München (ots) -
Der ADAC hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest und weiteren Testpartnern aus Europa den zweiten Kindersitztest des Jahres 2026 durchgeführt. 16 Babyschalen und Kindersitze wurden auf ihre Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und (Umwelt-)Schadstoffe getestet.
Die besten Ergebnisse erzielen die Babyschalen, wobei der Maxi-Cosi Coral Slide Pro mit der Isofix-Station Family Fix Slide Pro (Gesamtnote 2,1) als Testsieger hervorgeht. Unter den Kleinkindersitzen gewinnt der Recaro Toron 1 mit der Gesamtnote 2,3. Der Maxi-Cosi MobiFix Pro wächst mit dem Kind mit und ist der einzige Sitz im Test, der auch für ältere Kinder bis sechs Jahre geeignet ist und eine gute Gesamtbewertung erreicht. Allerdings kann dieser Sitz nur entgegen der Fahrtrichtung verwendet werden, was unter Umständen nicht jedem Kind gefällt.
Unter allen Sitzen haben die Tester in nur einem Produkt (Britax Römer Babysafe Pro mit bzw. ohne Vario Base 5Z) keine schädlichen Stoffe für Mensch und Natur nachgewiesen. In den meisten anderen Fällen wurden nur geringfügige Spuren bestimmter Chemikalien gefunden, es gab aber auch Ausreißer: Beim Avionaut Aerofix Smart mit IQ Orbit war die Konzentration der sogenannten PFAS erhöht: Sie können von der Natur fast gar nicht abgebaut werden und bis in den Nahrungskreislauf gelangen. Die Sitze von Lionelo und Axkid wiesen erhöhte Konzentrationen von Mitteln auf, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Beim Lionelo wurde der Grenzwert noch eingehalten, der Axkid lag deutlich darüber.
Letzterer Sitz kann aber auch aus einem anderen Grund nicht empfohlen werden: Schon vor der Veröffentlichung warnten die Testpartner vor dem Axkid und dem Britax Römer Baby-Safe Pro mit der Vario Base 5Z, da beide Sitze im Frontalcrash versagten und bei Unfällen schwere Verletzungen für das darin sitzende Kind drohen. Beide Hersteller haben reagiert und nehmen die Sitze zurück.
Die Testpartner prüften neben den in Deutschland zugelassenen Sitzen auch noch drei Produkte, die aus dem europäischen Ausland über Lieferdienste nach Deutschland bestellt werden können: Zwei Gurtsysteme aus Stoff, die als Auflage am Autositz befestigt werden, sollen laut Beschreibung wie eine Art Kindersitz funktionieren. Abgesehen von der fehlenden Zulassung muss von diesen Produkten auch deshalb dringend abgeraten werden, da sie beim Frontalcrash das Kind nicht festhalten können - es drohen lebensgefährliche Verletzungen.
Gleiches gilt für einen Kindersitz ohne Markennamen, der zwar einen Zulassungsaufkleber nach aktueller Norm besitzt, in seiner Optik aber an ein älteres und nicht mehr zulassungsfähiges Produkt erinnert. Beim seitlichen Crashtest wird der Kopf des Kindes fast gar nicht geschützt und prallt an die Tür, was ebenfalls schwerste Verletzungen nach sich ziehen kann. Diese Beispiele verdeutlichen, dass ein Kindersitz nie ohne vorherige Recherche gekauft werden sollte, da es sich im Zweifel um unsichere oder nicht zugelassene Produkte handeln kann.
Der ADAC empfiehlt, dass Eltern bei der Auswahl eines Kindersitzes unabhängige Testergebnisse vergleichen sollten. Fährt man mit dem eigenen Auto und Kind in ein Fachgeschäft, können verschiedene Modelle direkt ausprobiert werden. Wenn ein Sitz mit dem Fahrzeuggurt befestigt wird, sollte immer auf die richtige Gurtführung in der Anleitung geachtet werden, da ein falsch angeschnallter Sitz seine Schutzwirkung verlieren kann.
