Schwerin (ots) -
Eine unbedachte Bemerkung, schlechte Stimmung beim Partner oder eine Nachricht, die unbeantwortet bleibt: Manchmal reichen scheinbare Kleinigkeiten aus, um starke Wut, Angst oder Schuldgefühle auszulösen. Dahinter können Erfahrungen aus der Kindheit stecken, die das eigene Verhalten bis heute beeinflussen. Doch welche sechs alltäglichen Reaktionen können auf solche Prägungen hindeuten und wie lassen sich die dahinterliegenden Muster verändern?
Viele Erwachsene wünschen sich, gelassener auf Konflikte zu reagieren, ihre eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich weniger von den Gefühlen anderer beeinflussen zu lassen. Im Alltag gelingt ihnen das jedoch nicht immer. Sie ärgern sich unverhältnismäßig stark über rücksichtsloses Verhalten, fühlen sich für die schlechte Laune ihres Partners verantwortlich oder geraten unter Druck, sobald eine Situation ungewiss bleibt. Obwohl sie selbst merken, dass ihre Reaktion stärker ausfällt, als es der konkrete Anlass erwarten ließe, können sie ihre Gefühle nur schwer beeinflussen. Dahinter können früh erlernte Überzeugungen und Verhaltensweisen stehen, die längst selbstverständlich geworden sind. "Das Schwierige ist, dass solche Reaktionen für die Betroffenen oft vollkommen logisch wirken. Sie haben über viele Jahre gelernt, auf bestimmte Situationen auf diese Weise zu reagieren und erkennen deshalb häufig gar nicht, welches alte Muster gerade aktiv wird", erklärt Ramón Schlemmbach.
"Es lohnt sich, nicht nur auf die aktuelle Situation zu schauen, sondern sich zu fragen, warum sie überhaupt eine so starke Reaktion auslöst. Wer versteht, welche Erfahrungen und Überzeugungen dabei eine Rolle spielen, kann auch lernen, anders damit umzugehen", erläutert Ramón Schlemmbach weiter. Als klinischer Psychologe (M.Sc.), systemischer Paartherapeut und Heilpraktiker für Psychotherapie hat er bereits mehr als 1.300 Klientinnen und Klienten begleitet. Dabei begegnen ihm immer wieder Verhaltensweisen, die im Alltag zunächst selbstverständlich erscheinen: große Rücksichtnahme auf andere, ein starkes Verantwortungsgefühl, das Bedürfnis nach Kontrolle oder Schwierigkeiten, die eigenen Grenzen zu vertreten. Mit seinem Online-Coaching-Programm "Geprägt! Aber richtig" unterstützt Ramón Schlemmbach Erwachsene dabei, zu verstehen, welche früheren Erfahrungen hinter solchen Mustern stehen können und wie sie sich verändern lassen. Sechs alltägliche Reaktionen beobachtet er dabei besonders häufig.
1. "Rücksichtslose Menschen machen mich wütend": Wenn eigene Bedürfnisse lange keinen Platz hatten
Jemand drängelt sich vor, verhält sich laut oder nimmt offensichtlich keine Rücksicht auf andere und plötzlich entsteht eine Wut, die weit über den konkreten Anlass hinausgeht. Manche Menschen kennen das Gefühl, übergangen zu werden, bereits aus ihrer Kindheit. Ihre eigenen Wünsche spielten vielleicht nur selten eine Rolle oder sie mussten häufig Rücksicht auf andere nehmen. Begegnen ihnen heute Menschen, die sich völlig anders verhalten, kann das entsprechend starke Gefühle auslösen.
Allerdings kann auch ein anderes Muster dahinterstecken. Wer schon als Kind gelernt hat, sich anzupassen, möglichst keine Fehler zu machen und die Bedürfnisse anderer über die eigenen zu stellen, ärgert sich unter Umständen besonders über Menschen, die ihre Wünsche ganz selbstverständlich durchsetzen. Schließlich nehmen sich diese etwas heraus, das man sich selbst vielleicht bis heute nicht erlaubt. Hinter der Wut steckt dann möglicherweise auch die alte Überzeugung, dass es egoistisch oder falsch ist, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen.
