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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

TAGESTHEMA

Die Unicredit hat für die Übernahme der Commerzbank eine wichtige Hürde genommen. Wie die italienische Bank mitteilte, hat sie die Genehmigung von der Europäischen Zentralbank (EZB) erhalten, die Beteiligungsschwelle von 30 Prozent zu überschreiten und den Anteil weiter zu erhöhen. Die Unicredit hat sich zuletzt knapp die Hälfte der Anteile an der Commerzbank gesichert. Die noch ausstehenden regulatorischen Prozesse und Konditionen, um das Angebot für die Commerzbank abzuschließen, werden laut Unicredit bis Jahresende erwartet. Dann werde sie knapp 50 Prozent der Stimmrechte vereinnahmen und in der Lage sein, die Kontrolle zu übernehmen.

AUSBLICK UNTERNEHMEN

07:30 FR/Schneider Electric SE, Umsatz 3Q

13:00 US/Travelers Cos Inc, Ergebnis 3Q

AUSBLICK KONJUNKTUR

- DE 
  08:00 Baugenehmigungen August 
- EU 
  11:00 Handelsbilanz August 
 
  11:00 Verbraucherpreise September 
     Eurozone 
     PROGNOSE:    +0,6% gg Vm/+3,8% gg Vj 
     Vorabschätzung: +0,6% gg Vm/+3,8% gg Vj 
     zuvor:     +0,4% gg Vm/+3,2% gg Vj 
     Kernrate (ohne Energie, Nahrung, Alkohol, Tabak) 
     PROGNOSE:       k.A. /+2,5% gg Vj 
     Vorabschätzung: +0,2% gg Vm/+2,5% gg Vj 
     zuvor:     +0,2% gg Vm/+2,4% gg Vj 
- US 
  14:30 Import- und Exportpreise September 
     Importpreise 
     PROGNOSE: +0,8% gg Vm 
     zuvor:   +0,7% gg Vm 
 
  15:15 Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung September 
     Industrieproduktion 
     PROGNOSE: +0,4% gg Vm 
     zuvor:   0,0% gg Vm 
     Kapazitätsauslastung 
     PROGNOSE: 76,5% 
     zuvor:   76,3%" 
 

ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES

Aktuell: 
Index            zuletzt +/- % 
DAX Futures        25.660,00  +0,7 
E-Mini-Future S&P-500   7.804,00  +0,2 
E-Mini-Future Nasdaq-100 30.203,00  +0,2 
Topix (Tokio)       4.074,82  +1,9 
Hang-Seng (Hongk.)    24.314,59  +1,1 
Shanghai-Comp.       3.730,99  +0,6 
 
Donnerstag: 
Index        Schluss +/- % 
DAX        25.382,62  +0,3 
DAX-Future    25.486,00  +0,1 
MDAX       30.216,43  +0,6 
TecDAX       3.970,39  -0,7 
SDAX       17.953,80  -1,2 
Euro-Stoxx-50   6.168,26  -0,4 
Stoxx-50      5.374,34  +0,4 
XDAX       25.488,68  +0,4 
Dow-Jones     52.177,69  +1,1 
S&P-500      7.744,06  +0,3 
Nasdaq Composite 26.713,03  +0,1 
 

FINANZMÄRKTE

EUROPA

Ausblick - Die Börsen dürften mit kräftigen Aufschlägen in den Handel starten. Eine Stabilisierung an Wall Street sowie die Erholung an den asiatischen Börsen stützen das Sentiment. Der stark KI-lastige südkoreanische Kospi-Index zieht um fast 4 Prozent an. Damit scheint die Sorge vor einem Platzen der KI-Blase, die am Vortag noch einen Ausverkauf bei Chip-Werten ausgelöst hatte, wieder etwas in den Hintergrund zu treten. Im Handel bleibt man aber vorsichtig, die Volatilität dürfte hoch bleiben. Am Nachmittag werden in den USA Import- und Exportpreise für den Monat September veröffentlicht. Sie könnten weitere Hinweise über den Inflationsdruck liefern. Daneben werden Daten zur Industrieproduktion bekannt gegeben. Die jüngsten Wirtschaftsdaten haben bislang häufig positiv überrascht, die Weltwirtschaft hat zumindest bislang den Energiepreisschock besser geschultert als erwartet.

