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MÄRKTE EUROPA/Börsen von Eskalation in Frankreich gedrückt

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen von Eskalation in Frankreich gedrückt

DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt hat Montag nach einer kontinuierlichen Talfahrt im Verlauf schwach geschlossen. Händler unterstrichen jedoch, dass keine abrupten Verkaufswellen beobachtet wurden. "Wir sehen den ganzen Tag über eher regelmäßige kleine Verkäufe, die versuchen, keinen Kursdruck auszulösen", sagte ein Händler: "Das ist ein typisches Verhalten von großen Anlegern, die ihre Portfoliogewichtung herunterfahren". Der DAX verlor 1,2 Prozent auf 25.320 Punkte, der Euro-Stoxx-50 büßte 1,0 Prozent ein. Belastet wurde die Stimmung von den Unruhen in Frankreich. Vor allem nicht-europäische Investoren reduzierten ihre Engagements bei europäischen Aktien. Bei Anleihen schichteten Anleger in deutsche Bundesanleihen um, die Zinsdifferenz gegenüber französischen Staatsanleihen weitete sich aus. Frankreich musste zuletzt 146 Basispunkte mehr für seine 10-jährigen Schulden zahlen als Deutschland, am Freitagmittag waren es nur 134 Bp gewesen.

Die Unruhen in Frankreich eskalierten am Wochenende weiter. Besonders auf die in sechs Monaten anstehenden Präsidentschaftswahlen könnten diese massiven Einfluss ausüben, hieß es. Ein wahrscheinlicher Wahlsieg von Rechtsaußen Marine Le Pen dürfte das Verhältnis zu Deutschland und zur EU belasten. Die Straßenschlachten spielten Le Pen in die Karten, hieß es weiter. "Die Unruhen selbst sind den Finanzmärkten egal, aber sie machen deutlich, dass der politische Weg für weitere Sparmaßnahmen zur Haushaltskonsolidierung verschlossen ist", sagte ein Händler. Der Euro gab in der Folge nach.

Der Pariser Leitindex CAC-40 verlor 1,1 Prozent. Auch Einzelaktien aus Frankreich standen unter Druck. So fielen die Titel von Carrefour um 2,2 Prozent, nachdem an die 50 Märkte Opfer von Plünderungen geworden waren. "Am längsten dürften Versicherer darunter leiden, wenn die Schadenshöhen für die Zerstörungen bekannt werden", sagte ein Händler. Axa reduzierten sich um 1,6 Prozent, selbst die defensiven Aktien des Telekom-Unternehmens Orange gaben 1,3 Prozent nach.

Unter den Einzelwerten ragten Steyr Motors mit 21,4 Prozent Plus hervor. Das US-Rüstungsunternehmen Red Cat Holdings greift nach dem österreichischen Dieselmotorenhersteller und bietet 39 Euro pro Aktie. Händler bezeichneten das Angebot als viel zu gering.

Lindt & Sprüngli notierten 0,1 Prozent tiefer, obwohl der Schweizer Schokoladenhersteller einen überraschenden Führungswechsel verkündet hatte. Seit dem Absatzeinbruch im Ostergeschäft wegen nicht mehr marktfähiger Preise hatten Investoren eine Erneuerung und Verjüngung der Führungsmannschaft gefordert. Allerdings werde der sofortige Weggang von Konzernchef Adalbert Lechner nun eher negativ gewertet.

Roche hat eine Kooperations- und Lizenzvereinbarung mit der chinesischen Hansoh Pharmaceutical Group geschlossen, deren Gesamtwert 15 Milliarden US-Dollar übersteigen könnte. Roche legten um 0,2 Prozent zu. Bei DHL im DAX ging es trotz erhöhter Prognose um 0,9 Prozent abwärts. Der verbesserte Ausblick sei erwartet und mit dem starken Kursanstieg der Vorwoche ausreichend eingepreist worden, hieß es im Handel. Merck KGaA verstärkt sich mit einem Zukauf in Großbritannien im Bereich seltener Erkrankungen. Der Darmstädter Pharmakonzern übernimmt Silence Therapeutics. Der Transaktion liegt ein Unternehmenswert von 1,1 Milliarden US-Dollar zugrunde. Der Kurs schloss knapp im Plus.