2. Schlechte Laune beim Gegenüber: Weshalb sofort Schuldgefühle entstehen können
Der Partner kommt verärgert nach Hause, eine Kollegin antwortet ungewöhnlich knapp oder eine vertraute Person wirkt enttäuscht. Schon beginnen die Gedanken zu kreisen: Habe ich etwas falsch gemacht? Wer schlechte Stimmung sofort auf sich bezieht, hat vielleicht schon als Kind viel Verantwortung für die Gefühle anderer übernommen. Manche haben erlebt, dass ihnen die Schuld für familiäre Probleme gegeben wurde. Andere hatten emotional überforderte Eltern und versuchten deshalb, selbst möglichst keine zusätzliche Belastung zu sein.
So lernen Kinder unter Umständen, ihre Eltern zu beruhigen, Konflikte zu vermeiden oder für gute Stimmung zu sorgen. Bleibt dieses Verhalten bestehen, entsteht schnell der Impuls, schlechte Laune auf sich zu beziehen und sofort etwas dagegen tun zu wollen. Besonders schwer fällt die Abgrenzung, wenn jemand ohnehin das Gefühl hat, nicht gut genug zu sein. Ärger oder Kritik wirken dann schnell wie eine Bestätigung dieser Überzeugung, obwohl die Stimmung des Gegenübers vielleicht überhaupt nichts mit der eigenen Person zu tun hat.
3. Ständig auf der Hut: Wenn hinter Empathie auch Wachsamkeit stecken kann
Ein veränderter Gesichtsausdruck, ein ungewöhnlicher Tonfall oder eine kurze Gesprächspause: Manche Menschen bemerken kleinste Veränderungen in der Stimmung anderer und werden sofort angespannt. Dahinter muss nicht nur besonders viel Einfühlungsvermögen stecken. Vielleicht war es schon in der Kindheit wichtig, genau darauf zu achten, wie Mutter, Vater oder andere Bezugspersonen gerade gestimmt waren.
Das gilt besonders für Kinder, die in einem strafenden oder unberechenbaren Umfeld aufgewachsen sind. Wurde dasselbe Verhalten an einem Tag akzeptiert und am nächsten bestraft, mussten sie ständig damit rechnen, dass die Stimmung kippt. Genaues Beobachten konnte ihnen dabei helfen, Konflikte oder negative Reaktionen frühzeitig zu erkennen. Unter Umständen bleibt diese Wachsamkeit bis ins Erwachsenenalter erhalten. Dann sorgen selbst kleine Stimmungsveränderungen anderer schnell für innere Unruhe oder das Gefühl, auf der Hut sein zu müssen.
4. Ungewissheit ist kaum ertragen: Wenn fehlende Kontrolle starken Stress auslöst
Eine Nachricht bleibt unbeantwortet, nach einem Bewerbungsgespräch kommt keine Rückmeldung oder nach einem Date herrscht plötzlich Funkstille. Während einige Menschen erst einmal abwarten, beginnt bei anderen sofort das Gedankenkarussell. Aus "Ich habe noch keine Antwort" wird schnell "Ich wurde abgelehnt" oder sogar "Mit mir stimmt etwas nicht". Hinter dem Stress steckt dann vielleicht weniger die offene Situation selbst als die Angst davor, was sie über die eigene Person aussagen könnte.
Auch frühere Unsicherheit kann dabei eine Rolle spielen. Wer als Kind häufig nicht wusste, was als Nächstes passiert, sucht als Erwachsener unter Umständen besonders stark nach festen Plänen, Struktur und eindeutigen Verhältnissen. Fehlt diese Sicherheit, entsteht schnell Stress. Helfen kann es, eine ausbleibende Rückmeldung nicht sofort persönlich zu nehmen und bewusst andere Erklärungen zuzulassen. Schließlich kann es viele Gründe geben, warum jemand nicht antwortet oder für eine Entscheidung länger braucht.
