TEHERAN (dpa-AFX) - Angesichts der militärischen Spannungen zwischen Teheran und Washington hofft der Iran auf einen diplomatischen Ausweg. "Die gemeinsame Auffassung Irans, Russlands und vieler anderer Länder besteht darin, dass die Probleme der Region keine militärische Lösung haben und durch Diplomatie und politische Lösungsansätze angegangen werden müssen", sagte Irans Außenminister Abbas Araghtschi bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in der iranischen Hauptstadt.
Zuvor waren Delegationen beider Länder zusammengekommen, um über die Umsetzung bilateraler Abkommen sowie Konsultationen über regionale Entwicklungen zu sprechen. Am Abend (Ortszeit) war auch ein Treffen zwischen Lawrow und Irans Präsident Massud Peseschkian geplant. Der russische Außenminister sprach laut einer Übersetzung von "ergebnisreichen, offenen und aufrichtigen Verhandlungen". Russland wolle seinen Verpflichtungen im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit treu bleiben.
Die iranische Führung befürchtet derzeit eine neue militärische Eskalation. Politiker und Generäle rechneten in den vergangenen Tagen fest mit einem Angriff der USA oder Israels. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Oktober allerdings erklärt, das Land nicht vor den Kongresswahlen am 3. November angreifen zu wollen.
Strategische Partnerschaft seit 2025
Für die Staatsführung im Iran ist der Kreml ein wichtiger Verbündeter. Teheran erhofft sich im Iran-Krieg vor allem militärische Unterstützung. Seit Jahren versucht der Iran, moderne Kampfflugzeuge und Flugabwehrsysteme aus Russland zu erwerben. Russlands Möglichkeiten zur militärischen Unterstützung des Irans sind durch den Krieg in der Ukraine jedoch eingeschränkt.
Anfang 2025 hatten Russland und der Iran ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft geschlossen, das unter anderem die militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die kommenden 20 Jahre vertiefen soll. Anders als Russlands Abkommen mit Nordkorea enthält es jedoch keine Beistandsklausel für den Kriegsfall. In den vergangenen Jahren waren beide Staaten angesichts internationaler Isolation enger aneinander gerückt./arb/DP/jha
