DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
ZEW-Index sinkt im Oktober
Die Stimmung von Finanzanalysten aus Banken, Versicherungen und großen Industrieunternehmen hat sich im Oktober eingetrübt. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen sank auf plus 28,1 Punkte von plus 34,7 Punkten im Vormonat, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf plus 29,9 Punkte gerechnet. Der Index zur Beurteilung der Konjunkturlage legte hingegen zu, und zwar auf minus 35,9 Punkte nach minus 47,1 Zählern im Vormonat. Ökonomen hatten lediglich einen Anstieg auf minus 45,0 Punkte erwartet.
EZB: Euroraum-Leistungsbilanzüberschuss sinkt im August
Der Leistungsbilanzüberschuss des Euroraums hat im August abgenommen. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) betrug der Aktivsaldo saisonbereinigt 9 (Juli: 27) Milliarden Euro. In der Handelsbilanz ergab sich ein Überschuss von 18 (34) Milliarden Euro, wobei die Exporte auf 259 (263) Milliarden Euro sanken und die Importe auf 240 (229) Milliarden stiegen.
EZB/Elderson: Marktintegration statt Regulierungsabbau
Die Europäische Zentralbank (EZB) erteilt den Rufen der Bankenbranche nach einer Lockerung der Regulierung eine Absage. Statt Regeln aufzuweichen, müsse Europa endlich die Fragmentierung des Binnenmarkts überwinden, fordert Frank Elderson, Vize-Chef der EZB-Bankenaufsicht, in einem Interview mit der österreichischen Zeitung Die Presse. Um kleinere Häuser dennoch spürbar zu entlasten, schlägt die Aufsicht vor, die Schwelle für vereinfachte Meldepflichten von 5 auf 10 Milliarden Euro Bilanzsumme zu verdoppeln. Davon würden rund 150 weitere Institute profitieren. An den Kernanforderungen dürfe jedoch nicht gerüttelt werden, da niedrigere Standards das Risiko im Finanzsystem keineswegs beseitigen.
Chinas starkes Wachstum im 3. Quartal schließt zusätzliche Konjunkturimpulse aus
Chinas stärker als erwartet ausgefallenes Wachstum im 3. Quartal schließe zusätzliche Konjunkturimpulse aus, schreibt BNP Paribas in einem Kommentar. Chinas Bruttoinlandsprodukt sei im 3. Quartal im Jahresvergleich um 4,5 Prozent gestiegen und habe sich damit gegenüber dem Anstieg von 4,3 Prozent im 2. Quartal beschleunigt. Der Wert habe sowohl die Schätzung von BNP Paribas von 4,3 Prozent als auch den Marktkonsens von 4,4 Prozent übertroffen. "Weitere fiskalische Konjunkturimpulse sind nun unwahrscheinlich", heißt es. Ein Minikonjunkturpaket für das 4. Quartal sei bereits eingeführt worden, um eine mögliche Lücke zwischen der zugrunde liegenden Wachstumsdynamik und dem Jahresziel zu schließen.
Chinas Zentralbank dürfte Leitzins für den Rest des Jahres 2026 stabil halten
Die People's Bank of China dürfte ihren Leitzins für den Rest des Jahres 2026 stabil halten, schreibt BNP Paribas in einer Research Note unter Verweis auf den unverminderten Druck auf die Nettozinsmargen der Banken. BNP Paribas weist darauf hin, dass die neue Immobilienpolitik landesweite Zinssubventionen für gewerbliche Hypothekendarlehen vorsehe und nicht eine direkte Senkung der Hypothekenzinsen. Dies dürfte den Banken eine gewisse Entlastung bringen, fügt das Institut hinzu. "Der Übergang von einer breit angelegten Deflation zu einer milden Inflation und das Potenzial für weitere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank dürften unserer Ansicht nach die geldpolitische Lockerung begrenzen", heißt es weiter.
Ölpreise steigen weiter - WTI über 100 USD je Barrel
Die Ölpreise weiten ihre Gewinne aus, wobei der Dezember-Terminkontrakt für WTI nun über 100 US-Dollar je Barrel notiert, da iranische Angriffe auf Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, den Energiefluss behindern. Im europäischen Mittagshandel steigt die Sorte Brent um 1,5 Prozent auf 111,25 US-Dollar je Barrel - den höchsten Stand seit Mai -, während der am aktivsten gehandelte WTI-Kontrakt um 2,2 Prozent auf 100,74 US-Dollar je Barrel klettert. Die Ölströme durch die Straße von Hormus erholen sich zwar, bleiben aber unter dem Vorkriegsniveau, wobei der Sieben-Tage-Durchschnitt bei 82 Prozent des Ausgangswerts liegt und die Tankerdurchfahrten am Sonntag bei nur 14 pro Tag lagen, verglichen mit zuvor 50, so Kpler.
DJG/DJN/apo
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October 20, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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