5. Lob und Hilfe annehmen fällt schwer: Was hinter dieser Reaktion stecken kann
Ein aufrichtiges Kompliment wird heruntergespielt, Lob sofort relativiert und selbst ein freundliches Hilfsangebot lieber abgelehnt. Manche Menschen haben Schwierigkeiten damit, sich selbst als wertvoll oder kompetent wahrzunehmen. Andere haben früh gelernt, niemandem zur Last fallen zu dürfen. Selbst freiwillige Unterstützung kann sich dann unangenehm anfühlen. Statt sich über die Hilfe zu freuen, entstehen Schuldgefühle oder der Wunsch, sich möglichst schnell dafür zu revanchieren.
Manchmal steckt allerdings auch Misstrauen dahinter. Wer von nahestehenden Menschen schwer enttäuscht, hintergangen oder missbraucht wurde, vermutet später vielleicht auch hinter freundlichen Gesten versteckte Absichten. Ein Kompliment fühlt sich dann nicht unbedingt ehrlich an und ein Hilfsangebot kann schnell den Gedanken auslösen, dem anderen anschließend etwas schuldig zu sein. Ein erster Schritt kann deshalb ganz einfach sein: ein ehrliches Lob oder freiwillige Hilfe annehmen und sich dafür bedanken, ohne beides sofort kleinzureden oder zurückzuweisen.
6. Nein sagen fällt schwer: Wenn andere die eigenen Grenzen erraten sollen
Eine Freundin bittet um einen Gefallen, ein Kollege möchte eine zusätzliche Aufgabe abgeben oder ein Familienmitglied braucht Unterstützung. Eigentlich möchte man Nein sagen, stimmt aber trotzdem zu und ärgert sich hinterher darüber, überhaupt gefragt worden zu sein. Dahinter kann die Erfahrung stecken, dass ein Nein früher nicht einfach akzeptiert wurde. Wer als Kind für Widerspruch bestraft wurde oder gelernt hat, sich nach den Wünschen der Eltern zu richten, hat sich vielleicht angewöhnt, lieber nachzugeben als einen Konflikt zu riskieren.
Auch schwierige Situationen in der Familie können dazu führen, dass die eigenen Bedürfnisse immer wieder hintenangestellt werden. War beispielsweise ein Elternteil krank, psychisch stark belastet oder abhängig, blieb für die eigenen Wünsche unter Umständen wenig Raum. Später fällt es dann vielleicht schwer, offen zu sagen, wenn etwas zu viel wird oder man etwas nicht möchte. Stattdessen entsteht schnell die Hoffnung, dass andere die eigene Grenze von selbst bemerken. Doch dafür müssten sie wissen, was man braucht und wo diese Grenze überhaupt liegt. Wer lernt, das klarer auszusprechen und auch einmal Nein zu sagen, muss nicht länger darauf warten, dass andere die eigenen Bedürfnisse erraten.
Ramón Schlemmbach: Wann es sich lohnt, genauer hinzusehen
Natürlich hat nicht jede starke emotionale Reaktion ihren Ursprung in der Kindheit. Dennoch können die beschriebenen Verhaltensweisen darauf hindeuten, dass frühere Erfahrungen bis heute eine Rolle spielen. Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn ähnliche Situationen immer wieder starke Wut, Angst, Schuldgefühle oder inneren Druck auslösen und die eigene Reaktion deutlich heftiger ausfällt, als man es selbst für angemessen hält.
"Es geht nicht darum, hinter jeder unangenehmen Reaktion sofort ein Problem aus der Kindheit zu suchen. Viel wichtiger ist die Frage, ob sich bestimmte Muster wiederholen und das eigene Leben heute noch beeinflussen", erklärt Ramón Schlemmbach. Wer sich in solchen Reaktionen wiedererkennt, kann genauer hinterfragen, was sie auslöst und warum bestimmte Situationen so schwer auszuhalten sind. Werden die Belastungen allerdings so groß, dass Beziehungen oder der Alltag darunter leiden, empfiehlt sich eine individuelle fachliche Einordnung.
Sie möchten alte Verhaltensmuster besser verstehen, belastende Prägungen hinter sich lassen und gelassener mit schwierigen Situationen umgehen? Dann melden Sie sich bei Ramón Schlemmbach (https://ramon-schlemmbach.de/) und vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenfreies Erstgespräch!