Der Schmierstoffhersteller Fuchs blickt nach einem überraschend starken dritten Quartal optimistischer auf das laufende Gesamtjahr. Die Aktie des Schmierstoffherstellers kam nach einem Freudensprung rasch zurück und schloss 0,4 Prozent höher - bewies damit aber relative Stärke gegenüber dem schwachen Gesamtmarkt. Gegen den Markt stemmten sich Aumovio mit einem Plus von 2 Prozent nach einer positiven Citi-Studie.

Rüstungswerte standen unter Druck. Sie korrigierten damit zum Teil ihre hohen Kursgewinne vom Freitag nach einer positiven Studie. Für zusätzliche Ernüchterung sorgten aber nun Gedankenspiele eines Gipfeltreffens der Präsidenten Donald Trump, Wladimir Putin und Xi Jinping zur Zukunft der Ukraine - ohne Teilnahme der Ukraine oder Europas. Eine Einigung könnte zu einem Ende der europäischen Wehrhilfe für das Land führen, entsprechend fielen die Sektortitel. Hensoldt, Rheinmetall und Airbus gaben 0,3 bzw. 2,8 und 2,3 Prozent ab. CSG sanken 2,7 Prozent, Thales um 0,9 Prozent.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.145       -1,0          +7,1 
Stoxx-50        5.361       -0,8          +9,9 
Stoxx-600        640       -0,8          +8,9 
DAX          25.320       -1,2          +4,6 
FTSE-100 London    10.882       -1,1          +9,6 
CAC-40 Paris      7.957       -1,1          -2,4 
AEX Amsterdam     1.143       -0,1         +20,1 
ATHEX-20 Athen     6.685       -0,4         +24,9 
BEL-20 Brüssel     5.586       -0,9         +10,0 
BUX Budapest     145.471       -1,1         +31,0 
OMXH-25 Helsinki    6.386       -0,9         +12,0 
OMXC-20 Kopenhagen   1.551       -0,9          -3,6 
PSI 20 Lissabon    9.468       -0,8         +14,6 
IBEX-35 Madrid    19.326       -1,5         +11,7 
FTSE-MIB Mailand   49.857       -1,6         +10,9 
OBX Oslo        2.013        0,0         +26,0 
PX Prag        2.657       -0,6          -1,1 
OMXS-30 Stockholm   3.297       -0,9         +14,4 
WIG-20 Warschau   158.738       -0,9         +36,7 
ATX Wien        6.557       -0,8         +23,1 
SMI Zürich      14.391       -0,2          +8,5 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 18:11 
EUR/USD          1,1204  -0,3  -0,0035     1,1239   1,1225 
EUR/JPY          177,61  +0,0  0,0600     177,55  177,4300 
EUR/CHF          0,9264  +0,0  0,0004     0,9260   0,9251 
EUR/GBP          0,8422  -0,1  -0,0007     0,8429   0,8425 
USD/JPY          158,5  +0,3  0,5100     157,99  158,0600 
GBP/USD           1,33  -0,2  -0,0028     1,3328   1,3320 
USD/CNY          6,6806  -0,1  -0,0055     6,6861   6,6861 
USD/CNH          6,6831  -0,0  -0,0019     6,6850   6,6856 
AUS/USD          0,6975  +0,5  0,0031     0,6944   0,6943 
Bitcoin/USD      81.787,03  +1,1  887,24    80.899,79 81.363,95 
 
ROHÖL          zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         101,84  +0,4   0,43     101,41 
Brent/ICE         108,64  -1,1   -1,22     109,86 
 
Metalle         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.141,56  -0,6  -23,45    4.165,01 
Silber           57,21  +0,4   0,21      57,01 
Platin         1.642,30  +0,7   11,94    1.630,36 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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October 19, 2026 12:14 ET (16:14 GMT)

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KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
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