
© Foto: Symbolbild mit KI erstellt
Erst die große Rally und jetzt der Absturz - Aixtron hat einige Anleger dieses Jahr reich gemacht aber jetzt auch die, die noch dabei sind, nervös. Seit Januar hat sich die Aktie mehr als verdoppelt, doch zuletzt ging es steil bergab. Bei 32,50 Euro liegt sie derzeit unter den wichtigen SMAs (50er und 200er). Dazu kommt das gefürchtete Todeskreuz. Gleichzeitig melden Analysten volle Auftragsbücher und hohe Kursziele. Wer hat recht, der Chart oder das Geschäft? Am 29. Oktober gibt es neue Zahlen. Bis dahin bleibt es spannend und eventuell auch volatil. Lohnt sich das Warten, oder wird es jetzt noch deutlich ungemütlicher?
Volle Auftragsbücher! Nervöse Anleger!
Aixtron baut Anlagen für die Chipindustrie, vor allem für optische Verbindungen in KI-Rechenzentren und genau dort brummt gerade das Geschäft. Im zweiten Quartal kamen Bestellungen über 214,5 Millionen Euro herein, der Auftragsbestand lag bei 457 Millionen. Die Analysten von MWB rechnen im dritten Quartal sogar mit 220 bis 230 Millionen. Das wären gut 80 Prozent mehr als vor einem Jahr, doch an der Börse zählt oft die Stimmung und Zweifel an den riesigen KI-Investitionen haben zuletzt die ganze Branche gedrückt - auch Aixtron. Und das ohne eigene schlechte Nachricht. Dazu kommt die Lieferkette. Kommen die Zulieferer nicht hinterher, könnten sich Auslieferungen verschieben. MWB hob das Kursziel auf 43 Euro, die Deutsche Bank auf 44 Euro und Hold. J.P. Morgan senkte auf 54 Euro, bleibt aber positiv.

Charttechnik
Der Chart sieht aktuell schlecht aus. Bei 32,50 Euro liegt die Aktie unter dem 50er und em 200er SMA. Dazu kam zuletzt das Todeskreuz, denn die kurze Linie (50er) ist von oben nach unten durch die lange (200er) gefallen. Charttechniker werten das als Warnsignal und es zeigt, dass der Schwung nach unten geht. Das muss nicht heißen, dass es ewig bergab geht, aber Käufer haben es sichtbarerweise im Moment schwerer als noch zuvor. Als nächste Marke gilt die runde 30 Euro. Hält sie nicht, könnte es weiter nach unten gehen, im "schlimmsten Fall" bis Richtung 25 Euro. Der RSI steht bei 32. Das ist niedrig, aber noch nicht im überverkauften Bereich unter 30. Es wäre also noch Luft nach unten. Erst wenn die Aktie wieder über die Durchschnittslinien klettert, entspannt sich das Bild. Bis dahin bleibt der Druck spürbar bestehen und das Bild bleibt "unschön".
Was tun?
Unterm Strich passen Geschäft und Chart gerade nicht ganz zusammen. Die Auftragslage ist stark und die Analysten sind überwiegend zuversichtlich. Dafür ist der Kurs schwach, und die Bewertung ist ebenfalls alles andere als billig. Vieles hängt wohl an den Zahlen am 29. Oktober. Zeigen sie hohe Bestellungen und eine stabile Lieferkette, könnte die Stimmung kippen. Fallen sie schwächer aus, dürfte eher der Chart das Sagen behalten. Wer schon dabei ist, sollte über einen mentalen oder echten Stopp nachdenken und die 30-Euro-Marke im Blick behalten. Wer neu einsteigen will, könnte sich überlegen, besser in Etappen als auf einen Schlag zu kauen. Wichtig ist, mit weiteren Rückschlägen ist anscheinend, auch aufgrund des nervösen Gesamtmarktes, zu rechnen. Es kann grundsätzlich an der Börse alles passieren - auch das Gegenteil von dem was man annimmt.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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