Pressekontakt:
Ruben Schäfer
E-Mail: redaktion@dcfverlag.de
Schlemmbach Coaching GmbH
Vertreten durch: Ramón Schlemmbach
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Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/180106/6373981
Eine unbedachte Bemerkung, schlechte Stimmung beim Partner oder eine Nachricht, die unbeantwortet bleibt: Manchmal reichen scheinbare Kleinigkeiten aus, um starke Wut, Angst oder Schuldgefühle auszulösen. Dahinter können Erfahrungen aus der Kindheit stecken, die das eigene Verhalten bis heute beeinflussen. Doch welche sechs alltäglichen Reaktionen können auf solche Prägungen hindeuten und wie lassen sich die dahinterliegenden Muster verändern?
Viele Erwachsene wünschen sich, gelassener auf Konflikte zu reagieren, ihre eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich weniger von den Gefühlen anderer beeinflussen zu lassen. Im Alltag gelingt ihnen das jedoch nicht immer. Sie ärgern sich unverhältnismäßig stark über rücksichtsloses Verhalten, fühlen sich für die schlechte Laune ihres Partners verantwortlich oder geraten unter Druck, sobald eine Situation ungewiss bleibt. Obwohl sie selbst merken, dass ihre Reaktion stärker ausfällt, als es der konkrete Anlass erwarten ließe, können sie ihre Gefühle nur schwer beeinflussen. Dahinter können früh erlernte Überzeugungen und Verhaltensweisen stehen, die längst selbstverständlich geworden sind. "Das Schwierige ist, dass solche Reaktionen für die Betroffenen oft vollkommen logisch wirken. Sie haben über viele Jahre gelernt, auf bestimmte Situationen auf diese Weise zu reagieren und erkennen deshalb häufig gar nicht, welches alte Muster gerade aktiv wird", erklärt Ramón Schlemmbach.
"Es lohnt sich, nicht nur auf die aktuelle Situation zu schauen, sondern sich zu fragen, warum sie überhaupt eine so starke Reaktion auslöst. Wer versteht, welche Erfahrungen und Überzeugungen dabei eine Rolle spielen, kann auch lernen, anders damit umzugehen", erläutert Ramón Schlemmbach weiter. Als klinischer Psychologe (M.Sc.), systemischer Paartherapeut und Heilpraktiker für Psychotherapie hat er bereits mehr als 1.300 Klientinnen und Klienten begleitet. Dabei begegnen ihm immer wieder Verhaltensweisen, die im Alltag zunächst selbstverständlich erscheinen: große Rücksichtnahme auf andere, ein starkes Verantwortungsgefühl, das Bedürfnis nach Kontrolle oder Schwierigkeiten, die eigenen Grenzen zu vertreten. Mit seinem Online-Coaching-Programm "Geprägt! Aber richtig" unterstützt Ramón Schlemmbach Erwachsene dabei, zu verstehen, welche früheren Erfahrungen hinter solchen Mustern stehen können und wie sie sich verändern lassen. Sechs alltägliche Reaktionen beobachtet er dabei besonders häufig.
1. "Rücksichtslose Menschen machen mich wütend": Wenn eigene Bedürfnisse lange keinen Platz hatten
Jemand drängelt sich vor, verhält sich laut oder nimmt offensichtlich keine Rücksicht auf andere und plötzlich entsteht eine Wut, die weit über den konkreten Anlass hinausgeht. Manche Menschen kennen das Gefühl, übergangen zu werden, bereits aus ihrer Kindheit. Ihre eigenen Wünsche spielten vielleicht nur selten eine Rolle oder sie mussten häufig Rücksicht auf andere nehmen. Begegnen ihnen heute Menschen, die sich völlig anders verhalten, kann das entsprechend starke Gefühle auslösen.
Allerdings kann auch ein anderes Muster dahinterstecken. Wer schon als Kind gelernt hat, sich anzupassen, möglichst keine Fehler zu machen und die Bedürfnisse anderer über die eigenen zu stellen, ärgert sich unter Umständen besonders über Menschen, die ihre Wünsche ganz selbstverständlich durchsetzen. Schließlich nehmen sich diese etwas heraus, das man sich selbst vielleicht bis heute nicht erlaubt. Hinter der Wut steckt dann möglicherweise auch die alte Überzeugung, dass es egoistisch oder falsch ist, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen.
