
© Foto: Symbolbild wurde mit KI erstellt
Was für eine Woche für Rheinmetall! Fast 20 Prozent Kursplus und ein Freitags- bzw. auch Wochenschluss bei 1.090 Euro. Damit ist die 1.000er-Marke nur noch im Rückspiegel zu sehen. Nach dem Absturz auf gut 930 Euro hatten damit nur wenige gerechnet. Die Stimmung war eher pessimistisch. Jetzt fließt wieder Geld zurück in die Rüstungswerte. Neue Fabriken, mehr Finanzkraft, volle Ambitionen. Reicht das alles für den großen Rebound? Bis zu 1.250 Euro scheinen charttechnisch drin, dann gibt es massiven Widerstand. Doch es gibt auch eine Gefahrenzone, die jeder Anleger kennen sollte. Im schlimmsten Fall geht es sogar bis auf 750 Euro nach unten. Genau das macht die Lage so spannend. Lesen Sie, worauf es jetzt ankommt.
Rheinmetall meldet sich zurück
Das war ein wahrer Befreiungsschlag. Am Freitag sprang die Aktie um mehr als fünf Prozent und schloss bei 1.090 Euro. Auf Wochensicht stehen fast 20 Prozent Plus. Dabei sah es Anfang Oktober noch eher düster aus, denn der Kurs war auf 930 Euro gefallen. Jetzt aber kehren die Käufer zurück. Auch Renk, Hensoldt und Thales zogen an. Die ganze Branche profitiert davon, dass Europa mehr für die eigene Sicherheit tun muss und Rheinmetall als Platzhirsch liefert ab. In Albacete in Spanien startete eine neue Fertigung. Rund 20 Millionen Euro flossen hinein. Pro Jahr entstehen dort etwa 1,2 Millionen Geschosse und 1,8 Millionen Hülsen. Die Belegschaft wächst von 210 auf rund 300 und dazu kommt mehr Spielraum beim Geld, denn die Kreditlinie wurde von 750 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro verdoppelt. Das Ziel bis 2030 bleibt bei rund 50 Milliarden Euro Umsatz!
Charttechnik
Charttechnisch hat sich das Bild durch den letzten Anstieg klar aufgehellt. Die Aktie ist zurück über 1.000 Euro und auch über die 50-Tage-Linie bei 1.051 Euro geklettert. Das Wochenhoch liegt bei 1.096 Euro. Knackt der Kurs jetzt als nächstes die 1.100 Euro, wird es noch spannender, denn auch das Volumen steigt an. Dann ist ein weiterer Rebound bis etwa 1.250 Euro gut möglich. In der Nähe, bzw. etwas darüber bei 1312 Euro verläuft auch der 200er SMA. Zwischen 1.250 und 1.312 wartet allerdings ein großer Widerstandsbereich mit einer wichtigen Abwärtstrendlinie. Hier könnten Gewinnmitnahmen einsetzen. Wichtig ist auch die Marke von 1.000 Euro, denn fällt die Aktie noch einmal darunter, wird es ungemütlich. Dann droht ein Test der 900 Euro. Bricht auch diese Marke, ist ein Rutsch in Richtung 750 Euro denkbar. Das sollte grundsätzlich jeder Anleger im Blick haben, denn der Weg nach oben ist zwar offen, aber nicht ohne Risiko.

Was tun?
Die Zahlen am 5. November sind der nächste große Test. Die Deutsche Bank erwartet für das dritte Quartal ein Umsatzplus von mehr als 40 Prozent und sieht das Kursziel bei 1.800 Euro. Im Schnitt liegen die Analysten bei rund 1.500 bis 1.600 Euro. Dazu kommen die Satellitenfertigung in Neuss und die mögliche Panzerentscheidung "Arminius" Anfang Dezember. Das gibt Fantasie. Die Auftragsbücher sollen sich weiter füllen aber ganz ohne Haken ist die Sache eben auch nicht. Berenberg stuft nur noch auf "Halten" und hat das Ziel auf 1.020 Euro gesenkt. Die Bewertung ist hoch, große Aufträge fehlten zuletzt. Interesseierte Investoren könnten überlegen, gestaffelt zu kaufen, vielleicht auch nach einem Rücksetzer Richtung 1.000 Euro. Ein Stopp unter 900 Euro würde dann das Risiko begrenzen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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