
© Foto: Symbolbild mit KI erstellt
Die Nel-Aktie dümpelt unweit von ihrem Jahrestief. Dabei sind die Auftragsbücher gar nicht leer. Gerade erst hat der norwegische Wasserstoffspezialist U-Boot-Bestellungen über rund 20 Millionen US-Dollar gemeldet. Trotzdem bleiben viele Anleger skeptisch. Der Grund: Geld verdient Nel damit noch lange nicht. Am heutigen Donnerstag legt das Unternehmen die Zahlen zum dritten Quartal vor. Dann zeigt sich, ob aus Aufträgen endlich Substanz wird. Im Chart stehen zwei Marken im Fokus. Springt die Aktie über 0,23 Euro, wird es spannend. Rutscht sie unter 0,185 Euro, droht Ärger. Lesen Sie, worauf es jetzt ankommt.
Aufträge ja, Gewinne nein
Nel hat zuletzt geliefert, zumindest auf dem Papier. Collins Aerospace bestellte PEM-Elektrolyseur-Stacks für U-Boote, zunächst für rund 12 Millionen US-Dollar. Dazu kamen weitere Aufträge über etwa 7 Millionen. Mit kleineren Bestellungen aus dem September summiert sich der Eingang auf rund 20 Millionen US-Dollar. Die Stacks erzeugen Sauerstoff an Bord, auch für Programme in Großbritannien und Frankreich. Ein klarer Kunde, ein klarer Zweck. Der Haken ist aber: Geliefert wird erst 2027 und 2028. Verbucht wird der Auftrag aber schon im dritten Quartal. Im zweiten Quartal sank der Umsatz um knapp 12 Prozent auf 153 Millionen Norwegische Kronen, der Verlust lag bei 0,10 Kronen je Aktie. Für das dritte Quartal rechnen Analysten mit einem Verlust von 0,075 Kronen. Die Stimmung bleibt vorsichtig.

Charttechnik
Der Chart zeigt ein ziemlich müdes Bild. Die Aktie kostet rund 0,21 Euro und liegt damit weit unter dem Hoch vom Mai bei über 0,36 Euro. Das Jahrestief von 0,17 Euro aus dem Februar ist nur wenige Cent entfernt. Wenig Luft. Der RSI stieg zuletzt von 30 auf 57 und signalisierte damit eine bullisches Signal. Kurzfristig kann das für eine weitere Erholung reichen, ob es aber mehr wird, wird sich erst noch zeigen. Jetzt kommt es auf zwei Marken an. Schafft Nel den Sprung über 0,23 Euro, wäre das ein Ausbruch nach oben. Dann könnte ein Angriff in Richtung 0,30 Euro folgen. Fällt der Kurs dagegen wieder unter 0,185 Euro, wird es unangenehm. Dann dürfte das Tief bei 0,17 Euro erneut getestet werden. Die Spanne dazwischen ist schmal. Genau dort pendelt die Aktie seit Wochen. Nach den Zahlen kann es schnell gehen, in beide Richtungen.
Was tun?
Die Lage bleibt gemischt. Fundamental stehen volle Auftragsbücher gegen rote Zahlen. Der PEM-Auftragsbestand liegt bei rund 990 Millionen Kronen, neue Partner wie Hydrasun kommen dazu. Die Analysten sind aber teilweise eher zurückhaltend. Zwei raten zum Halten, einer zum Verkaufen, das Konsensziel liegt bei 0,17 - 0,18 Euro und damit unter dem aktuellen Kurs. Der Weg in die Gewinnzone ist noch nicht erkennbar. Unterm Strich passt für die Nel-Aktie derzeit am ehesten ein neutrales Votum. Das kann sich aber mit den Zahlen heute merklich ändern. Wer dabei ist, sollte daher die Zahlen genauestens prüfen. Neueinsteiger sollten zuerst auf klare Signale im Chart achten, also auf einen Schluss über 0,23 Euro. Wer nur wegen der U-Boot-Meldungen kauft, geht ein Risiko ein. Ein möglicher Kapitalbedarf bleibt bei Nel wohl immer oder immer wieder ein Thema.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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