2. Schlechte Laune beim Gegenüber: Weshalb sofort Schuldgefühle entstehen können
Der Partner kommt verärgert nach Hause, eine Kollegin antwortet ungewöhnlich knapp oder eine vertraute Person wirkt enttäuscht. Schon beginnen die Gedanken zu kreisen: Habe ich etwas falsch gemacht? Wer schlechte Stimmung sofort auf sich bezieht, hat vielleicht schon als Kind viel Verantwortung für die Gefühle anderer übernommen. Manche haben erlebt, dass ihnen die Schuld für familiäre Probleme gegeben wurde. Andere hatten emotional überforderte Eltern und versuchten deshalb, selbst möglichst keine zusätzliche Belastung zu sein.
So lernen Kinder unter Umständen, ihre Eltern zu beruhigen, Konflikte zu vermeiden oder für gute Stimmung zu sorgen. Bleibt dieses Verhalten bestehen, entsteht schnell der Impuls, schlechte Laune auf sich zu beziehen und sofort etwas dagegen tun zu wollen. Besonders schwer fällt die Abgrenzung, wenn jemand ohnehin das Gefühl hat, nicht gut genug zu sein. Ärger oder Kritik wirken dann schnell wie eine Bestätigung dieser Überzeugung, obwohl die Stimmung des Gegenübers vielleicht überhaupt nichts mit der eigenen Person zu tun hat.
3. Ständig auf der Hut: Wenn hinter Empathie auch Wachsamkeit stecken kann
Ein veränderter Gesichtsausdruck, ein ungewöhnlicher Tonfall oder eine kurze Gesprächspause: Manche Menschen bemerken kleinste Veränderungen in der Stimmung anderer und werden sofort angespannt. Dahinter muss nicht nur besonders viel Einfühlungsvermögen stecken. Vielleicht war es schon in der Kindheit wichtig, genau darauf zu achten, wie Mutter, Vater oder andere Bezugspersonen gerade gestimmt waren.
Das gilt besonders für Kinder, die in einem strafenden oder unberechenbaren Umfeld aufgewachsen sind. Wurde dasselbe Verhalten an einem Tag akzeptiert und am nächsten bestraft, mussten sie ständig damit rechnen, dass die Stimmung kippt. Genaues Beobachten konnte ihnen dabei helfen, Konflikte oder negative Reaktionen frühzeitig zu erkennen. Unter Umständen bleibt diese Wachsamkeit bis ins Erwachsenenalter erhalten. Dann sorgen selbst kleine Stimmungsveränderungen anderer schnell für innere Unruhe oder das Gefühl, auf der Hut sein zu müssen.
4. Ungewissheit ist kaum ertragen: Wenn fehlende Kontrolle starken Stress auslöst
Eine Nachricht bleibt unbeantwortet, nach einem Bewerbungsgespräch kommt keine Rückmeldung oder nach einem Date herrscht plötzlich Funkstille. Während einige Menschen erst einmal abwarten, beginnt bei anderen sofort das Gedankenkarussell. Aus "Ich habe noch keine Antwort" wird schnell "Ich wurde abgelehnt" oder sogar "Mit mir stimmt etwas nicht". Hinter dem Stress steckt dann vielleicht weniger die offene Situation selbst als die Angst davor, was sie über die eigene Person aussagen könnte.
Auch frühere Unsicherheit kann dabei eine Rolle spielen. Wer als Kind häufig nicht wusste, was als Nächstes passiert, sucht als Erwachsener unter Umständen besonders stark nach festen Plänen, Struktur und eindeutigen Verhältnissen. Fehlt diese Sicherheit, entsteht schnell Stress. Helfen kann es, eine ausbleibende Rückmeldung nicht sofort persönlich zu nehmen und bewusst andere Erklärungen zuzulassen. Schließlich kann es viele Gründe geben, warum jemand nicht antwortet oder für eine Entscheidung länger braucht.