Alle Ergebnisse im Detail finden Sie auf adac.de
Pressekontakt:
ADAC Kommunikation
T +49 89 76 76 54 95
aktuell@adac.de
Original-Content von: ADAC, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/7849/6374218
Der ADAC hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest und weiteren Testpartnern aus Europa den zweiten Kindersitztest des Jahres 2026 durchgeführt. 16 Babyschalen und Kindersitze wurden auf ihre Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und (Umwelt-)Schadstoffe getestet.
Die besten Ergebnisse erzielen die Babyschalen, wobei der Maxi-Cosi Coral Slide Pro mit der Isofix-Station Family Fix Slide Pro (Gesamtnote 2,1) als Testsieger hervorgeht. Unter den Kleinkindersitzen gewinnt der Recaro Toron 1 mit der Gesamtnote 2,3. Der Maxi-Cosi MobiFix Pro wächst mit dem Kind mit und ist der einzige Sitz im Test, der auch für ältere Kinder bis sechs Jahre geeignet ist und eine gute Gesamtbewertung erreicht. Allerdings kann dieser Sitz nur entgegen der Fahrtrichtung verwendet werden, was unter Umständen nicht jedem Kind gefällt.
Unter allen Sitzen haben die Tester in nur einem Produkt (Britax Römer Babysafe Pro mit bzw. ohne Vario Base 5Z) keine schädlichen Stoffe für Mensch und Natur nachgewiesen. In den meisten anderen Fällen wurden nur geringfügige Spuren bestimmter Chemikalien gefunden, es gab aber auch Ausreißer: Beim Avionaut Aerofix Smart mit IQ Orbit war die Konzentration der sogenannten PFAS erhöht: Sie können von der Natur fast gar nicht abgebaut werden und bis in den Nahrungskreislauf gelangen. Die Sitze von Lionelo und Axkid wiesen erhöhte Konzentrationen von Mitteln auf, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Beim Lionelo wurde der Grenzwert noch eingehalten, der Axkid lag deutlich darüber.
Letzterer Sitz kann aber auch aus einem anderen Grund nicht empfohlen werden: Schon vor der Veröffentlichung warnten die Testpartner vor dem Axkid und dem Britax Römer Baby-Safe Pro mit der Vario Base 5Z, da beide Sitze im Frontalcrash versagten und bei Unfällen schwere Verletzungen für das darin sitzende Kind drohen. Beide Hersteller haben reagiert und nehmen die Sitze zurück.
Die Testpartner prüften neben den in Deutschland zugelassenen Sitzen auch noch drei Produkte, die aus dem europäischen Ausland über Lieferdienste nach Deutschland bestellt werden können: Zwei Gurtsysteme aus Stoff, die als Auflage am Autositz befestigt werden, sollen laut Beschreibung wie eine Art Kindersitz funktionieren. Abgesehen von der fehlenden Zulassung muss von diesen Produkten auch deshalb dringend abgeraten werden, da sie beim Frontalcrash das Kind nicht festhalten können - es drohen lebensgefährliche Verletzungen.
Gleiches gilt für einen Kindersitz ohne Markennamen, der zwar einen Zulassungsaufkleber nach aktueller Norm besitzt, in seiner Optik aber an ein älteres und nicht mehr zulassungsfähiges Produkt erinnert. Beim seitlichen Crashtest wird der Kopf des Kindes fast gar nicht geschützt und prallt an die Tür, was ebenfalls schwerste Verletzungen nach sich ziehen kann. Diese Beispiele verdeutlichen, dass ein Kindersitz nie ohne vorherige Recherche gekauft werden sollte, da es sich im Zweifel um unsichere oder nicht zugelassene Produkte handeln kann.
Der ADAC empfiehlt, dass Eltern bei der Auswahl eines Kindersitzes unabhängige Testergebnisse vergleichen sollten. Fährt man mit dem eigenen Auto und Kind in ein Fachgeschäft, können verschiedene Modelle direkt ausprobiert werden. Wenn ein Sitz mit dem Fahrzeuggurt befestigt wird, sollte immer auf die richtige Gurtführung in der Anleitung geachtet werden, da ein falsch angeschnallter Sitz seine Schutzwirkung verlieren kann.
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