Der DAX hat zum Wochenschluss einen kräftigen Schluck aus der Pulle genommen und ist über die Marke von 25 600 Punkten gesprungen. Besonders gefragt waren Aktien aus der zyklischen Automobilbranche sowie defensive Pharma- und Gesundheitswerte. Unterstützung lieferten die rückläufigen Staatsanleiherenditen, die Aktien wieder attraktiver machen. Gleichzeitig setzen die Anleger darauf, dass die Notenbanken trotz der jüngsten Inflationsdaten mit weiteren Zinsschritten zunächst abwarten werden.
Die hohen Energiepreise bleiben zwar ein Belastungsfaktor, doch die Inflationssuppe wird an den Börsen derzeit nicht so heiß gegessen, wie sie zuletzt gekocht wurde. Die aktuelle Erholung ist allerdings noch kein grundlegender Stimmungsumschwung. Vielmehr korrigieren die Märkte zunächst die übertriebene Nervosität der vergangenen Handelstage. Aus einer Gegenbewegung wird erst dann ein nachhaltiger Aufwärtstrend, wenn auch die fundamentalen Argumente wieder überzeugen.
An der Wall Street hält die Hoffnung auf einen anhaltenden KI-Boom die Aktienmärkte auf hohem Niveau. Allerdings wird die Rally zunehmend von wenigen großen Technologiekonzernen getragen. Während der S&P 500 knapp unter seinen Rekordständen notiert, liegen mehr als 200 seiner Indexmitglieder über 30 Prozent im Minus. Hinter der glänzenden Indexfassade sieht es damit deutlich weniger freundlich aus.
Die kommende Berichtswoche wird deshalb zum nächsten entscheidenden Belastungstest. Die bisherigen Zahlen von TSMC und ASML haben erste positive Signale geliefert, reichen aber bislang nicht aus, um die Zweifel an der Rentabilität der enormen KI-Investitionen auszuräumen. Jetzt müssen die großen US-Hyperscaler mit konkreten Zahlen beweisen, dass ihre Milliardeninvestitionen auch entsprechende Erträge erwirtschaften können.
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