DJ MÄRKTE USA/Hohe US-Inflation schickt Aktien auf Talfahrt
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Höher als erwartet ausgefallene Verbraucherpreise trüben am Mittwoch an der Wall Street die Stimmung. Am Anleihemarkt schossen die Renditen geradezu nach oben, ehe sich die Lage wieder etwas beruhigte. Die meist beachtete Zehnjahresrendite schnellte zunächst von 5,20 auf 5,33 Prozent nach oben und damit praktisch wieder auf das höchste Niveau seit 2002. Zur Mittagszeit in New York liegt sie wieder deutlich tiefer bei 5,24 Prozent.
Am Zinsterminmarkt erhöhte sich die eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank am 28. Oktober zunächst von gut 20 auf über 50 Prozent, zuletzt lag sie bei rund 40 Prozent. Für den Termin im Dezember steht sie bei gut 93 Prozent.
Die US-Jahresinflationsrate erreichte im September 3,7 Prozent, in der Kernrate 2,6 Prozent. Ökonomen hatten erwartet, dass die Jahresinflationsrate auf 3,6 von 3,4 Prozent im Vormonat steigen würde, die Kernrate auf 2,5 von 2,4 Prozent.
Der Dollar wertet mit der Aussicht auf steigende Zinsen stark auf, der Euro fällt auf 1,1120 Dollar zurück von zuvor etwa 1,1190. Das ist das niedrigste Euro-Niveau seit Frühjahr 2025. Der Goldpreis fällt mit dem Gegenwind durch die Zinsen und den höheren Dollar um 2,0 Prozent auf 4.075 Dollar.
Der Dow-Jones-Index gibt um 0,3 Prozent nach, der breite S&P-500 büßt 1,3 Prozent ein. Bei den als zinsempfindlicher geltenden technologielastigen Nasdaq-Indizes geht es bis zu 1,8 Prozent abwärts.
Von den Ölpreisen kommt ebenfalls Gegenwind, wenn auch eher leichter. Am Vortag waren sie zunächst stark gefallen, hatten dann aber im Tagesverlauf das Minus fast komplett wieder wettgemacht. Aktuell steigen sie moderat. Huthi-Milizen aus dem Jemen haben ein Gebäude am Hauptsitz des saudischen Ölkonzerns Aramco angegriffen, dazu gibt es Berichte über Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Dies halte die geopolitische Risikoprämie beim Öl weiter hoch, sagen Marktteilnehmer. Die Internationale Energieagentur erklärte derweil, dass das weltweite Dieselangebot voraussichtlich bis weit ins nächste Jahr knapp bleiben werde.
Ein positiver Impuls für die Halbleiterbranche kommt von ASML, geht aber angesichts des Anstiegs der Marktzinsen unter, zumal Technologieaktien als besonders zinsempfindlich gelten. Zum einen führt ein höheres Zinsniveau zu höheren Aktienbewertungen, zum anderen verteuert es die Finanzierungen von Investitionen, ausgerechnet in einer Zeit massiver Ausgaben für KI. Der niederländische Chipmaschinenlieferant hat die Prognose zum dritten Mal in diesem Jahr wegen der starken KI-Nachfrage angehoben.
Halbleiteraktien wie Nvidia, Intel, Broadcom oder AMD verlieren zwischen 3,0 und 5,6 Prozent. GE Vernova sacken um 7,2 Prozent ab. Das Unternehmen gilt als Stromversorger von KI-Rechenzentren.
Bank of America (BoA) geben um 5,5 Prozent nach, belastet von zwei negativen Neuigkeiten. Zum einen haben Aufsichtsbehörden gegen die Bank eine Strafe von 1,2 Milliarden Dollar verhängt, weil das Geldhaus unzureichende Systeme zur Überwachung und Meldung möglicher Finanzverbrechen unterhielt. Zum anderen verfehlte der Quartalsgewinn die Analystenerwartungen, ebenso die Einnahmen.
Morgan Stanley hat dagegen im dritten Quartal die Gewinnerwartung der Analysten übertroffen. Der Kurs gibt dennoch um 3,6 Prozent nach.
Blackrock werden nach Vorlage von Quartalszahlen um 0,5 Prozent nach oben genommen. Hier ist der Gewinn besser ausgefallen als im Konsens prognostiziert. Accenture verbessern sich um 1,3 Prozent. Das IT-Unternehmen hat Wachstumsziele bis zum Geschäftsjahr 2029 vorgestellt, die die Markterwartungen übertreffen. State Street sacken nach Veröffentlichung der Quartalszahlen, die durchwachsen ausgefallen sind, um über 6 Prozent ab.
Netflix setzt zum größten Stellenabbau des Konzerns seit 2022 an. Der Streaming-Anbieter will 6 Prozent bzw. etwa 1.000 Stellen weltweit abbauen. Die Börse quittiert das mit einem Minus von 0,8 Prozent bei der Netflix-Aktie.
Bei den Nebenwerten schießen Liquidia um über 27 Prozent nach oben. Das Biopharmaunternehmen hat zugestimmt, 381 Millionen Dollar zu zahlen, um alle laufenden Rechtsstreitigkeiten mit United Therapeutics beizulegen. United Therapeutics liegen 1,0 Prozent zurück.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 51.528,24 -0,3 -141,86 51.670,10 S&P-500 7.719,95 -1,1 -85,50 7.805,45 NASDAQ Comp 26.758,85 -1,6 -445,53 27.204,38 NASDAQ 100 30.018,10 -1,8 -551,39 30.569,48 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,85 +0,06 4,95 4,77 5 Jahre 5,05 +0,04 5,15 4,98 10 Jahre 5,25 +0,03 5,33 5,19 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 18:10 EUR/USD 1,1120 -0,7 -0,0078 1,1198 1,1194 EUR/JPY 176,62 -0,4 -0,6300 177,25 177,2800 EUR/CHF 0,9325 +0,0 0,0003 0,9322 0,9319 EUR/GBP 0,8457 +0,1 0,0010 0,8447 0,8449 USD/JPY 158,81 +0,3 0,5200 158,29 158,3600 GBP/USD 1,3146 -0,8 -0,0106 1,3252 1,3246 USD/CNY 6,6926 -0,0 -0,0011 6,6937 6,6937 USD/CNH 6,6988 +0,1 0,0072 6,6916 6,6922 AUS/USD 0,6954 -0,4 -0,0026 0,698 0,6981 Bitcoin/USD 81.582,70 -2,1 -1.770,62 83.353,32 83.434,56 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 95,39 +1,3 1,25 94,14 Brent/ICE 106,21 +0,5 0,52 105,69 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.075,62 -2,0 -81,13 4.156,75 Silber 55,62 -6,4 -3,82 59,44 Platin 1.607,87 -3,3 -55,48 1.663,35 (Angaben ohne Gewähr)
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October 14, 2026 12:34 ET (16:34 GMT)
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