BERLIN (dpa-AFX) - Unionsfraktionschef Thorsten Frei und SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf haben sich trotz des koalitionsinternen Streits um den Umgang mit der zurückgetretenen Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) und die Pläne zur Rentenreform bemüht, nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen. "Mein Vertrauen ist nicht beschädigt", sagte Frei (CDU) am Abend in der ARD-Talksendung "Maischberger" auf eine entsprechende Frage der Moderatorin zur Lage zwischen Union und SPD.
Es gebe "sehr viele, sehr gute belastbare persönliche Beziehungen zwischen SPD und Union", sagte Frei. Zudem gehe es auch um "eine Frage der Vernunft und der Professionalität". So habe man kürzlich im Koalitionsausschuss sehr offen und ehrlich auch die Problempunkte angesprochen, "ohne dass es in irgendeiner Weise verletzend gewesen wäre".
Klüssendorf: Ärger über Koalitionsbruch-Spekulationen
Nachdem Frei und Klüssendorf die bekannten unterschiedlichen Standpunkte von CDU und SPD zu den Rentenreformplänen ausgetauscht hatten und Moderatorin Sandra Maischberger fragte, warum man die Debatte nicht einfach mal zu einem Ende bringen könne, sagte Klüssendorf mit Blick auf Frei: "Ich glaube, wir beide sind uns einig, dass uns das auch gelingen wird."
Auf die Frage, ob die SPD ihre Vorstellungen nicht einfach mit der Linkspartei und den Grünen durchsetzen könne, entgegnete Klüssendorf: "Das ist überhaupt keine Frage, der wir uns gerade stellen. Wir haben eine Koalition und die muss funktionieren." Hier sei man sehr geschlossen in der SPD. "Deswegen ärgere ich mich auch wirklich über diese ganzen Spekulationen, dass wir aus irgendeinem taktischen Kalkül an einem Koalitionsbruch arbeiten würden", betonte der SPD-Generalsekretär./bk/DP/he
