BERLIN (dpa-AFX) - Außenminister Johann Wadephul führt die Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen dessen ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj auf die US-Zwischenwahlen am 3. November zurück. Man müsse die Äußerungen Trumps "sicherlich in die Schlussphase des Wahlkampfes in den Vereinigten Staaten von Amerika einordnen", sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem portugiesischen Kollegen Paulo Rangel in Berlin.
Deswegen müsse man "auf den Kern dessen gucken, was die Vereinigten Staaten von Amerika nach wie vor leisten. Und das ist eine Unterstützung für die Ukraine gemeinsam mit uns", erklärte Wadephul. Rangel sagte, angesichts des bevorstehenden Winters ermutige man die USA dazu, auf der Seite der Verteidigungsbemühungen der Ukraine zu stehen.
Bei den Zwischenwahlen in den USA stehen das Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats zur Wahl. Die Abstimmung wird die Handlungsfähigkeit Trumps stark beeinflussen. Aktuell halten seine Republikaner die Mehrheit in beiden Parlamentskammern. Trump hatte Selenskyj als Hindernis für einen Friedensschluss dargestellt. Wenn es ein Abkommen geben sollte, dann nur ohne Selenskyj, sagte er dem ultrakonservativen US-Sender Newsmax. Dieser sei "kein guter Mann" für die USA zum Verhandeln.
Wadephul: CDU könnte offensiver um Unterstützung für Kiew werben
Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte Wadephul unterdessen, seine Partei, die CDU, müsse eine Debatte darüber führen, ob sie zu ängstlich sei beim Werben um Unterstützung der Ukraine. "Auch meine Partei, die CDU, könnte noch regelmäßiger und offensiver für die Unterstützung der Ukraine werben, und zwar nicht nur im Wahlkampf", sagte der Minister. Gerade auch im Osten gebe es "viele Menschen, die zuhören und mit uns diskutieren wollen, die wir abholen und überzeugen können"./bk/DP/nas
