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Die Porsche-Aktie kommt einfach nicht aus der Defensive. Weniger Autos, weniger China, dazu eine Abstufung auf Underweight. Und doch gibt es Lichtblicke wie z. B. der 911, oder dass in Paris ein neuer Supersportwagen auf die Weltbühne gerollt ist, der für Aufsehen sorgte. Der Kurs steht bei 41,25 Euro. Das letzte Tief lag bei 35,62 Euro. Genau dorthin könnte es noch einmal gehen. Hält der Boden, ist sogar eine W-Formation drin. Wenn nicht, droht ein Rutsch Richtung 30 Euro. Welche Zahlen dahinterstecken, was die Analysten sagen und worauf Anleger jetzt achten sollten, lesen Sie im nachfolgenden Artikel.
Weniger Autos, hohe Preise: Porsche im Umbruch
Porsche hat derzeit wenig zu lachen, eher zu trauern, denn von Januar bis September lieferte der Sportwagenbauer 178.532 Fahrzeuge aus. Das sind 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Am härtesten trifft es China, dort brach der Absatz um 33 Prozent auf 21.493 Autos ein. In Nordamerika ging es um 13 Prozent nach unten. Der Macan verlor sogar 21 Prozent. Dafür glänzt der 911 mit einem Plus von zwölf Prozent und der Cayenne bleibt mit knapp 59.600 Autos die Nummer eins - die beiden halten somit für Porsche noch die Fahne hoch. Auf dem Kapitalmarkttag zog Konzernchef Michael Leiters die Reißleine bei der Jagd nach Stückzahlen und stapelte tiefer: China soll künftig höchstens zehn Prozent des Absatzes ausmachen. Das Händlernetz schrumpft von über 150 auf rund 75 bis 80 Standorte. Investitionen und Entwicklungskosten sollen deutlich sinken. Wachsen will Porsche über Preise und einen besseren Modellmix. Die Aktie sprang in einer ersten Reaktion zuletzt schon deutlich nach oben, drehte dann aber ins Minus. Bezeichnend dafür, dass die Anleger skeptisch bleiben und auch Chancen für einen Ausstieg suchen und nutzen.
Charttechnik
Der Chart sieht nicht freundlich und gut für die Zukunft ausgerichtet aus. Die Aktie notiert bei 41,25 Euro und steckt weiter im Abwärtstrend. Seit Jahresbeginn liegt sie rund 10 Prozent im Minus. Das letzte Tief markierte sie bei 35,62 Euro. Dorthin könnte es noch einmal gehen. Davor wartet die runde Marke bei 40 Euro, nur wenige Prozent entfernt. Fällt sie, wird es ungemütlich. Dann rückt das alte Tief schnell näher. Spannend wird es an dieser Unterstützung. Hält der Boden um 35,62 Euro, könnte eine W-Formation entstehen. Das wäre ein klassisches Umkehrsignal und quasi die letzte Hoffnung für die Bullen. Zwei Tiefs auf ähnlichem Niveau, dazwischen eine Erholung. Gelingt dann der Ausbruch nach oben, hellt sich das Bild auf. Bricht der Boden dagegen weg, fehlt die nächste Auffanglinie. Das Kursziel läge dann bei 30 Euro. Dann wären die Bären am Ruder.

Was tun?
Die Analysten sind sich wie so oft nicht einig. Oxcap stuft auf Underweight ab, Jefferies bleibt bei Hold und 47 Euro. J.P. Morgan sieht 50 Euro, die Deutsche Bank 55 Euro, UBS sogar 60 Euro. Im Schnitt liegt das Ziel bei rund knapp 50 Euro. Das klingt nach viel Luft nach oben, doch diese Kursziele sind keine Garantie. Wenn es runtergeht, sind manche Analysten wie das Fähnchen im Wind. Nicht selten ändern sie dann ihre Meinung grundlegend. Verlierer sind dann die "gierigen Investoren", die den Kurszielen zuvor Glauben geschenkt haben. Fundamental stehen derzeit sinkende Stückzahlen unter Strich. Die Margen halten relativ stand, das Volumen allerdings nicht. Die Aktie wirkt derzeit eher schwach, freundlich gesehen vielleicht noch eher abwartend. Operativ ist Porsche noch relativ stabil, aber gewiss nicht mehr stark. Der Chart bleibt angeschlagen. Neue Impulse könnten die Quartalszahlen am 27. Oktober bringen. Das neu vorgestellte Mission S Concept stärkt eher das Image als die Bilanz. Investoren sollten die 40 Euro-Marke im Auge behalten und eventuell erst die Zeichen einer Stabilisierung abwarten.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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