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MÄRKTE EUROPA/Schwach - Frankreich zieht Börsen nach unten

DJ MÄRKTE EUROPA/Schwach - Frankreich zieht Börsen nach unten

DOW JONES--Die Schwäche an den europäischen Aktienmärkten setzt sich am Montagmittag fort. Der DAX verliert 1,3 Prozent auf 25.301 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 fällt um 1,2 Prozent auf 6.133 Punkte. Die Stimmung wird von den Unruhen in Frankreich überschattet. Vor allem nicht-europäische Investoren machen sich Sorgen und reduzieren wie vom Handel befürchtet ihre Engagements bei europäischen Aktien. Bei Anleihen schichten Anleger in deutsche Bundesanleihen um und erweitern dadurch den Zinsaufschlag (Spread), den Frankreich zahlen muss. Das Land muss nun 145 Basispunkte mehr für seine 10-jährigen Schulden zahlen als Deutschland, am Freitagmittag waren es nur 134 Bp gewesen.

Als positiv wird vermerkt, dass die asiatischen Börsen nicht dem Kursrutsch der US-KI-Aktien vom Freitag gefolgt sind. Auch in Europa erholt sich die Branche schon mit 0,7 Prozent Plus. Dies spreche für eine Erholung mit Hilfe der US-Börsen am Nachmittag, wo sich bei KI-Titeln ebenfalls eine deutliche Erholung abzeichnet.

Die Unruhen in Frankreich eskalierten am Wochenende weiter. Besonders auf die in sechs Monaten anstehenden Präsidentschaftswahlen könnten diese massiven Einfluss ausüben, heißt es. Ein wahrscheinlicher Wahlsieg von Rechtsaußen Marine Le Pen dürfte das Verhältnis zu Deutschland belasten, was wiederum die EU schwächt. Entsprechend haben Investoren auch den Euro-Kurs im Blick, der mit 1,12 Dollar volatil seitwärts handelt. "Die Unruhen selbst sind den Finanzmärkten egal, aber sie machen deutlich, dass der politische Weg für weitere Sparmaßnahmen zur Haushaltskonsolidierung verschlossen ist", sagt ein Händler.

Der Pariser Leit-Index CAC-40 baut sein Minus auf 1,5 Prozent aus. Auch Einzelunternehmen aus Frankreich stehen unter Druck. So fallen die Titel von Carrefour um 1,8 Prozent, nachdem an die 50 Märkte Opfer von Plünderungen geworden sind. Carrefour fordert die Regierung daher zu verstärkten Schutzmaßnahmen auf. "Am längsten dürften Versicherer darunter leiden, wenn die Schadenshöhen für die Zerstörungen bekannt werden", sagt ein Händler. So reduzieren sich Axa um 1,6 Prozent, selbst die Aktien des Telekom-Unternehmens Orange geben um 1,8 Prozent nach.

Im Fokus steht darüber hinaus die nächste Fed-Sitzung: Nach dem jüngsten Rekordanstieg der US-Verbraucherpreise um 3,7 Prozent und damit einer Beschleunigung der Inflation stellen sich Anleger die Frage, wie die US-Notenbank das Unterlassen einer Zinserhöhung noch rechtfertigen könnte. Die Sitzung findet am 27. und 28. Oktober statt, am 3. November sind dann die Zwischenwahlen in den USA. Eine Zinserhöhung kurz vor diesem wichtigen Ereignis könnten Fed-Gegner leicht als politische Einflussnahme interpretieren. Wichtige Konjunkturdaten stehen im Tagesverlauf in Europa und den USA nicht an.

Bei den Einzelwerten ragen Steyr Motors mit 21 Prozent Plus hervor. Das US-Rüstungsunternehmen Red Cat Holdings greift nach dem österreichischen Dieselmotorenhersteller und bietet 39,00 Euro pro Aktie. Händler bezeichnen das Angebot als viel zu gering, da die Aktien im Schnitt im Vorjahr zu rund 50 Euro umgingen.

