
© Foto: Symbolbild mit KI erstellt
Plug Power liegt am Boden. Bei rund 1,57 US-Dollar notiert die Aktie nur knapp über dem Jahrestief, binnen zwölf Monaten fehlt mehr als die Hälfte des Werts. Dabei gäbe es Hoffnungsschimmer, wie z. B. einen Auftrag über 280 Megawatt, die Aussicht auf mehr als ein Gigawatt und einen Chart, der überverkauft wirkt. Doch im Kleingedruckten lauert ein Haken. Und jetzt kommt noch möglicherweise ein "Joker" oder ein "schwarzer Peter" ins Spiel. Der norwegische Konkurrent Nel legt am heutigen Donnerstag Zahlen vor. Fallen sie schwach aus, könnte die ganze Branche mitgerissen werden. Plug inklusive. Überzeugen sie, wäre ein Rebound drin. Wie realistisch ist das? Wir schauen genau hin.
Großauftrag mit Haken
Plug Power hat einen Lauf, nur leider in die falsche Richtung. Zuletzt schloss die Aktie bei 1,57 US-Dollar. Auf zwölf Monate sind das über 50 Prozent Verlust. Das ist heftig. Dabei klang die Nachricht gut. Mit Arcadia eFuels vereinbarte Plug Elektrolyseure mit 280 Megawatt für das dänische Projekt ENDOR. Dazu kommt eine Partnerschaft für vier weitere Vorhaben. Der Haken dabei: Geliefert wird erst nach der offiziellen Freigabe, dem "notice to proceed". Arcadia steuert noch auf die finale Investitionsentscheidung zu. Bis dahin fließt kein Umsatz. Immerhin hat Uniper zugesagt, jährlich 40.000 Tonnen E-Kerosin abzunehmen. Unruhe bringt auch COO Dean Fullerton. Er geht am 23. Oktober. Seit der Ankündigung verlor die Aktie über 15 Prozent. Jetzt schaut alles nach Norwegen. Nel legt am heutigen Donnerstagmorgen die Q3-Zahlen vor. Im zweiten Quartal sprang der Auftragseingang um 224 Prozent auf 230 Millionen Kronen, der Umsatz fiel aber um 12 Prozent. Dazu kamen ein EBITDA von minus 155 Millionen Kronen und ein scheidender CEO. Enttäuscht Nel, droht Sippenhaft für die Branche. Beim Ausverkauf Anfang Oktober büßten Bloom Energy und FuelCell ebenfalls ein.
Charttechnik
Der Chart sieht angeschlagen aus. In einer Woche ging es gut knapp 10 Prozent runter. Das Jahreshoch liegt bei über 4 US-Dollar, der Jahresschnitt bei über 2 US-Dollar. Jetzt steht die Aktie unmittelbar vor einem neuen Mehrmonatstief. Hält die aktuelle Zone nicht, droht der nächste Schub nach unten. Etwas Hoffnung macht der RSI. Er fiel weiter auf nur noch 17 Punkte. Das ist stark im überverkauften Bereich und macht einen Rebound möglich. Das ist zwar noch kein Kaufsignal, aber ein erstes Zeichen für eine mögliche Trendwende. Aber noch zeigt der Trend weiter nach unten. Hält dieser Bereich, kann sich ein Boden bilden. Dann wäre ein Rebound denkbar, vor allem bei guten Nel-Zahlen. Echte Entwarnung gäbe es erst bei deutlich höheren Kursen.

Was tun?
Analysten sind uneins: fünf Kaufen, zwölf Halten, drei Verkaufen. Das Konsensziel liegt bei über 3 US-Dollar. Unterm Strich bleibt Plug ein Spekulationswert. Charttechnisch ist die Lage zerbrechlich, fundamental fehlt der Beweis. Ein Rebound ist möglich, doch noch nicht sicher. Wer dabei sein will, wartet besser Nels Reaktion und/oder Plugs Q3-Zahlen am 10. November ab und plant zu Beginn klein. Wer Risiko meidet, bleibt an der Seitenlinie. Das Risiko bleibt hoch.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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