DJ MÄRKTE USA/Verkaufsstimmung für KI-Aktien hält an - Marktzinsen fallen stark
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Die Futures auf die US-Aktienindizes deuten auf einen leichteren Start am Donnerstag an der Wall Street hin, vor allem bei Aktien mit KI-Fantasie. Und das, obwohl es mit den Renditen an den Anleihemärkten steil abwärts geht. Die Abwärtstendenz bei den Zinsen verstärkt sich sogar noch, nachdem die US-Erzeugerpreise im September deutlich höher ausgefallen sind als erwartet. Marktteilnehmer vermuten dahinter eine Flucht in vermeintlich sichere Anlagen angesichts der sich eintrübenden Stimmung für Aktien und des regelrechten Ausverkaufs bei Aktien mit KI-Fantasie.
Nachdem bereits die US-Inflationsdaten vom Vortag höher ausgefallen waren als erwartet und damit die Zinserhöhungserwartungen zunahmen, gibt es gleich von mehreren Seiten Gegenwind für KI-Aktien. Zum einen verteuern sich die Finanzierungen der oft massiven KI-Investitionen, zum anderen dürften die hohen Zinsen die Investitionsbereitschaft senken. Daneben führt ein höheres Zinsniveau zu höheren Aktienbewertungen. Daneben leidet der KI-Sektor aber auch unter Sorgen vor einem zunehmenden Wettbewerb durch asiatische Unternehmen.
Die US-Zehnjahresrendite, die am Vortag nach den Inflationsdaten zunächst auf 5,33 Prozent nach oben geschossen war, ehe sie wieder auf das Ausgangsniveau um 5,20 Prozent zurückkam, liegt aktuell bei 5,07 Prozent. Das ist das niedrigste Niveau seit etwa drei Wochen. Zu den sinkenden Renditen könnten auch echte Anlagekäufe beitragen angesichts des zuletzt attraktiven Renditeniveaus, sagen Marktbeobachter. Eine Rolle könnte auch spielen, dass die Ölpreise sinken, Brent um 1,4 Prozent auf 104,56 Dollar.
Die Märkte hätten gerade 24 unglaublich turbulente Stunden hinter sich, weil auf höhere Inflationsraten wachsende Ängste rund um den KI-Handel gefolgt seien, kommentieren die Marktstrategen der Deutschen Bank das Geschehen. Die Angst vor einer breiteren Verschärfung der Kreditbedingungen und den daraus folgenden negativen Rückwirkungen auf den KI-Sektor, der derzeit stark im Vordergrund stehe, führe zu wachsenden Zweifeln, ob die Fed trotz der hohen Inflation tatsächlich handeln werde. Am Zinsterminmarkt wird trotz der negativen Inflationsüberraschungen für das Zinstreffen am 28. Oktober lediglich zu 34 Prozent eine Zinserhöhung eingepreist; für Dezember mit rund 93 Prozent.
Unter den Halbleiteraktien werden Nvidia vorbörslich 2,0 Prozent niedriger gesehen, AMD 4,0 und Broadcom 2,0 Prozent. Marvell geben um 4,0 Prozent nach, Micron um 4,6. Coreweave, die am Vortag schon um 15 Prozent einknickten, geben um weitere 5,3 Prozent nach. Das Unternehmen ist auf KI-Infrastruktur und die Bereitstellung von Grafikprozessoren spezialisiert. Börsianer sprechen von Sorgen um die finanzielle Gesundheit des Unternehmens, nachdem die Coreweave-Anleiherenditen die Marke von 15 Prozent überschritten hätten. GE Vernova geben um weitere 2,9 Prozent nach - das Unternehmen liefert Strom- und Netzinfrastruktur für Rechenzentren.
Dass der KI-Entwickler Anthropic mit der Nachricht aufwartete, dass der Umsatz im dritten Quartal um 45 Prozent auf 16,8 Milliarden Dollar gestiegen sei, geht unter. Analysten weisen zudem darauf hin, dass das Umsatzwachstum des Herstellers des Claude-Chatbots nachgelassen habe. Ebenso geht unter, dass der führende Auftragsfertiger für Chips, Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) im Dreimonatszeitraum bis zum 30. September einen Rekordgewinn einfuhr nach einer Steigerung um fast 70 Prozent.
Rocket Lab rutschen um gut 11 Prozent ab, nachdem das Unternehmen den Start seiner Neutron-Rakete auf das nächste Jahr verschoben hat. Vanda Pharmaceuticals hat in einer Phase-3-Studie zur Behandlung von Angststörungen das Ziel verfehlt. Die Aktie gibt um 5,2 Prozent nach.
Konjunkturseitig hat der Kalender zwar einiges zu bieten, die meisten Daten gehen hinter den Preisdaten aber unter. Unter anderem sind die Einzelhandelsumsätze im September besser ausgefallen als erwartet. Walmart liegen darauf auf Nasdaq.com 3,4 Prozent höher, Home Depot 2,2 Prozent.
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,74 -0,07 4,79 4,70 5 Jahre 4,88 -0,11 4,96 4,87 10 Jahre 5,07 -0,12 5,16 5,05 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 18:13 EUR/USD 1,1207 +0,5 0,0051 1,1156 1,1119 EUR/JPY 177 +0,2 0,3800 176,62 176,6200 EUR/CHF 0,9299 -0,1 -0,0013 0,9312 0,9324 EUR/GBP 0,8459 +0,1 0,0004 0,8455 0,8456 USD/JPY 157,91 -0,3 -0,4000 158,31 158,8200 GBP/USD 1,3247 +0,4 0,0056 1,3191 1,3146 USD/CNY 6,6909 -0,0 -0,0017 6,6926 6,6926 USD/CNH 6,6899 -0,1 -0,0060 6,6959 6,6989 AUS/USD 0,69 -1,0 -0,0069 0,6969 0,6953 Bitcoin/USD 80.517,28 -1,5 -1.226,03 81.743,31 81.570,71 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 95,50 +0,4 0,41 95,09 Brent/ICE 104,28 -1,7 -1,78 106,06 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.148,95 +1,1 43,83 4.105,12 Silber 56,65 +1,8 1,01 55,64 Platin 1.614,65 +0,5 7,90 1.606,75 (Angaben ohne Gewähr)
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October 15, 2026 09:11 ET (13:11 GMT)
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