Lindt & Sprüngli notieren 1,8 Prozent tiefer, obwohl der Schweizer Schokoladenhersteller einen überraschenden Führungswechsel verkündet hat. Seit dem Absatzeinbruch im Ostergeschäft wegen nicht mehr marktfähiger Preise hatten Investoren eine Erneuerung und Verjüngung der Führungsmannschaft gefordert. Allerdings werde der sofortige Weggang von Konzernchef Adalbert Lechner nun eher als Panikzeichen gewertet.

Auch bei DHL im DAX geht es trotz erhöhter Prognose um 2 Prozent abwärts. Der verbesserte Ausblick sei erwartet und mit dem starken Kursanstieg der Vorwoche ausreichend eingepreist worden, heißt es im Handel. DHL setzt auf ein starkes Schlussquartal mit dem Weihnachtsgeschäft und sieht nun einen freien Cashflow von "über 3,2" statt zuvor "rund 3,0 Milliarden Euro". Treiber ist besonders das Express-Geschäft.

Gegen den Markt stemmen sich Aumovio mit einem Plus von 0,6 Prozent. Sie wurden von der Citi in der Ersteinschätzung mit "Kaufen" empfohlen.

Rüstungswerte stehen mit minus 2,2 Prozent weiter als Branche am stärksten unter Druck. Sie korrigieren damit zum Teil nur ihre hohen Kursgewinne vom Freitag nach einer positiven Studie. Für zusätzliche Ernüchterung sorgen aber nun Gedankenspiele eines Gipfeltreffens der Präsidenten Trump, Putin und Xi zur Zukunft der Ukraine - ohne Teilnahme der Ukraine oder Europas. Eine Einigung dürfte zu einem Ende von Europas Wehrhilfe für das Land führen, entsprechend fallen Titel von Munitionsherstellern wie CSG mit 4 Prozent am stärksten. Aber auch für Hensoldt, Thales, Rheinmetall und Airbus geht es bis zu 3 Prozent abwärts.

=== 
Index          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.133,05  -1,2   -71,18    6.204,23    5,9 
Stoxx-50        5.354,52  -0,9   -49,72    5.404,24    8,9 
DAX          25.301,21  -1,3  -321,40    25.622,61    3,3 
MDAX          30.460,75  -0,6  -195,90    27.039,42    -0,5 
TecDAX         4.012,22  -0,1   -2,99    3.091,28    10,8 
SDAX          18.214,19  +0,1   15,92    13.062,07    6,1 
FTSE          10.768,66  -1,0  -113,24    10.881,90    8,4 
CAC           7.838,34  -1,5  -118,36    7.956,70    -3,8 
SMI          14.332,70  -0,4   -58,61    14.391,31    8,0 
ATX           6.486,05  -1,1   -71,27    6.557,32    21,8 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Fr, 18:11 
EUR/USD          1,1229  -0,1  -0,0010     1,1239   1,1225 
EUR/JPY          177,52  -0,0  -0,0300     177,55  177,4300 
EUR/CHF          0,9258  -0,0  -0,0002     0,9260   0,9251 
EUR/GBP          0,8416  -0,2  -0,0013     0,8429   0,8425 
USD/JPY          158,09  +0,1   0,1000     157,99  158,0600 
GBP/USD          1,3339  +0,1   0,0011     1,3328   1,3320 
USD/CNY          6,6806  -0,1  -0,0055     6,6861   6,6861 
USD/CNH          6,6789  -0,1  -0,0061     6,6850   6,6856 
AUS/USD          0,699  +0,7   0,0046     0,6944   0,6943 
Bitcoin/USD      82.181,10  +1,6  1.281,31    80.899,79 81.363,95 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         101,20  -0,2   -0,21     101,41 
Brent/ICE         108,74  -1,0   -1,12     109,86 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.175,94  +0,3   10,93    4.165,01 
Silber           57,74  +1,3    0,73      57,01 
Platin         1.653,65  +1,4   23,29    1.630,36 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/flf

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October 19, 2026 07:24 ET (11:24 GMT)

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