Rückblick: Uneinheitlich - Stark gesunkene Zinsen sorgten für einen wechselhaften Börsentag, an dem Aktien mit KI-Fantasie stark unter Druck standen. Hintergrund waren verstärkte Erwartungen einer weiteren Zinserhöhung in den USA im Zuge höher als erwartet ausgefallenen US-Inflationszahlen. Ein höheres Zinsniveau dürfte negative Folgen für die Investitionen in KI bedeuten. Infineon rutschten um 5,2 Prozent ab, ASML um 4,2 und STMicroelectronics um 3,8 Prozent. Weiter unter Druck standen auch die Aktien von Stromversorgern und Erbauern von Rechenzentren. Siemens Energy verloren 2,2 Prozent, Hochtief 3,6, ABB 3,4 und Schneider 2,4 Prozent. Der Stoxx-Subindex der Technologieaktien gab um 1,5 Prozent nach. Hinter den stark gesunkenen Marktzinsen vermuteten Marktbeobachter eine Fluchtbewegung in sichere Anlagen vor dem Hintergrund des Abverkaufs bei KI-Aktien, also Umschichtungen von Aktien in Anleihen. Die Nachfrage nach Sicherheit überlagere offenbar den Inflationsimpuls. In London ging es für den FTSE-100 um 1,1 Prozent nach oben. Hier stützte, dass die britische Wirtschaft im August erneut gewachsen war. Starke Geschäftszahlen kamen von Ericsson. Die Aktie gewann 6,8 Prozent. Astrazeneca rückten um 3,2 Prozent vor, nachdem der Pharmariese einen KI-gestützten Wirkstoffforschungsdeal abgeschlossen hatte.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Etwas fester - In der Breite profitierten Aktien von den deutlich gesunkenen Marktzinsen. Tagessieger im DAX waren Scout24 mit einem Plus von 7,5 Prozent. SAP legten um 2,2 Prozent zu. In der zweiten Reihe gewannen Nemetschek und Atoss Software je rund 2 Prozent. Bei diesen Aktien wirkte der KI-Stimmungsdämpfer positiv, weil die Geschäftsmodelle der betreffenden Unternehmen oft als von KI bedroht eingeschätzt werden. Dazu gehörten auch Auto1, die sich um 4,6 Prozent verteuerten. Drägerwerk brachen über 17 Prozent ein. Der Medizintechniker verbuchte im dritten Quartal einen Gewinnrückgang. Flatexdegiro gewannen 5,5 Prozent. Das Fintech-Unternehmen will eigene Aktien mit einem Volumen von bis zu 100 Millionen Euro zurückerwerben. Redcare kamen im Sog des Wettbewerbers Docmorris um 1,5 Prozent voran. Die Online-Apotheke hatte hat nach starkem Wachstum und Profitabilitätsverbesserungen erneut die Ziele für das Gesamtjahr angehoben.

XETRA-NACHBÖRSE

Aixtron legten auf Tradegate nach der Vorlage vorläufiger Quartalszahlen, die besser als erwartet ausgefallen waren, um rund 7,8 Prozent zu. Im Xetra-Handel zuvor war der Aktienkurs im Zuge des Ausverkaufs von "KI-Aktien" um fast 13 Prozent eingeknickt. Fresenius gewannen 0,8 Prozent nach der Nachricht der Umbesetzung an der Spitze der Sparte Kabi. Nordex zogen mit angehobenem Margenausblick um 7,3 Prozent an. Commerzbank bewegten sich kaum mit der Schlagzeile, dass die Unicredit die Bank laut EZB übernehmen darf.