5. Lob und Hilfe annehmen fällt schwer: Was hinter dieser Reaktion stecken kann
Ein aufrichtiges Kompliment wird heruntergespielt, Lob sofort relativiert und selbst ein freundliches Hilfsangebot lieber abgelehnt. Manche Menschen haben Schwierigkeiten damit, sich selbst als wertvoll oder kompetent wahrzunehmen. Andere haben früh gelernt, niemandem zur Last fallen zu dürfen. Selbst freiwillige Unterstützung kann sich dann unangenehm anfühlen. Statt sich über die Hilfe zu freuen, entstehen Schuldgefühle oder der Wunsch, sich möglichst schnell dafür zu revanchieren.
Manchmal steckt allerdings auch Misstrauen dahinter. Wer von nahestehenden Menschen schwer enttäuscht, hintergangen oder missbraucht wurde, vermutet später vielleicht auch hinter freundlichen Gesten versteckte Absichten. Ein Kompliment fühlt sich dann nicht unbedingt ehrlich an und ein Hilfsangebot kann schnell den Gedanken auslösen, dem anderen anschließend etwas schuldig zu sein. Ein erster Schritt kann deshalb ganz einfach sein: ein ehrliches Lob oder freiwillige Hilfe annehmen und sich dafür bedanken, ohne beides sofort kleinzureden oder zurückzuweisen.
6. Nein sagen fällt schwer: Wenn andere die eigenen Grenzen erraten sollen
Eine Freundin bittet um einen Gefallen, ein Kollege möchte eine zusätzliche Aufgabe abgeben oder ein Familienmitglied braucht Unterstützung. Eigentlich möchte man Nein sagen, stimmt aber trotzdem zu und ärgert sich hinterher darüber, überhaupt gefragt worden zu sein. Dahinter kann die Erfahrung stecken, dass ein Nein früher nicht einfach akzeptiert wurde. Wer als Kind für Widerspruch bestraft wurde oder gelernt hat, sich nach den Wünschen der Eltern zu richten, hat sich vielleicht angewöhnt, lieber nachzugeben als einen Konflikt zu riskieren.
Auch schwierige Situationen in der Familie können dazu führen, dass die eigenen Bedürfnisse immer wieder hintenangestellt werden. War beispielsweise ein Elternteil krank, psychisch stark belastet oder abhängig, blieb für die eigenen Wünsche unter Umständen wenig Raum. Später fällt es dann vielleicht schwer, offen zu sagen, wenn etwas zu viel wird oder man etwas nicht möchte. Stattdessen entsteht schnell die Hoffnung, dass andere die eigene Grenze von selbst bemerken. Doch dafür müssten sie wissen, was man braucht und wo diese Grenze überhaupt liegt. Wer lernt, das klarer auszusprechen und auch einmal Nein zu sagen, muss nicht länger darauf warten, dass andere die eigenen Bedürfnisse erraten.
Ramón Schlemmbach: Wann es sich lohnt, genauer hinzusehen
Natürlich hat nicht jede starke emotionale Reaktion ihren Ursprung in der Kindheit. Dennoch können die beschriebenen Verhaltensweisen darauf hindeuten, dass frühere Erfahrungen bis heute eine Rolle spielen. Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn ähnliche Situationen immer wieder starke Wut, Angst, Schuldgefühle oder inneren Druck auslösen und die eigene Reaktion deutlich heftiger ausfällt, als man es selbst für angemessen hält.
"Es geht nicht darum, hinter jeder unangenehmen Reaktion sofort ein Problem aus der Kindheit zu suchen. Viel wichtiger ist die Frage, ob sich bestimmte Muster wiederholen und das eigene Leben heute noch beeinflussen", erklärt Ramón Schlemmbach. Wer sich in solchen Reaktionen wiedererkennt, kann genauer hinterfragen, was sie auslöst und warum bestimmte Situationen so schwer auszuhalten sind. Werden die Belastungen allerdings so groß, dass Beziehungen oder der Alltag darunter leiden, empfiehlt sich eine individuelle fachliche Einordnung.
Sie möchten alte Verhaltensmuster besser verstehen, belastende Prägungen hinter sich lassen und gelassener mit schwierigen Situationen umgehen? Dann melden Sie sich bei Ramón Schlemmbach (https://ramon-schlemmbach.de/) und vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenfreies Erstgespräch!
Pressekontakt:
Ruben Schäfer
E-Mail: redaktion@dcfverlag.de
Schlemmbach Coaching GmbH
Vertreten durch: Ramón Schlemmbach
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