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8 Euro. Diese Marke kennen BYD-Anleger gut, denn schon Ende Juni, Anfang Juli dieses Jahres sprang die Aktie von dort aus kräftig nach oben, bis auf 10,50 Euro binnen weniger Wochen. Jetzt steht sie wieder fast am selben Fleck. Ist das wirklich Zufall? Vielleicht nicht, denn die Quartalszahlen rücken näher, die Autos werden immer besser und der Chart spitzt sich zu. Hält die Unterstützung, könnte eine W-Formation entstehen. Und danach wäre sogar mehr drin als die 10 Euro. Wie weit es gehen kann, lesen Sie hier.
Neue Modelle, starkes Auslandsgeschäft
BYD legt technisch nach. Der neue Da Han EV startet in China mit der zweiten Blade-Batterie. Sie speichert 102,3 Kilowattstunden. Die Reichweite liegt laut CLTC-Zyklus bei bis zu 1.008 Kilometern. Geladen wird in nur neun Minuten von 10 auf 97 Prozent. Dazu kommt ein Assistenzsystem mit LiDAR. Die Preise beginnen bei knapp 236.000 Yuan, was als ein klares Signal Kampfangebot an die Konkurrenz zu werten sein dürfte. Auch im Ausland läuft es gut, denn im September gingen 180.700 Fahrzeuge in den Export. Insgesamt lieferte BYD 463.561 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben aus. In Großbritannien gab es mit 20.140 Neuzulassungen den stärksten Monat überhaupt. Bei den elektrifizierten Autos zählt BYD in Europa inzwischen zu den Top 5. Der Marktanteil liegt bei rund 8 Prozent. Dazu kommt der nächste Schritt. Bis 2030 will BYD in Europa rund 40.000 Mitarbeiter beschäftigen. Zwei weitere Werke sind geplant. Die Einigung zwischen Brüssel und Peking begrüßt der Konzern. Zwar gilt künftig eine Obergrenze von 350.000 Hybriden pro Jahr, aber dafür steht nun der Rahmen, und BYD kann endlich planen und der große Vorteil ist dann der, dass wer vor Ort baut, von Zöllen weniger abhängig ist.
Charttechnik
Die Aktie schloss am Freitag bei 8,34 Euro. Damit steht sie fast wieder dort, wo im Sommer die Wende begann. Ende Juni, Anfang Juli drehte der Kurs von 8 auf 10,50 Euro auf. Davon ist jetzt nicht mehr allzu viel zu spüren, denn seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 22 Prozent unterm Strich, was erstmal nicht gut klingt, doch die Zone um 8 Euro hat sich ja schon einmal als stabiler Boden erwiesen. Das Szenario jetzt ist wieder ebenso reizvoll, denn hält die 8 Euro-Marke, entsteht ein doppelter Boden. Das ergibt dann eine mögliche W-Formation und ein Sprung über 10 Euro würde die Formation bestätigen. Rechnerisch wäre danach ein Anstieg in Richtung 12 bis 13 Euro möglich. Wichtig bleibt aber, dass die Aktie nicht nachhaltig unter 8 Euro rutschen darf, sonst wäre das Bild hinfällig, und die Chance wäre dahin.

Was tun?
Fundamental spricht viel für BYD und schon bald, am 29. Oktober, kommen die Quartalszahlen. Analysten erwarten 1,30 Yuan je Aktie nach 0,94 im Vorjahr. Beim Umsatz rechnen sie mit 234,8 Milliarden Yuan. Acht von zehn Analysten raten zum Kauf, das Konsensziel liegt bei rund 14 Euro. Dennoch bleibt Vorsicht angebracht. Der Neunmonatsabsatz sank um 3,94 Prozent, und die Exporterstattung fällt ab April 2027 von 13 auf 9 Prozent. Unterm Strich halten sich derzeit die Chancen und Risiken in etwa die Waage, aber mit einem leichtem Vorteil für Mutige, denn man kann nach unten hin das Risiko begrenzen, wodurch sich ein gutes Setup für ein attraktives C/R-Verhältnis ergibt. Wer einsteigen möchte, könnte sogar noch gestaffelt kaufen und die 8 Euro, bzw. etwas darunter, auf Wochen-Schlusskursbasis, als Stopp im Blick behalten. Wer lieber "auf Nummer sicher" geht, wartet die Zahlen ab und steigt erst bei einem Ausbruch über 10 Euro ein.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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