USA - AKTIEN

Freundlich - Das Geschehen bewegte sich im Spannungsfeld anhaltenden Verkaufsducks bei Aktien mit KI-Fantasie und deutlich gesunkenen Marktzinsen. Die Abwärtstendenz bei den Zinsen verstärkte sich kurz vor Handelsbeginn zunächst sogar noch, obwohl die US-Erzeugerpreise im September deutlich höher ausgefallen waren als erwartet. Marktteilnehmer vermuteten dahinter eine Flucht in den vermeintlich sicheren Anleihehafen angesichts der sich eintrübenden Stimmung für KI-Aktien und des Ausverkaufs. Unter den Halbleiteraktien verloren Nvidia 1,8 Prozent, AMD 1,5 und Broadcom 0,6 Prozent. Marvell gaben 1,7 Prozent nach. Coreweave, die am Vortag schon um 15 Prozent eingeknickt waren, erholten sich um 5,9 Prozent. Börsianer hatten zuvor von Sorgen um die finanzielle Gesundheit des Cloud-Computing-Unternehmens gesprochen, nachdem die Coreweave-Anleiherenditen jüngst die Marke von 15 Prozent überschritten hätten. Dass der KI-Entwickler Anthropic mit der Nachricht aufwartete, dass der Umsatz im dritten Quartal um 45 Prozent auf 16,8 Milliarden Dollar gestiegen sei, ging ebenso unter wie ein Rekordgewinn von TSMC. Nach im September stärker als erwartet gestiegenen Einzelhandelsumsätzen lagen Einzelhandelsaktien sehr fest im Markt. Walmart verteuerten sich um 1,5 Prozent, Home Depot um 4,3 und Kohl's um 6 Prozent.

USA - ANLEIHEN

Rendite  +/- 
2 Jahre    4,75  -0,05 
10 Jahre    5,09  -0,10 
30 Jahre    5,43  -0,10 
 

Die Marktzinsen fielen deutlich zurück. Die US-Zehnjahresrendite, die am Vortag nach den Inflationsdaten zunächst auf 5,33 Prozent nach oben geschossen war, ehe sie wieder auf das Ausgangsniveau um 5,20 Prozent zurückgekommen war, fiel zuletzt auf 5,09 Prozent im US-Handel und damit auf das niedrigste Niveau seit etwa drei Wochen. Zu den sinkenden Renditen dürften Fluchtbewegungen in die vermeintliche Sicherheit der US-Anleihen beigetragen haben, hieß es, angesichts des eingetrübten Stimmungsumfelds für Aktien.

DEVISENMARKT

DEVISEN    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:50 
EUR/USD     1,1227  +0,1  0,0009     1,1218   1,1205 
EUR/JPY     177,20  -0,0  -0,0300    177,2300  177,2000 
EUR/CHF     0,9282  +0,1  0,0008     0,9274   0,9294 
EUR/GBP     0,8439  -0,1  -0,0010     0,8449   0,8453 
USD/JPY     157,82  -0,1  -0,1600    157,9800  158,1500 
GBP/USD      1,33  +0,2  0,0027     1,3273   1,3251 
USD/CNY     6,6887  -0,0  -0,0022     6,6909   6,6909 
USD/CNH     6,6886  -0,0  -0,0008     6,6894   6,6902 
AUS/USD     0,6945  +0,4  0,0026     0,6919   0,6915 
Bitcoin/USD 82.049,94  +0,1   50,24    81.999,70 82.400,11 
 

Der Dollar kam mit dem starken US-Zinsrückgang deutlich zurück, der Dollar-Index hab 0,32 Prozent nach - der Euro erholte sich um 0,6 Prozent auf 1,1222 Dollar. Er machte damit den Rücksetzer vom Mittwoch wieder wett.

Der Euro legt am Morgen weiter zu, aber nur noch leicht. CBA-Analystin warnt jedoch vor einer deutlichen Euro-Abwertung. Denn die EU wolle unbedingt das immense Handelsdefizits mit China abbauen und vollziehe die nächsten Schritte. "Das Risiko besteht darin, dass die EU weitere Handelsbeschränkungen gegen China verhängt, was einen Handelskrieg auslösen könnte, der den Euro stark belasten würde", sagte sie.

ROHSTOFFE

METALLE

Metalle    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold     4.172,44  +0,1   2,19    4.170,25 
Silber      57,76  +0,6   0,32      57,44 
Platin    1.636,37  +0,7   10,66    1.625,71 
 

Der Goldpreis erholte sich zum Settlement um 1,5 Prozent auf 4.147,70 Dollar, unterstützt von gesunkenen Zinsen und einem schwächeren Dollar.

