne trotz Zinsschub

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--An den europäischen Börsen ist es am Mittwoch moderat nach oben gegangen. Etwas höhere Gewinne vom Vormittag konnten nicht gehalten werden, weil es am Nachmittag mit den Zinsen phasenweise sehr stark nach oben ging. Auslöser war, dass in den USA die Inflationsrate im September etwas stärker gestiegen war als erwartet. Das schürte Spekulationen über eine US-Zinserhöhung, möglicherweise doch schon Ende Oktober, spätestens aber im Dezember.

Die Aussicht auf höhere Zinsen schob den Dollar kräftig an, der Euro knickte auf 1,1116 Dollar ein, was dem Aktienmarkt etwas Unterstützung geboten haben könnte.

Die US-Jahresinflationsrate erreichte im September 3,7 Prozent, in der Kernrate 2,6 Prozent. Ökonomen hatten 3,6 nach 3,4 Prozent im Vormonat geschätzt bzw. 2,5 nach 2,4 Prozent. Am Zinsterminmarkt schoss die eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank am 28. Oktober von gut 20 auf zwischenzeitlich gut 50 Prozent nach oben. Zuletzt lag sie bei 44 Prozent. Die viel beachtete US-Zehnjahresrendite machte einen Satz von 5,20 auf 5,33 Prozent, kam dann aber wieder zurück auf zuletzt 5,24 Prozent.

Der DAX rettete ein Plus von 0,2 Prozent aus dem Tag, er schloss mit 25.299 Punkten. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,4 Prozent nach oben.

Branchenseitig waren Aktien von Unternehmen gesucht, die als eher defensiv und weniger zinsempfindlich gelten. Pharmaaktien waren die Gewinner des Tages. Ihr Stoxx-Subindex rückte um 2,2 Prozent vor. Ihm folgte der Index der Aktien von Unternehmen, die persönliche Haushalts- und Konsumgüter herstellen mit einem Plus von 1,8 Prozent. Daneben liefen Luftfahrt- und Rüstungsaktien gut, sie legten um 1,7 Prozent zu. Am Ende rangierte der Sektorindex der Rohstoffaktien, er büßte 1,2 Prozent ein.

Im Chipsektor wartete ASML im dritten Quartal mit einem unerwartet hohen Gewinn auf. Dazu erhöhte der niederländische Zulieferer der Chipindustrie bereits zum dritten Mal in diesem Jahr die Prognose. Die Aktie legte um 1,7 Prozent zu. Andere Chipwerte konnten davon in der Breite nicht profitieren - auch weil die steigenden Zinsen für Störfeuer sorgten. Infineon verloren 1,2 und STMicro 1,8 Prozent. BE Semiconductor gewannen dagegen 1,8 Prozent und Aixtron 2,8 Prozent.

Lufthansa gaben um 2,0 Prozent nach. Die Fluglinie hat das Bieterrennen um die portugiesische Airline TAP gewonnen gegen Air France-KLM und kann nun bis zu 49,9 Prozent von TAP übernehmen. Der Gesamtwert der Transaktion beläuft sich auf bis zu 1,2 Milliarden Euro. Laut den Analysten von Bernstein ist der Einstieg strategisch zwar sinnvoll, aber auch teuer. Air France-KLM büßten 1,7 Prozent ein.

Im SDAX brachen PNE um 19,2 Prozent ein. Der Windparkentwickler hatte die Prognosen massiv gesenkt. Beim operativen Ergebnis werden nur noch 60 bis 75 statt 90 bis 120 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Wegen späterer Veräußerungszeitpunkte von Windparkprojekten würden ursprünglich geplante Ergebnisbeiträge erst im kommenden Jahr realisiert, so die Begründung. Im Sog verloren Nordex und Energiekontor je über 3 Prozent, in Kopenhagen verbilligten sich Vestas um 1,9 Prozent.

In Zürich verteuerten sich Galderma um 2,2 Prozent, nachdem sich der Dermatologiekonzern mit dem Finanzinvestor Blackstone und der Familie Obagi auf die Übernahme von ZO Skin Health für 1,5 Milliarden Dollar einschließlich Schulden geeinigt hatte.

Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.190       +0,4          +6,5 
Stoxx-50        5.354       +0,7          +8,1 
Stoxx-600        638       +0,4          +7,2 
DAX          25.299       +0,2          +3,1 
FTSE-100 London    10.650       +0,7          +7,2 
CAC-40 Paris      7.828       +0,6          -4,0 
AEX Amsterdam     1.129       +0,7         +18,7 
ATHEX-20 Athen     6.656       +0,2         +24,4 
BEL-20 Brüssel     5.496       +0,9          +8,2 
BUX Budapest     143.551       -0,1         +29,3 
OMXH-25 Helsinki    6.402       +0,2         +12,2 
OMXC-20 Kopenhagen   1.529       -0,4          -4,9 
PSI 20 Lissabon    9.380       +0,4         +13,5 
IBEX-35 Madrid    19.211       +0,1         +11,0 
FTSE-MIB Mailand   50.057       -0,6         +11,4 
OBX Oslo        1.994       +0,4         +24,8 
PX Prag        2.603       +0,5          -3,1 
OMXS-30 Stockholm   3.277       -0,0         +13,7 
WIG-20 Warschau   158.710       -0,4         +35,9 
ATX Wien        6.628       -0,1         +24,4 
SMI Zürich      13.928       +1,5          +5,0 
* gerundet 
 
 
US-Treasuries   Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre        4,85 +0,06    4,95      4,77 
5 Jahre        5,05 +0,05    5,15      4,98 
10 Jahre       5,25 +0,03    5,33      5,19 
 
 
DEVISEN      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 18:10 
EUR/USD       1,1120  -0,7  -0,0078     1,1198   1,1194 
EUR/JPY       176,58  -0,4  -0,6700     177,25  177,2800 
EUR/CHF       0,9324  +0,0   0,0002     0,9322   0,9319 
EUR/GBP       0,8455  +0,1   0,0008     0,8447   0,8449 
USD/JPY       158,78  +0,3   0,4900     158,29  158,3600 
GBP/USD       1,3149  -0,8  -0,0103     1,3252   1,3246 
USD/CNY       6,6926  -0,0  -0,0011     6,6937   6,6937 
USD/CNH       6,6986  +0,1   0,0070     6,6916   6,6922 
AUS/USD       0,6954  -0,4  -0,0026      0,698   0,6981 
Bitcoin/USD   81.612,48  -2,1 -1.740,84    83.353,32 83.434,56 
 
 
ROHOEL       zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex      95,40  +1,3    1,26      94,14 
Brent/ICE      106,24  +0,5    0,55     105,69 
 
 
Metalle      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold       4.079,06  -1,9   -77,69    4.156,75 
Silber        55,68  -6,3   -3,76      59,44 
Platin      1.609,72  -3,2   -53,63    1.663,35 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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October 14, 2026 12:16 ET (16:16 GMT)

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