ÖL

ROHÖL     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex    97,38  -0,6   -0,59      97,97 
Brent/ICE    105,47  -0,4   -0,45     105,92 
 

Beim Brent-Öl tat sich unter dem Strich wenig, allerdings hatte der Preis zunächst nachgegeben, ehe er sich nach und nach wieder auf das Ausgangsniveau um 105,92 Dollar (-0,1%) erholte. Die US-Sorte WTI verteuerte sich dagegen kräftig um 3 Prozent auf 97,97 Dollar, nachdem die Rohöllagerbestände in den USA in der Woche zum 9. Oktober wider Erwarten deutlich gesunken waren.

MELDUNGEN SEIT DONNERSTAG 17.30 UHR

US-GELDPOLITIK

Der Vorsitzende der Federal Reserve hat jüngste Signale seiner Kollegen, wonach es die US-Notenbank nicht eilig habe, die Zinsen in diesem Monat anzuheben, weder bestätigt noch zurückgewiesen. Kevin Warsh sagte, die Zentralbank sei nicht länger in dem Geschäft tätig, ihre Entscheidungen vorab anzukündigen.

AIXTRON

hat im dritten Quartal Auftragseingang und Margen kräftig und deutlicher als erwartet gesteigert. Der Hersteller von Anlagen für die Chipindustrie profitierte von einer hohen Nachfrage und einem verbesserten Produktmix. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen. Der Auftragseingang kletterte nach vorläufigen Zahlen auf 275 von 124 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Analystenkonsens lag im Median laut Aixtron bei 215 Millionen Euro. Der Umsatz stieg auf 184 von 120 Millionen Euro. Aixtron selbst hatte 180 Millionen Euro mit einer möglichen Abweichung von 20 Millionen nach oben oder unten in Aussicht gestellt. Die Bruttomarge kletterte auf 48 von 39 Prozent. Das EBIT legte auf 57 von 15,4 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge erhöhte sich auf 39 von 13 Prozent.

FRESENIUS

bekommt einen neuen Vorstand für die Sparte Kabi. Der Aufsichtsrat hat Marc-Alexander Mahl zum 1. November in den Konzernvorstand berufen. Er löst Pierluigi Antonelli ab, der das Unternehmen aus persönlichen Gründen verlässt. Mahl ist seit Mai 2023 Leiter der Fresenius-Geschäftsbereiche Pharma und Nutrition.

NORDEX

hat ihren operativen Gewinn im dritten Quartal mehr als verdoppelt und wird zuversichtlicher für das Gesamtjahr. Der Hersteller von Windkraftanlagen hat seinen Ausblick für die operative Rendite angehoben. Er verwies auf höhere Margen im Dienstleistungsgeschäft und ein starkes Projektgeschäft. Für das laufende Jahr rechnet Nordex nun mit einer EBITDA-Marge von 11,5 bis 12,5 Prozent. Bislang hatte der Konzern eine Marge von 8 bis 11 Prozent angepeilt. Der Umsatz wird weiter bei 8,2 bis 9,0 Milliarden Euro gesehen. Im dritten Quartal stieg das EBITDA auf 278 Millionen Euro von 136 Millionen Euro. Die entsprechende Marge rückte auf 12,7 von 8,0 Prozent vor. Der Umsatz kletterte auf 2,19 von 1,71 Milliarden Euro. Der freie Cashflow stieg auf 379 von 149 Millionen Euro. Die Ergebnisse lagen nach Angaben von Nordex über den Erwartungen.

BRUNELLO CUCINELLI

erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von 374,2 Millionen Euro und übertraf die Analystenschätzungen von 371,2 Millionen. Für das Gesamtjahr hob der Luxusmodekonzern die Umsatzprognose auf ein Plus von 12 Prozent bei konstanten Wechselkursen an von zuvor 10 bis 11 Prozent.

ALCOA

hat im jüngsten Quartal einen höheren Gewinn und Umsatz ausgewiesen. Der Gewinn für das dritte Quartal betrug 483 Millionen US-Dollar oder 1,81 Dollar je Aktie verglichen mit 232 Millionen Dollar oder 88 Cent je Aktie im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung bestimmter Einmaleffekte lag der Gewinn bei 1,82 Dollar je Aktie. Analysten hatten mit einem bereinigten Gewinn von 1,51 Dollar je Aktie gerechnet. Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar, blieb jedoch hinter den Erwartungen der Wall Street von 3,77 Milliarden Dollar zurück.

HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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